Solaranlage von 7x7: Grünstromkraftwerke sind weitestgehend immun gegen das Coronavirus. / Foto: Mirko Fuchs / Foto: Mirko Fuchs

20.03.20 Anleihen / AIF

Bis 7,75 % Zins: Sind grüne Anleihen in der Corona-Krise die besseren Aktien?

Anleihen versprechen feste Zinsen und sind weniger schwankungsanfällig als Aktien. ECOreporter hat die Kursentwicklung von sechs nachhaltigen Anleihen untersucht, mit denen Solar- und Windprojekte finanziert werden. Bieten sich jetzt Einstiegsgelegenheiten? Und wie hoch sind die Risiken?

In Börsenkrisen schlagen sich Anleihen oft besser als Aktien, weil Anleger bei sinkenden Aktienkursen Vermögen in Anleihen umschichten. Auch in der Corona-Krise ist das bislang so. Während der globale Aktienindex MSCI World im letzten Monat fast 30 Prozent an Wert verloren hat, liegt der weltweite Anleihenindex Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond, der Staatsanleihen und Anleihen großer Unternehmen enthält, nur 1,5 Prozent im Minus (Stand 18.3.2020). Auf Sicht von einem Jahr hat der MSCI World um 17 Prozent nachgegeben, der Bloomberg-Anleihenindex ist hingegen um 4,2 Prozent gestiegen.

Selbst wenn Anleihekurse sinken, ist das nicht unbedingt ein schlechtes Signal für Anleger. Denn Anleihen sind Darlehen, die Anleger einem Unternehmen oder einem Staat gewähren und, wenn keine schwerwiegenden Probleme auftreten, nach Laufzeitende zum Nominalwert zurückerhalten (der Nominalwert entspricht einem Kurswert von 100 Prozent). Dazu kommen die meist jährlich ausgezahlten festen Zinsen. Verluste machen Investoren nur, wenn die Darlehensnehmer ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können oder Anleihen vorzeitig zu einem niedrigen Kurs verkauft werden müssen. Deshalb eignen sich Anleihen vor allem für langfristig orientierte Anleger.

Zins ist nicht gleich Rendite

Bei Anleihen sind Zinsen nicht mit Rendite gleichzusetzen. Denn der Zins einer Anleihe bezieht sich immer auf den Nominalwert. Der reale Kurswert kann höher oder niedriger sein, und dann unterscheidet sich die Rendite des Anlegers vom Nominalzins.

Ein Beispiel: Eine Anleihe hat einen Nominalzins von 6 Prozent. Kauft ein Anleger die Anleihe bei einem Kurswert von 80 Prozent, wirft die Anleihe für ihn 7,5 Prozent Zinsen pro Jahr ab. Und wenn der Anleger die Anleihe bis zum Laufzeitende hält, bekommt er im Regelfall ihren vollen Nominalwert (100 Prozent) ausgezahlt – macht noch mal ein Plus von 20 Prozent.

Niedrige Anleihekurse eröffnen also Renditechancen. Dem stehen aber auch höhere Risiken gegenüber. Denn Kurse von Anleihen fallen, wenn viele Anleger sie verkaufen – beispielsweise weil sie befürchten, dass ein Unternehmen vor dem Rückzahlungstermin seiner Anleihe insolvent gehen könnte. Wer bei Anleihekursen von deutlich unter 100 Prozent einsteigen möchte, sollte genau hinsehen, wie das jeweilige Unternehmen wirtschaftlich dasteht. Im Fall einer Pleite droht der Totalverlust des investierten Kapitals.

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