Die Bahntechnik-Sparte von Siemens rüstet unter anderem den ICE aus. Nach der Fusion mit der französischen Alstom sollen offenbar die besten Komponenten zusammengeführt werden. / Foto: Pixabay

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Siemens und Alstom - es bleibt genug zu tun

Die Fusion der Bahnsparten von Siemens und Alstom ist besiegelt. Allerdings gibt es noch einige Baustellen. 

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Während die chinesische Konkurrenz mit ihren fusionierten Kraftpaketen unter dem Namen CRRC den Weltmarkt aufmischt, gibt es bei Siemens und Alstom noch Sorgen. Bis aus den deutschen und französischen Einheiten ein starkes Unternehmen wachsen kann, bedarf es nach Einschätzung von Experten einiger Mühen.

Immerhin: Siemens hat mit der Besetzung des Verwaltungsratschefs - Roland Bosch - Flagge gezeigt. Bosch hatte die kränkelnde Siemens-Bahnsparte wieder profitabel gemacht und ist im Konzern als Technikchef fest verankert. Doch fürchten vor allem die Arbeitnehmer, Opfer der bereits angekündigten Sparmaßnahmen respektive Synergien in Höhe von 470 Millionen Euro zu werden.

Chinesische Konkurrenz bald ohne Vorteil?

Im "Handelsblatt" erklärte Bosch in einem Interview, dass es keine Pläne für einen Stellenabbau gebe. Vielmehr sei der Mobilitätsmarkt ein Wachstumsmarkt. Auf der Ingenieursebene fehle es vor allem an Personal. Hier müsse ausgebaut werden, um noch mehr Aufträge zu gewinnen.

Bosch sagte ferner, dass die chinesische CRRC ein ernsthafter Konkurrent sei. Dessen Hauptvorteil, die niedrigen Produktionskosten im Heimatmarkt, könnte aber zunehmend nicht ausgespielt werden. Denn von den Anbietern würde erwartet, in den jeweiligen Auftragsländern zu produzieren. Ein Beispiel seien die USA.

Lernen von anderen Groß-Fusionen

Die derzeit am Markt noch als Wettbewerber auftretenden Fusionskandidaten Siemens und Alstom müssen jedenfalls aus früheren Zusammenschlüssen wie SiemensGamesa oder supranationalen Unternehmen wie Airbus lernen.

Ferner ist nicht abzusehen, wohin der "interne" Konkurrenzkampf der besseren Zugplattformen - wie TGV oder ICE - driftet. Bosch sieht darin jedoch keinen "Kampf". Sondern er setzt auf eine Weiterentwicklung, in der dann die besten der beiden Komponenten auftauchen.

Über die Fusion entscheidet noch die zuständige Behörde. Bis dahin haben die Konzerne Zeit, ihre Mitarbeiter auf den Zusammenschluss vorzubereiten.

Kurs der Siemens-Aktie derzeit im Abwärtstrend

Charttechnisch ist die Siemens-Aktie derzeit sowohl kurzfristig als auch langfristig in einem Abwärtstrend. Im frühen Handel notierte die Aktie bei 101,46 Euro (26.3.) und damit nahezu unverändert zum Freitagsschluss.

Siemens bleibt vorerst eine ECOreporter-Favoriten-Aktie.

Siemens AG: ISIN  DE0007236101  / WKN 723610

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