B4H hat sich am Wärmepumpen-Markt nicht durchsetzen können. / Foto: Unternehmen

  Anleihen / AIF, Wachhund

Vissolar-Anleihe: B4H Brennstoffzelle4Home GmbH ist insolvent

Die B4H Brennstoffzelle4Home GmbH vertreibt Wärmepumpen-, Solar- und Brennstoffzellensysteme. Im letzten Jahr hat das Unternehmen aus dem brandenburgischen Guben den Vissolar Bond 2023/2028 auf den Markt gebracht. Jetzt ist B4H insolvent.

Am 8. April hat das Amtsgericht Cottbus das Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der B4H Brennstoffzelle4Home GmbH angeordnet (Aktenzeichen 63 IN 130/24). Seinen Geschäftsbetrieb wird B4H eigenen Angaben zufolge bis auf Weiteres fortsetzen.

Das Unternehmen nennt als Hauptgrund für seine Liquiditätsprobleme die „weitreichende Umstellung der Förderpraxis für Wärmepumpen“. Die „seit Ende 2023 angekündigten, aber zum Teil erst vor kurzem konkretisierten neuen Förderungsbedingungen“ hätten „eine erhebliche Verunsicherung im Markt bewirkt, die Hauseigentümer aktuell von dem Kauf einer Wärmepumpe abhält“.

ECOreporter hat vor hohen Risiken gewarnt

B4H verfügt eigenen Angaben zufolge weiterhin über einen Auftragsbestand von mehreren Millionen Euro. Ein kurzfristiger Personalabbau und andere Kostensenkungsmaßnahmen hätten die Situation des Unternehmens aber ebenso wenig verbessert wie „die bis zuletzt geführten Verhandlungen über die Sicherstellung der Unternehmensfinanzierung unter den aktuellen Marktbedingungen“.

B4H hatte im ersten Halbjahr 2023 noch einen Nettogewinn erzielt (ECOreporter berichtete hier). Im letzten Sommer legte das Unternehmen zudem seinen Vissolar Bond 2023/2028 mit einem Volumen von bis zu 10 Millionen Euro auf. Die Anleihe notierte gestern Abend vor Veröffentlichung der Insolvenzmeldung an der Börse gettex bei 89,75 Prozent ihres Nennwertes (8.4.2024, 20:12 Uhr). (Am 10. April brach der Kurs an den Börsen in Berlin und München auf 3 Prozent ein; Stand 12:36 Uhr - d. Red.)

ECOreporter hatte die Anleihe hier ausführlich geprüft. Das Fazit der Analyse: Es „besteht das Risiko, das sich die Rahmenbedingungen und die Wettbewerbssituation auf dem Wärmepumpen-Markt so ändern, dass das Vertriebsmodell der Emittentin nicht mehr funktioniert. (…) Es besteht nach Einschätzung von ECOreporter ein hohes Risiko, dass die Anlegerinnen und Anleger ihr bei der Emittentin eingesetztes Kapital teilweise oder vollständig verlieren. Das Anleiheangebot überzeugt ECOreporter nicht.“

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