Die Schweiz ist laut Deloitte stark vom Klimawandel betroffen. / Foto: Pixabay

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Schweizer Unternehmen: Klimaschutz weniger wichtig als bei EU-Firmen

In Sachen Klimaschutz schneiden Unternehmen aus der Schweiz schlechter ab als der europäische Durchschnitt, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Deloitte. Nur wenige Unternehmen aus der Schweiz hätten sich konkrete Klimaschutzziele gesetzt.

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Das Beratungsunternehmen Deloitte hat 103 mittelgroße und große Unternehmen mit Sitz in der Schweiz nach ihren Klimaschutzzielen befragt. 34 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, eigene Zielwerte für die Reduktion ihrer CO2-Emissionen festgelegt zu haben. Allerdings räumten 57 Prozent der Unternehmen gegenüber Deloitte ein, keine Ziele für die Reduktion ihres CO2-Ausstoßes zu haben. Rund 10 Prozent machten zum Thema Klimaschutz gar keine Angaben.

Insgesamt schneidet die Schweiz nach der Deloitte-Umfrage etwas schlechter ab als der europäische Durchschnitt. Laut den Studienautoren haben sich 51 Prozent der EU-Unternehmen noch keine Klimaziele gesetzt.

"Es ist ein positives Zeichen, dass bereits über ein Drittel der Unternehmen in der Schweiz sich konkrete Ziele für die Reduktion ihres CO2-Fußabdrucks gesetzt hat. Dies setzt nämlich voraus, dass der CO2-Ausstoß des Unternehmens erfasst und verfolgt wird. Diese Aufgabe ist nicht zu unterschätzen und benötigt Fachwissen und Ressourcen", sagt Studienmitautor Alessandro Miolo, Leiter Audit & Assurance bei Deloitte Schweiz.

Deloitte hat die Unternehmen auch nach ihren Maßnahmen zur Reduktion ihrer CO2-Emissionen befragt. Fast alle befragten Unternehmen (94 Prozent) gaben an, bereits Maßnahmen gegen den Klimawandel ergriffen zu haben. 72 Prozent sagten Deloitte, dass sie ihre Energienutzung verbessert hätten. Rund die Hälfte (52 Prozent) nutzt nach eigenen Angaben energieeffiziente oder klimaschonende Technologien.

Erst ein Viertel der Unternehmen (26 Prozent) hat laut der Studie die Risiken des Klimawandels für das eigene Geschäftsmodell untersucht. Dabei sei die Schweiz laut den Klimaszenarien des Schweizer Bundes überdurchschnittlich stark vom Klimawandel betroffen, warnen die Deloitte-Studienautoren. Es werde "trockener, heißer sowie schneeärmer, und die Niederschläge werden heftiger", heißt es in der Studie.

Studienmitautor Miolo spricht folgende Empfehlung aus: "Die Unternehmen aus der Schweiz sollten auf jeden Fall größere Transparenz über die Risiken und auch die Chancen des Klimawandels für sich selbst herstellen, mehr klimarelevante Informationen erfassen und diese in ihren Jahresabschlüssen ausweisen."

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