Miller Forest bietet Eukalyptus-Investments in Paraguay an. / Foto: Pixabay

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Neue Waldinvestments von Miller Forest

Die Miller Forest Investment AG bietet seit 2006 Holzinvestments an. Sie forstet mit einem paraguayischen Kooperationspartner ehemalige Weide- und Brachlandflächen in Paraguay mit Energie- und Nutzholz auf. Bisher sind dort nach Angaben von Miller Forest im Auftrag von mehr als 1.000 Anlegerinnen und Anlegern über 13.000 Hektar aufgeforstet und dabei rund 13 Millionen Bäume gepflanzt worden. Nun hat Miller Forest sein Angebot aktualisiert und bietet neue Direktinvestments an. Die Mindestanlagesumme beträgt 1.283,75 Euro. Welche Risiken bestehen?

Bei der angebotenen Vermögensanlage „Nutzholz NP9“ handelt es sich um sogenannte Direktinvestments. Für dieses Angebot liegt ein von der BaFin gebilligter Verkaufsprospekt und ein Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB, Stand jeweils: 23.2.2022) vor. Anbieterin und Emittentin der Vermögensanlage ist die Miller Forest Investment AG aus Schlier in Baden-Württemberg. Sie bietet neben „Nutzholz NP9“ weitere Produkte auf ihrer Internetseite an. Diese umfassen aber nach Angaben der Emittentin jeweils weniger als 20 Anteile, sodass für diese Produkte keine Verkaufsprospekte und keine VIB vorliegen.

Die Geschäftstätigkeit der Miller Forest Investment AG besteht laut VIB im Wesentlichen in der Vermittlung von Waldinvestments, einschließlich der zur Aufforstung geeigneten Grundstücke, an Anleger und der Durchführung der Aufforstung mit nachfolgender Ernte und Vermarktung des Holzes.

Das Emissionsvolumen der Vermögensanlage „Nutzholz NP9“ beläuft sich auf maximal 1,027 Millionen Euro. Die Gesamtgrundstücksfläche beträgt dabei laut Prospekt maximal 200 Hektar. Die Mindestanlagesumme 1.283,75 Euro entspricht 0,25 Hektar.

Wie funktioniert das Investment?

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Die Anlegerin oder der Anleger schließt einen Pachtvertrag mit der Emittentin. Die hat die Flächen ihrerseits von ihrem paraguayischen Kooperationspartner, der Felber Forestal S.A., gepachtet, in deren Eigentum sich die Flächen befinden. Zugleich schließt die Anlegerin oder der Anleger laut VIB einen Aufforstungsvertrag mit der Emittentin, der die Aufforstung, Bewirtschaftung und Ernte der Grundstücksflächen über die Laufzeit der Vermögensanlage regelt. Die Ausführung der Forstdienstleistungen erfolgt durch die Felber Forestal S.A. im Auftrag der Emittentin. Die Flächen werden laut VIB ausschließlich mit Eukalyptusbäumen aufgeforstet.

Hierbei fallen unter anderem Kosten an für die Neuanlage der Forstflächen, Anpflanzung, Aufzucht und Pflege der Setzlinge sowie die Bewirtschaftung (Forstverwaltung, Förster, Unterhalt, Infrastruktur wie Wege, Feuerschutz, Zäune, Gräben). Die Setzlinge werden laut VIB in diesem Jahr gepflanzt und sollen zum Zeitpunkt der Pflanzung durchschnittlich drei Monate alt sein.

Laufzeit und Rendite

Die Laufzeit des Direktinvestments beginnt mit Pflanzdatum und endet mit der Schlussernte, die nach Angaben der Emittentin voraussichtlich neun Jahre nach der Pflanzung erfolgt. Die Schlussernte kann bis zu 24 Monate vor oder nach dem vereinbarten Laufzeitende durchgeführt werden, sofern dies laut Prospekt aus biologischen oder forstwissenschaftlichen Gründen sinnvoll erscheint.

Es erfolgt keine Verzinsung und Rückzahlung des investierten Betrags. Der Anlegerin oder dem Anleger steht laut VIB stattdessen der Erlös aus dem Verkauf des aufgeforsteten Holzes zu, abzüglich der Kosten für die Bewirtschaftung, Ernte sowie sonstiger Abgaben (z.B. Steuern).

Hohe Risiken

Es besteht das Risiko, dass die Erlöse aus dem Verkauf des aufgeforsteten Holzes geringer sind als erwartet oder (abzüglich der Kosten) ganz entfallen. Mögliche Risiken während der Bewirtschaftungsphase sind beispielsweise Trockenheit, Schädlingsbefall und Naturkatastrophen, wodurch sich die Erntemengen und -qualitäten verringern können. Der zum Zeitpunkt des Verkaufs erzielbare Verkaufserlös ist zudem laut VIB abhängig vom Holzpreis auf dem Holzmarkt in Paraguay sowie der allgemeinen Nachfrage nach Nutzholz. Die Ansprüche der Anlegerinnen und Anleger gegen die Emittentin auf Auszahlung der Verkaufserlöse sind laut VIB nicht besichert. Falls die Emittentin künftig besichertes und/oder vorrangiges Fremdkapital aufnehmen sollte, wären die Ansprüche der Anlegerinnen und Anleger von der Emittentin nur nachrangig, also mit als Letztes zu bedienen.

Für Anlegerinnen und Anleger besteht ein erhebliches Risiko, ihr eingesetztes Kapital teilweise oder vollständig zu verlieren.

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