Novo Nordisk baut offenbar Arbeitsplätze in den USA ab. / Foto: Novo Nordisk

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Bericht: Novo Nordisk streicht Stellen in wichtigem US-Werk

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk streicht offenbar Stellen in der Produktion in seinem größten US-Werk. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf eigene Recherchen. Die Anlage spielt eine wichtige Rolle bei der Herstellung der Gewichtssenker des ECOreporter-Aktien-Favoriten.

Laut Reuters betreffen die bislang nicht offiziell gemeldeten Kürzungen Mitarbeitende in der Produktion in Novo Nordisks größtem US-Werk in Clayton, North Carolina, und anderen Einrichtungen in dem Bundesstaat. Sie erstrecken sich demnach von der Qualitätskontrolle bis hin zu Technikern in der Produktion.

Wichtige Fabrik für Herstellung von Wegovy und Ozempic

Die Nachrichtenagentur stützt ihren Bericht auf Auswertungen von Profilen auf der Plattform LinkedIn. Novo Nordisk lehnte laut Reuters auf Anfrage eine Stellungnahme ab.

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Das Werk in Clayton stellt Semaglutid her, den entscheidenden Wirkstoff in den beiden großen Erfolgsmedikamenten des Konzerns: dem Gewichtssenker Wegovy und dem Diabetespräparat Ozempic. Außerdem werden in der Fabrik Fertigungsschritte wie das Abfüllen, die Endbearbeitung und die Verpackung der Wegovy- und Ozempic-Spritzen durchgeführt. Das Werk soll auch eine wichtige Rolle bei der Herstellung der neuen Tablettenversion von Wegovy spielen, sobald diese verfügbar ist.

Novo Nordisks neuer CEO Mike Doustdar hatte im September einen harten Sparkurs und die Streichung von 9.000 Stellen angekündigt – etwa 5.000 davon sollen in Dänemark wegfallen, der Rest weltweit. In welchen Bereichen genau die Kürzungen erfolgen, war bislang noch nicht präzisiert worden.

Trotz des Sparkurses will Novo Nordisk das Werk in Clayton für 4,1 Milliarden Dollar erweitern. In der Anlage waren 2024 rund 2.500 Mitarbeitende beschäftigt, durch den Ausbau sollen voraussichtlich 1.000 weitere Stellen hinzukommen.

Insbesondere die Studiendaten zur Neuauflage von Wegovy in Pillenform haben die unter Druck stehende Novo Nordisk-Aktie in den letzten Wochen beflügelt. Im Monatsvergleich ist das Papier 11,4 Prozent im Plus. Auf Jahressicht büßte der Kurs 5,8 Prozent ein. Aktuell ist die Aktie im Tradegate-Handel 0,5 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 50,77 Euro (Stand: 7.10.2025, 10:47 Uhr).

Novo Nordisk war im vergangenen Jahr aufgrund des Erfolgs seiner gewichtssenkenden Präparate zwischenzeitlich zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Europas aufgestiegen. Seit Mitte 2024 ist der Kurs allerdings stark gefallen.

Steigender Konkurrenzdruck und mögliche juristische Probleme

Enttäuschungen bei Studien zu einem möglichen Wegovy-Nachfolger und der zunehmende Konkurrenzdruck setzen dem Novo Nordisk-Kurs zu. Der Konzern konkurriert nicht nur mit seinem wichtigsten Wettbewerber Eli Lilly, sondern insbesondere auch mit sogenannten Compound-Medikamenten in den USA. Diese Nachahmer-Präparate werden von Apotheken selbst zusammengemischt und zu günstigeren Preisen angeboten.

Aktuell ein weiteres Risiko für Novo Nordisk: Die US-Regierung will die Preise für Medikamente in den Vereinigten Staaten senken – und gerade bei Wegovy stehen die hohen Preise schon länger in der Kritik. Hinzu kommen mögliche juristische Schwierigkeiten. In den USA wird angeblich aktuell eine Sammelklage gegen Novo Nordisk vorbereitet. Wegen angeblicher Nebenwirkungen von Semaglutid sollen insgesamt mehr als 1.800 Verfahren gegen Novo Nordisk anhängig sein, Medienberichte sprechen von einer möglichen Gesamthaftung von mehr als 2 Milliarden Dollar.

Die Gründe für die Klagen sollen Nebenwirkungen von Ozempic wie Magenlähmung, Darmverschluss und anhaltendes Erbrechen, aber auch Sehverlust oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen sein. Die Kläger sind laut den Berichten in der Mehrzahl sogenannte Off-Label-Nutzer – Menschen, die das Medikament privat gekauft und zum Abnehmen genommen haben, ohne aber unter krankhaftem Übergewicht zu leiden. Es gibt auch Berichte über Nutzer, die wegen Enttäuschung über eine zu geringe Gewichtsreduktion klagen wollen.

Noch ist unklar, wie konkret diese juristischen Schwierigkeiten werden können. Auf fünf Jahre betrachtet ist der Kurs der Novo Nordisk-Aktie noch immer 72 Prozent im Plus, mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16 für 2025 ist die lange überteuerte Aktie mittlerweile vertretbar bewertet. Anlegerinnen und Anleger, die einsteigen möchten, sollten aber Geduld und eine erhöhte Toleranz für Kursschwankungen mitbringen. Die erwartete Dividendenrendite für 2025 liegt bei guten 3,1 Prozent.

Novo Nordisk ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Nachhaltige Dividendenkönige. Zu unserem Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Novo Nordisk A/S:  ISIN DK0062498333 / WKN A3EU6F

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