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Qualcomm gewinnt weiteren Prozess gegen ARM
Im Streit um die Verwendung von Chiptechnologie hat der US-Halbleiterentwickler Qualcomm einen weiteren Prozess gegen den britischen Mikrochip-Architekten ARM gewonnen. Damit haben sich die Amerikaner nun vollständig durchgesetzt.
Hintergrund des Rechtsstreits ist die Technologie, die Qualcomm für die Prozessoren (CPUs) bei seiner Offensive auf dem PC- und Laptop-Markt verwendet. Das US-Unternehmen hatte die CPU-Designs erworben, indem es 2021 das ebenfalls aus den Vereinigten Staaten stammende Start-up Nuvia gekauft hatte.
Qualcomm klagt selbst gegen ARM
Nuvia besaß eine ARM-Lizenz, die vorsah, dass Nuvia die Lizenz und ARM-Technologie nur mit ARMs Zustimmung verkaufen durfte. Die Briten erklärten daher, dass Qualcomm Nuvia unrechtmäßig übernommen habe, und verlangten außerdem Lizenzgebühren für die Nutzung der CPUs. Qualcomm argumentierte, die Nuvia-Lizenz sei wegen Qualcomms eigener ARM-Lizenz verfallen, und die Nuvia-Technologie sei im Kern kein geistiges Eigentum von ARM. Der Streit landete schließlich vor Gericht.
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Bereits Ende 2024 hatte Qualcomm in einem Prozess einen vorzeitigen Sieg errungen, auf einige Punkte konnten sich die Geschworenen damals allerdings nicht einigen. Nun hat ein US-Bezirksgericht im Bundesstaat Delaware auch die letzten offenen Fragen zugunsten von Qualcomm entschieden. Demnach hatte die ARM-Technologie nur einen geringen Einfluss auf Nuvias CPU-Designs. Daher durfte das Start-up die Technologie an Qualcomm weitergeben.
ARM hatte von Nuvia hohe Lizenzabgaben pro verkaufter CPU erhalten. Im Gegenzug war ARM nach eigenen Angaben stärker als üblich in die Entwicklung involviert. Mit Qualcomms Übernahme wurde die Kostenregelung jedoch hinfällig – seitdem gelten Qualcomms Lizenzkonditionen. ARM teilte gegenüber US-Medien bereits mit, gegen das Urteil Berufung einlegen zu wollen.
Qualcomm wiederum hat mittlerweile eine Gegenklage eingereicht, in der man den Briten unter anderem Vertragsbruch und unzulässige Beeinträchtigung von Kundenbeziehungen vorwirft. ARMs Verhalten ziele darauf ab, zum eigenen Vorteil Innovationen zu behindern. Außerdem hat Qualcomm bei mehreren Marktaufsichtsbehörden Kartellklage gegen ARM eingereicht.
Die Qualcomm-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,3 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 142,38 Euro (Stand: 2.10.2025, 10:03 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 5,9 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 6,5 Prozent an Wert eingebüßt.
Qualcomm war jahrelang auf Smartphone-Chips spezialisiert, will diese Abhängigkeit aber überwinden. Neue Geschäftsbereiche sollen dem Konzern zusätzliche Milliardenumsätze einbringen, damit will Qualcomm auch den Verlust von Apple als Kunde auffangen. Der iPhone-Konzern entwickelt mittlerweile eigene Chips und wird daher absehbar keine Halbleiter mehr bei Qualcomm bestellen.
Aktienkurs mehr als verdoppelt
Ob dieser Ausfall wirklich kompensiert werden kann, bleibt abzuwarten. In den letzten fünf Jahren hat sich der Qualcomm-Börsenkurs mehr als verdoppelt, das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das Geschäftsjahr 2024/25 liegt bei eher niedrigen 12. Wer jetzt einsteigen will, muss allerdings darauf vertrauen, dass der Ausbau des Geschäfts wie erhofft verläuft – ein Risiko.
Die ARM-Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell fast unverändert zum Vortag bei 128,00 Euro (2.10.2025, 10:09 Uhr). Im Monatsvergleich legte der Kurs um 12,9 Prozent zu, auf Jahressicht stieg er um 3,2 Prozent.
Die erneute juristische Niederlage von ARM sorgte für keine großen Ausschläge, Analysten hatten das Thema offenbar schon Ende letzten Jahres abgehakt. Allerdings befinden sich auch kaum ARM-Aktien im Streubesitz, 90 Prozent der Anteile hält der japanische Investment-Konzern Softbank. ECOreporter rät vom Kauf ab.
Qualcomm Inc.: ISIN US7475251036 / WKN 883121
ARM Holdings: ISIN US7475251036 / WKN 883121
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01.10.26
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