Isatu Hirche, Geschäftsführerin von ecozins. / Foto: Unternehmen

07.01.20 Crowd-Investment

Nachhaltiges Crowd-Investment: Im Schwarm zum Gewinn?

Hohe Zinsen, spannende Projekte, nur ein paar Klicks über das Internet entfernt: Crowdinvesting wirkt wie das Allheilmittel gegen niedrige Zinsen und langweilige Investments. Doch wie hoch sind die Risiken? Worauf muss man achten?

So einfach, so gut: 2018 konnten sich Anleger schon ab 500 Euro an einem Projekt der RMS GmbH beteiligen. Die hatte auf der Crowd-Plattform LeihDeinerUmweltGeld mehr als 500.000 Euro für den Bau einer Biogas-Anlage in den Niederlanden gesucht. Die Anleger stiegen ein, auch wegen des erstaunlich hohen Zinssatzes von 8 Prozent – und haben ihr Geld mittlerweile schon zurückbekommen. Samt Zinsen. Ein Super-Investment. Nachhaltig und erfolgreich.

Aber es kann auch ganz anders kommen, wie das nächste Beispiel zeigt: Eine bayerische Druckerei plante 2014 eine Solaranlage auf ihrem Firmendach. Zudem sollte eine energieeffiziente LED-Beleuchtung die Räume ausleuchten. Fast 400.000 Euro zahlten Anleger bei einer Cowdinvesting-Kampagne über die Crowd-Portale LeihDeinerUmweltGeld und bettervest. 7,4 Prozent Zinsen waren jährlich versprochen. Doch daraus wurde nichts: Die Druckerei schlitterte 2017 in die Insolvenz, das Anlegergeld dürfte futsch sein.

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Über das Portal wiwin werden u.a. Windkraftwerke finanziert. / Foto: Unternehmen

Volker Schmidtke, Referent für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Berlin, rät Anlegern, sich vor einem Crowd-Investment mehrere Fragen zu stellen, etwa: Kann ich es mir leisten, das eingesetzte Geld gegebenenfalls vollständig zu verlieren? Verstehe ich das Geschäftsmodell des Unternehmens, seine finanzielle Grundlage? Kann ich seine Investitionsplanung nachvollziehen? Wichtig seien auch die Verschuldung sowie ein Blick in die Jahresabschlüsse, so Schmidtke. 

Crowdinvesting erlebt einen kleinen Boom. 2018 haben Anleger fast 300 Millionen Euro in Crowd-Projekte investiert. 2011 waren es gerade einmal 1,4 Millionen Euro. Ein Grund für den Anstieg: Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind für Anbieter seit Mitte Juli 2019 attraktiver geworden. Projekte mit einem Volumen von bis zu 8 Millionen Euro benötigen keinen Wertpapierprospekt mehr, den die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) billigen muss. Vorher lag die Obergrenze noch bei 2,5 Millionen Euro. Außerdem kann jeder private Anleger statt bis zu 10.000 Euro nun immerhin 25.000 Euro pro Crowd-Projekt investieren. 

Wer bietet nachhaltige Crowd-Investments an? Es gibt mehr als 50 Crowdinvesting-Plattformen mit Sitz in Deutschland und ein weiteres Dutzend in der Schweiz und Österreich. Die größte hierzulande ist Exporo mit mehr als 200 finanzierten Projekten und einem Gesamt-Finanzierungsvolumen von 560 Millionen Euro (Stand: 6.1.2020). Immobilien-Projekte stehen in der Gunst der Crowd-Investoren weit vorne: 70 Prozent des Anlegergeldes fließen in Bau und Modernisierung von Wohnhäusern und Gewerbeimmobilien.

Es gibt aber auch Crowd-Plattformen, die sich auf nachhaltige Projekte spezialisiert haben. Drei solcher Plattformen mit besonderen Angeboten sind im Folgenden porträtiert.

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