Die Siemens Energy AG, an der der Siemens-Konzern weiterhin Anteile hält, steckt in großen Schwierigkeiten. Dennoch möchte Siemens viele Milliarden für den Rückkauf eigener Aktien ausgeben. / Foto: Siemens Energy

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

SAP, Siemens, DHL – Wie nachhaltig sind Aktienrückkäufe?

Mehrere DAX-Konzerne, darunter auch drei ECOreporter-Aktien-Favoriten, wollen für Rekordsummen eigene Aktien zurückkaufen. Aus nachhaltiger Sicht (und auch aus finanzieller) eine gute Idee?

Nach Berechnungen des „Handelsblatts“ betreiben oder planen die 40 Konzerne aus dem wichtigsten deutschen Aktienindex DAX derzeit Aktienrückkaufprogramme mit einem Volumen von insgesamt 27 Milliarden Euro. Die teuersten Programme finden sich beim Münchner Technologiekonzern Siemens (6 Milliarden Euro) und dem Walldorfer IT-Riesen SAP (5 Milliarden Euro). Hinter Mercedes-Benz (4 Milliarden Euro) folgt auf Rang vier mit dem Bonner Logistiker DHL Group (3 Milliarden Euro) ein weiterer ECOreporter-Aktien-Favorit aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige.

Nach Aktienrückkäufen im großen Stil werden die meisten Papiere für gewöhnlich vernichtet. Das hat für die Unternehmen den angenehmen Effekt, dass sich ihre Gewinne künftig auf weniger Aktien verteilen, die Aktien dadurch attraktiver werden und der Börsenkurs folglich steigt. Fachleute bezeichnen Aktienrückkäufe daher auch als „Kurspflege“. Laut Angaben der Commerzbank waren SAP, Siemens und die Allianz, die zuletzt besonders viele Aktien zurückgekauft haben, im letzten Jahr für fast die Hälfte der Kursgewinne des DAX verantwortlich.

Die Milliarden ließen sich auch anders investieren

Allerdings stellt sich die Frage, ob die Milliarden, die in die Vernichtung von Aktienkapital fließen, nicht anderswo besser aufgehoben wären. SAP etwa will weiterhin viel Geld in den Ausbau seines Cloud-Geschäfts stecken – gleichzeitig befürchtet die Belegschaft, dass Stellen abgebaut werden. Siemens hat nach wie vor große Probleme, seine angeschlagene Tochter Siemens Energy flott zu bekommen, und die DHL Group versucht regelmäßig, Gebühren zu erhöhen, um vor allem im Deutsche Post-Geschäft die Margen zu verbessern.

Bei allen drei Konzernen könnten die Milliarden aus den Aktienrückkäufen dazu beitragen, teils schwerwiegende Probleme zu lösen und die Firmen robuster für die Zukunft aufzustellen, ohne dafür in Zeiten gestiegener Kreditkosten zusätzliches Fremdkapital aufnehmen zu müssen. Langfristig könnte sich dies auch für Anlegerinnen und Anleger auszahlen.

ECOreporter sieht Aktienrückkäufe in großem Umfang kritisch und nicht als Ausweis unternehmerischen Erfolgs. Bei den oben genannten Konzernen dürften sie sich nur dann nicht negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken, wenn die Unternehmen auch weiterhin hohe freie Cashflows generieren.

Einschätzungen zu den Aktien von SAP, Siemens und der DHL Group finden Sie in unserem großen Dossier Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien kann sich der Einstieg jetzt lohnen.

SAP SE: ISIN DE0007164600 / WKN 716460

Siemens AG: ISIN DE0007236101 / WKN 723610

Deutsche Post AG: ISIN DE0005552004 / WKN 555200

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