6,4 Prozent Jahresrendite bietet derzeit eine Anleihe des US-Güterzugbetreibers CSX. / Foto: CSX

  Anleihen / AIF

Bis 6,4 % Rendite für große nachhaltige Anleihen – eine gute Alternative zu Festgeld und Aktien?

Hohe Renditen, einigermaßen kurze Laufzeiten, überschaubares Risiko – nur ein Traum? Nein, es gibt sie, diese Produkte. ECOreporter hat 15 Anleihen großer nachhaltiger Konzerne herausgesucht, bei denen Sie schon ab 1.000 Euro einsteigen können. Viele der Papiere sind aktuell so attraktiv wie noch nie.

Eines vorweg: In diesem Artikel geht es nicht um Anleihen kerngrüner Unternehmen. Sondern um Papiere großer Konzerne. Die hier herausgesuchten sind in Nachhaltigkeitsanalysen als überdurchschnittlich gut bewertet worden. Beispielsweise die Deutsche Bahn (chronische Unpünktlichkeit führt offenbar nicht zu Punktabzügen).

Die Kurse vieler Anleihen, kleiner wie großer, haben sich in den letzten Jahren wechselhaft entwickelt. Wenn Notenbanken ihre Leitzinsen anheben, verlieren ältere, niedrig verzinste Anleihen spürbar an Wert. Denn sie schütten feste Zinsen aus und werden unattraktiver, wenn das allgemeine Zinsniveau steigt. Die wichtigsten globalen Anleiheindizes gaben 2022 so stark nach wie seit Jahrzehnten nicht mehr – zwischenzeitlich bis zu 20 Prozent. Für den normalerweise wenig schwankungsanfälligen Anleihemarkt ist das sehr viel.

Und auch 2026 sinken die Kurse wieder – wegen steigender Leitzinsen, aber auch aufgrund der stark gestiegenen Staatsverschuldung in vielen Industrieländern. Die sorgt dafür, dass Regierungen höhere Zinsen für neue Staatsanleihen anbieten müssen, um ein für Investoren angemessenes Rendite/Risiko-Verhältnis zu erreichen. Ältere Staatsanleihen werden dadurch für Anleger uninteressanter. Die Folge: Ihre Kurse sinken, ihre Renditen steigen (wie genau Zins und Rendite bei Anleihen zusammenhängen, erklärt ECOreporter hier und weiter unten im Premium-Bereich dieses Artikels).

US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren haben derzeit (Stand 6.10.2026) eine Rendite von 5,3 Prozent, so viel wie seit 2002 nicht mehr. Und weil US-Staatspapiere nach wie vor der Goldstandard im weltweiten Anleihemarkt sind, steigen auch die Renditen von Unternehmensanleihen und Anleihen anderer Staaten. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen etwa bieten derzeit eine Rendite von 3,45 Prozent. 

Eine Übersicht zu nachhaltigen deutschen Bundeswertpapieren finden Sie hier.


Mit einer Anleihe des Entsorgungskonzerns Veolia lässt sich derzeit eine Jahresrendite von knapp 4,3 Prozent erzielen. / Foto: Veolia

Sinkende Kurse bieten also Chancen, denn wer Anleihen zu niedrigen Kursen kauft (unterhalb ihres Nominalwertes von 100 Prozent), erzielt höhere Renditen, weil sich der Zins immer auf den Nominalwert bezieht. Beachten Sie aber bitte: Wenn Sie zwischendurch Geld benötigen und ein Anleihe verkaufen müssen, könnte ihr Kurs niedriger liegen als zum Zeitpunkt des Kaufs. Sie machen dann Verluste, denn Sie bekommen den kompletten Nominalwert von 100 Prozent (also möglicherweise mehr, als Sie für die Anleihe ausgegeben haben) nur ausbezahlt, wenn Sie die Anleihe bis zum Ende ihrer Laufzeit halten. Das können wenige Jahre sein, aber auch mehrere Jahrzehnte (siehe Tabelle im Premium-Bereich).

Das Angebot ist schmal

Nach den Kursverlusten sind aktuell viele Anleihen zu moderaten Preisen zu haben. Sehr grüne Papiere kommen oft von kleineren Unternehmen und sind entsprechend riskant. Wer eher vorsichtig investieren möchte, wird mit solchen Anleihen möglicherweise nicht ruhig schlafen können (ECOreporter stellt hier 63 kleine grüne Produkte vor). Die Alternative: Anleihen milliardenschwerer Konzerne. Bei ihnen sind die Renditen geringer, aber auch die Ausfallrisiken.

Das Problem: Es gibt kaum Angebote für private Anlegerinnen und Anleger, die überschaubare Summen investieren wollen. Viele Anleihen können ausschließlich von professionellen Investoren gehandelt werden, weil es zu ihnen keine Basisinformationsblätter (BIB) gibt und Anleihen ohne BIB nicht an Privatanleger verkauft werden dürfen. Zudem ist ein Einstieg bei großen Anleihen oft erst ab etwa 100.000 Euro möglich. Wer dann noch sein Risiko halbwegs streuen will, braucht ein frei verfügbares Kapital von mehreren Millionen Euro. Für die meisten Menschen also keine Option.

Doch es gibt tatsächlich einige Anleihen überdurchschnittlich nachhaltiger Großunternehmen, die ab ungefähr 1.000 Euro zu haben sind und keinen Handelsbeschränkungen unterliegen. An der Börse können sie ähnlich problemlos ge- und verkauft werden wie Aktien. ECOreporter hat 15 herausgesucht, die derzeit an der Börse Stuttgart (die in Deutschland als führend bei Unternehmensanleihen gilt) angeboten werden und noch mindestens bis 2027 laufen:

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