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Recycler Carbios schließt Lieferdeal, Aktie legt zweistellig zu
Der französische Plastik-Recycler Carbios hat einen mehrjährigen Vertrag mit dem thailändischen Chemiekonzern Indorama Ventures geschlossen, dem weltweit führenden Hersteller von Polyesterprodukten. Die Bedeutung des Deals geht womöglich über den konkreten Auftrag hinaus.
Carbios wird im Rahmen der Vereinbarung sogenannte Monomere liefern, Moleküle, die als Bausteine benutzt werden können. Diese sollen verwendet werden, um große Fasern, Filamente, herzustellen, die der französische Reifenkonzern Michelin in seiner Produktion nutzt. Zu Umfang und finanziellen Details des Auftrags machte Carbios keine Angaben.
Auftrag mit möglicher Signalwirkung
Carbios hat ein Verfahren namens PET-Biorecycling entwickelt. Dabei sollen Enzyme Plastikmüll mittels eines chemischen Verfahrens effektiver zersetzen, als es mit aktuellen Recyclingmethoden möglich ist.
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"Diese kommerzielle Vereinbarung mit Indorama Ventures markiert einen wichtigen Meilenstein in der Umsetzung unserer Strategie zur Industrialisierung unserer Technologie. Sie bestätigt das Vertrauen von Indorama Ventures und Michelin in unsere PET-Biorecycling-Technologie", so Carbios-Chef Vincent Kamel.
Der Vertrag zeige, "dass wir innovative Lösungen für anspruchsvollste Branchen liefern können, insbesondere industrielle Filamente für die Reifenherstellung sowie, etwas breiter gefasst, für Textilien."
Hergestellt werden sollen die Monomere im geplanten Werk des Unternehmens in Longlaville. Allerdings ist die vollständige Finanzierung der Anlage immer noch nicht gesichert, der Bau ist derzeit gestoppt.
Einer der Gründe dafür: Indorama Ventures ist einer der wichtigsten Investoren des Projekts, die Verhandlungen mit den Thailändern sind aber ins Stocken geraten. Der jetzt abgeschlossene Vertrag könnte also Signalwirkung über das Monomere-Geschäft hinaus haben, dass Indorama weiter Vertrauen in das Geschäftsmodell der Franzosen hat.
Aktie ist ein spekulatives Investment
Am gestrigen Montag gewann die Carbios-Aktie nach Verkündung des Auftrags 15 Prozent. Aktuell kommt es allerdings zu Gewinnmitnahmen, im Tradegate-Handel ist die Aktie 10,3 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 7,36 Euro (Stand: 22.7.2025, 12:01 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 2,0 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 64,4 Prozent an Wert eingebüßt.
Carbios bleibt ein hochspekulatives Investment. Anlegerinnen und Anleger, die bei den Franzosen einsteigen möchten, sollten auf das eingesetzte Kapital verzichten können. Das Unternehmen hat seine eigentliche Geschäftstätigkeit noch gar nicht aufgenommen. Wie hoch die Nachfrage vor allem nach dem Recyclingplastik von Carbios ist, lässt sich derzeit nicht einschätzen.
Aus nachhaltiger Sicht ist außerdem zu bedenken: Neue und innovative Recyclingmöglichkeiten für Plastik sind begrüßenswert. Eine wirklich effektive Bekämpfung des Plastikmüllproblems lässt sich aber nur durch stärkere Regulierung und durch eine konsequente Vermeidung erreichen – eine Lösung, die sich zudem deutlich schneller umsetzen ließe als der Bau von Biorecycling-Fabriken.
Carbios S.A.: ISIN FR0011648716 / WKN A1XA4J
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13.02.26
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