Die hinter Novo Nordisk stehende Novo Nordisk Foundation möchte die Welt besser auf neue Pandemien vorbereiten. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Novo Nordisk Foundation will Plattform zur Abwehr von Pandemien finanzieren

Die dänische Novo Nordisk Foundation plant, sich an einer internationalen Datenplattform zur weltweiten Pandemievorsorge zu beteiligen. Die Stiftung will vor allem den gerechten Zugang zu fortschrittlichen Technologien verbessern und für eine weltweit einheitlichere Gefahrenanalyse sorgen.

Die IT-Infrastruktur mit dem Namen Global Pathogen Analysis Plattform (GPAP) soll der Novo Nordisk Foundation zufolge Wissenschaftlern und Gesundheitsbehörden weltweit freien Zugang zu modernsten digitalen Werkzeugen zur Erkennung, Verfolgung und Analyse von Infektionskrankheiten bieten. Daten sollen dabei etwa mit Hilfe fortschrittlicher Bioinformatik und Künstlicher Intelligenz (KI) ausgewertet werden.

Pandemievorsorge noch zu fragmentiert

Die Stiftung plant, bis zu 200 Millionen Dänische Kronen (27 Millionen Euro) in das Projekt zu stecken. Die GPAP soll helfen, kritische Lücken in der globalen Überwachung von Infektionskrankheiten zu schließen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Beobachtung immer noch zu fragmentiert, Länder tauschen nicht genug Daten aus.

Eingerichtet werden soll die Plattform an der Technischen Universität Dänemark (DTU), mit Partnerknotenpunkten an der Universität Kopenhagen, dem Imperial College London und dem Statens Serum Institut, dem zentralen Labor und Zentrum des dänischen Gesundheitsdienstes für die Prävention und Behandlung von Infektionskrankheiten, angeborenen Krankheiten und biologischen Bedrohungen. Außerdem ist geplant, eine Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen in Europa, Afrika und Asien zu etablieren.

Die Novo Nordisk Foundation gilt mit einem geschätzten Vermögen von umgerechnet mehr als 70 Milliarden US-Dollar als größte gemeinnützige Stiftung der Welt. Sie ist Eigentümerin der Novo Holdings, einer Holdinggesellschaft, die die Mehrheit am Pharmakonzern und ECOreporter-Aktien-Favoriten Novo Nordisk hält.

Wie ECOreporter die Novo Nordisk-Aktie aktuell einschätzt, erfahren Sie im folgenden Premium-Bereich.

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Die Novo Nordisk-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,6 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 49,84 Euro (Stand: 13.10.2025, 11:00 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 4,7 Prozent zugelegt, auf Jahressicht büßte der Kurs 54,6 Prozent an Wert ein.

Das Geschäft mit den Gewichtssenkern Wegovy und Ozempic hat Novo Nordisk in den letzten Jahren Rekordgewinne verschafft. An der Börse war der Konzern zwischenzeitlich zum wertvollsten Unternehmen Europas aufgestiegen. Die zunehmende Konkurrenz und weitere Unsicherheiten haben den Kurs in den letzten Monaten aber unter Druck gesetzt – auch wenn er sich zuletzt etwas erholte.

Neben dem wichtigsten Wettbewerber Eli Lilly sind für den Konzern vor allem sogenannte Compound-Medikamente in den USA ein Problem. Diese Nachahmer-Präparate auf Basis des Wirkstoffs Semaglutid werden von Apotheken selbst zusammengemischt und zu günstigeren Preisen angeboten. In der vergangenen Woche hatte Novo Nordisk eine milliardenschwere Übernahme angekündigt, um seine Marktposition zu stärken.

Unsicherheiten im US-Geschäft

Die US-Regierung will zudem die Preise für Medikamente in den Vereinigten Staaten senken – und gerade bei Wegovy stehen die hohen Preise schon länger in der Kritik. Hinzu kommen mögliche juristische Schwierigkeiten. In den USA wird angeblich aktuell eine Sammelklage gegen Novo Nordisk vorbereitet. Wegen angeblicher Nebenwirkungen von Semaglutid sollen insgesamt mehr als 1.800 Verfahren gegen Novo Nordisk anhängig sein, Medienberichte sprechen von einer möglichen Gesamthaftung von mehr als 2 Milliarden Dollar. Noch ist unklar, wie konkret diese juristischen Schwierigkeiten werden können.

Obwohl die Geschäfte weiter sehr gut laufen, hat die Korrektur an der Börse dazu geführt, dass Novo Nordisk seinen Chef ausgetauscht hat. Der neue CEO Mike Doustdar hat einen harten Sparkurs und die Streichung von 9.000 Stellen angekündigt. Die Pläne zur Erhöhung der Profitabilität und positive Studiendaten zu einer Tabletten-Version von Wegovy haben den Kurs zuletzt wieder positiv beeinflusst.

Auf fünf Jahre betrachtet notiert die Novo Nordisk-Aktie noch immer 60 Prozent im Plus, mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16 für 2025 ist die lange überteuerte Aktie mittlerweile vertretbar bewertet. Anlegerinnen und Anleger, die einsteigen möchten, sollten aber Geduld und eine erhöhte Toleranz für Kursschwankungen mitbringen. Die erwartete Dividendenrendite für 2025 liegt bei guten 3,1 Prozent.

Novo Nordisk ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Nachhaltige Dividendenkönige. Zu unserem Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Novo Nordisk A/S:  ISIN DK0062498333 / WKN A3EU6F

(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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