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Grüne deutsche Staatsanleihen: Eine Alternative zu Festgeld?
Der Iran-Krieg treibt die Inflation und damit auch das Zinsniveau. Zudem verschulden sich Staaten immer stärker. Das hat in den letzten Monaten die Kurse von Staatsanleihen sinken und damit ihre Renditen so weit steigen lassen, dass sie viele Fest- und Tagesgeldangebote schlagen. Als besonders sicher gelten deutsche Staatsanleihen. Die gibt es auch in nachhaltig.
Wer diese Woche eine herkömmliche deutsche Staatsanleihe mit zehnjähriger Laufzeit gekauft hat, konnte sich eine Jahresrendite von bis zu 3,48 Prozent sichern. Das ist der höchste Wert seit 15 Jahren und mehr, als fast alle Banken für Tages- und Festgeld zahlen. Nominell bietet die Anleihe zwar einen niedrigeren Zinssatz. Da der Kurs der Anleihe derzeit aber unter 100 Prozent ihres Nominalwertes liegt, ist die Rendite höher als der Zinssatz.
Klingt verwirrend? Das liegt daran, dass bei Anleihen die Zinsen nicht mit der Rendite gleichzusetzen sind. Denn der Zins einer Anleihe bezieht sich immer auf den Nominalwert, also den Preis, zu dem die Anleihe ursprünglich auf den Markt gebracht worden ist (deshalb heißt dieser Zins auch Nominalzins).
Sinkt der Kurs, steigt die Rendite
Wird eine Anleihe an der Börse gehandelt, kann sich wie bei Aktien der Kurswert ändern. Er liegt dann nicht mehr wie zum Börsenstart bei 100 Prozent des Nominalwertes, sondern darüber oder darunter. Und wer zu diesem veränderten Kurswert die Anleihe kauft, erhält auch eine andere Rendite, denn der Zins bleibt anders als der Börsenwert immer gleich. Generell gilt: Sinkt der Kurs, steigt die Rendite – und umgekehrt. In den letzten Monaten sind die Kurse vieler Staatsanleihen unter anderem wegen des Iran-Kriegs gesunken.
Ein Beispiel: Eine Anleihe hat einen Nominalzins von 6 Prozent. Kaufen Sie die Anleihe bei einem Kurswert von 90 Prozent, wirft die Anleihe für Sie fast 6,7 Prozent Rendite pro Jahr ab (6 geteilt durch 0,9). Und wenn Sie die Anleihe bis zum Laufzeitende halten, bekommen Sie ihren vollen Nominalwert (100 Prozent) ausgezahlt – macht dann noch mal ein Plus von etwa 11 Prozent (der Anstieg von 90 auf 100 Prozent).
Niedrige Anleihekurse eröffnen also Renditechancen. Dem stehen zwar höhere Risiken gegenüber – bei Unternehmensanleihen bedeuten deutlich gesunkene Kurse oft, dass die jeweilige Firma in Schwierigkeiten steckt und Investoren die Anleihen nur noch haben wollen, wenn sie eine hohe Rendite als Ausgleich für das Pleiterisiko bekommen. Bei stabilen Industrienationen wie Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit eines Staatsbankrotts hingegen sehr gering, niedrige Kurse von Staatsanleihen sind also erst einmal kein Problem.
Ist die oben genannte Bundesanleihe mit ihrer Jahresrendite von 3,48 Prozent also eine attraktive Alternative zu Festgeld? Und wie sieht es bei Bundeswertpapieren mit anderen Laufzeiten aus? Das erfahren Sie im folgenden Premium-Bereich.
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