Windkraftanlage von Naturstrom. / Foto: Unternehmen

11.08.20 Anleihen / AIF

Robust durch die Krise: Sechs Wind- und Solaranleihen

An den Aktienmärkten ging es in den letzten Monaten turbulent zu. Wie haben sich im Vergleich dazu Anleihen entwickelt? ECOreporter hat sich sechs grüne Unternehmensanleihen näher angesehen, mit denen Wind- und Solarparks finanziert werden. Wie kommen sie durch die Corona-Krise? Wo lohnt sich der Einstieg? Wie attraktiv sind die versprochenen Zinsen?

Als im März 2020 weltweit die Aktienkurse abstürzten, gaben auch die Anleihenkurse nach. Aber längst nicht so stark. Vom 19. Februar bis zum Jahrestiefststand am 19. März verlor der weltweite Anleihenindex Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond, der Staatsanleihen und Anleihen großer Unternehmen enthält, gerade einmal 4,4 Prozent. Und der Index erholte sich schnell wieder, bereits am 14. April hatte er sein Niveau von Mitte Februar wieder erreicht. Der weltweite Aktienindex MSCI World hat dies bis heute (10.8.2020) nicht geschafft.

Seit Mitte April ist der Bloomberg Barclays-Anleihenindex noch einmal um 6,2 Prozent gestiegen – ein Anzeichen dafür, dass viele Anleger aus Furcht vor einem neuen Aktiencrash Vermögen in Anleihen umschichten. (Die unten im Premium-Bereich vorgestellten sechs Wind- und Solaranleihen sind nicht im Bloomberg Barclays-Index gelistet.)

Selbst wenn Anleihekurse sinken, ist das nicht unbedingt ein schlechtes Signal für Anleger. Denn Anleihen sind Darlehen, die Anleger einem Unternehmen oder einem Staat gewähren und, wenn keine schwerwiegenden Probleme auftreten, nach Laufzeitende zum Nominalwert zurückerhalten (der Nominalwert entspricht einem Kurswert von 100 Prozent). Dazu kommen die meist jährlich ausgezahlten festen Zinsen. Verluste machen Investoren nur, wenn die Darlehensnehmer ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können oder Anleihen vorzeitig zu einem niedrigen Kurs verkauft werden müssen. Deshalb eignen sich Anleihen vor allem für langfristig orientierte Anleger.

Zins ist nicht gleich Rendite

Bei Anleihen sind Zinsen nicht mit Rendite gleichzusetzen. Denn der Zins einer Anleihe bezieht sich immer auf den Nominalwert. Der reale Kurswert kann höher oder niedriger sein, und dann unterscheidet sich die Rendite des Anlegers vom Nominalzins.

Ein Beispiel: Eine Anleihe hat einen Nominalzins von 6 Prozent. Kauft ein Anleger die Anleihe bei einem Kurswert von 80 Prozent, wirft die Anleihe für ihn 7,5 Prozent Zinsen pro Jahr ab. Und wenn der Anleger die Anleihe bis zum Laufzeitende hält, bekommt er im Regelfall ihren vollen Nominalwert (100 Prozent) ausgezahlt – macht noch mal ein Plus von 20 Prozent.

Niedrige Anleihekurse eröffnen also Renditechancen. Dem stehen aber auch höhere Risiken gegenüber. Denn Kurse von Anleihen fallen, wenn viele Anleger sie verkaufen – beispielsweise weil sie befürchten, dass ein Unternehmen vor dem Rückzahlungstermin seiner Anleihe insolvent gehen könnte. Wer bei Anleihekursen von deutlich unter 100 Prozent einsteigen möchte, sollte genau hinsehen, wie das jeweilige Unternehmen wirtschaftlich dasteht. Im Fall einer Pleite droht der Totalverlust des investierten Kapitals.

Die Kursentwicklung ausgewählter grüner Anleihen:

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