sigo betreibt Lastenfahrräder, die sich per App ausleihen lassen. Um weiter wachsen zu können, sammelt das Unternehmen Geld über die Crowd ein. / Foto: sigo

  Anleihen / AIF, Crowd-Investment

sigo E-Lastenrad-Sharing – Crowdinvesting mit 6,5 % Zins plus Erfolgsbeteiligung

sigo möchte Menschen eine nachhaltige Transportlösung für die Stadt ermöglichen. Das Start-up aus Darmstadt bietet das Sharing von E-Lastenrädern an, die sich per App ausleihen lassen. Um die weitere Entwicklung der Geschäftstätigkeit zu finanzieren, bietet das Unternehmen ab 250 Euro Nachrangdarlehen an.

Die Geschäftstätigkeit der Emittentin sigo GmbH ist laut Vermögenanlagen-Informationsblatt (VIB, Stand: 14.1.2021) das Vermieten, einschließlich Leasing, und Verkauf von Fahrradverleihsystemen, E-Bikes, Pedelecs, Cargo-E-Bikes, Cargo-Bikes und Fahrrädern sowie von Werbeflächen sowie sämtliche damit zusammenhängende und den Gesellschaftszweck fördernde Geschäfte.

Geschäftskonzept

Die Emittentin installiert und betreibt laut VIB E-Sharing-Lastenräder, die bei Wohnhäusern, beispielsweise bei Wohnbaugenossenschaften, aufgestellt und betrieben werden. Die Bewohner dieser Wohnhausanlagen können sich ein E-Sharing-Lastenrad per Handy (mittels einer App) für eine bestimmte Zeitdauer mieten, wodurch die Emittentin Umsatz generiert. Die Wohnhausanlagen kommen laut VIB für die Kosten der Räder und Ladestationen auf, die bei ihnen installiert und betrieben werden. Diese Kosten muss die Emittentin nach eigenen Angaben nur dann an die Wohnhausanlagen rückerstatten, wenn die Mieteinnahmen der Emittentin durch den Betrieb der Räder diese Kosten übersteigen.

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Die Emittentin plant laut VIB, das Nachrangdarlehenskapital in die Erschließung neuer Städte/Standorte und die Ausweitung der Vertriebsaktivitäten zu investieren sowie zur Optimierung der „Operations“, Implementierung eigener Softwarelösungen, Minimierung der Lizenzgebühren sowie zur Weiterentwicklung des Produkts zu verwenden.

Bonuszins möglich

Das Emissionsvolumen beträgt maximal 750.000 Euro. Davon sind bislang rund 140.000 Euro über die Internet-Plattform greenrocket.de platziert (Stand: 8.2.2021). Die Mindestanlagesumme beträgt 250 Euro. Der Nachrangdarlehensvertrag kann erstmals zum 31. Dezember 2026 unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten ordentlich gekündigt werden.

Für alle, die innerhalb der ersten 14 Tage des öffentlichen Angebots investieren, beträgt der  Zinssatz des Nachrangdarlehensbetrages 6,5 Prozent pro Jahr, bei einer späteren Zeichnung 5,5 Prozent pro Jahr.

Zusätzlich gibt es eventuell Bonuszinsen: Die Anlegerin oder der Anleger erhält laut VIB bei 1.000 Stück aktiv betriebener Räder pro weiterer 1.000 Stück einen Bonuszins von 1,5 Prozent des Nachrangdarlehensbetrags als jährlichen Bonuszins. Zudem gibt es die Möglichkeit für einen einmaligen Bonuszins im Falle eines Exits. Ein Exit-Ereignis liegt laut VIB vor, wenn mindestens 50 Prozent der Geschäftsanteile der Gründungsgesellschafter in einem einheitlichen Vorgang bzw. in einem engen zeitlichen Zusammenhang an Dritte veräußert werden.

Jahresverluste

Laut Jahresabschluss 2019 der sigo GmbH beträgt der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag des Unternehmens Ende 2019 rund 125.000 Euro bei einer Bilanzsumme von rund 472.000 Euro. Der Jahresfehlbetrag betrug laut Jahresabschluss 2019 rund 196.000 Euro. Im Geschäftsjahr 2018 lag der Fehlbetrag bei rund 129.000 Euro. Das Unternehmen hat 2020 seinen Sitz von Frankfurt am Main nach Darmstadt verlegt.

Risiko

Bei dem Crowdinvesting handelt sich um partiarische Nachrangdarlehen mit vorinsolvenzlicher Durchsetzungssperre. Diese kann zu einer dauerhaften Nichterfüllung der Ansprüche der Anlegerinnen und Anlegern aus den Nachrangdarlehen führen.

Der wirtschaftliche Erfolg der Investition hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. In einer frühen Unternehmensphase bestehen in der Regel hohe Risiken, dass sich ein Unternehmen mit seinen Produkten und Geschäftskonzepten nicht am Markt durchsetzen kann sowie die geplanten Umsätze und die Gewinnzone nicht erreicht. Für Anlegerinnen und Anleger besteht ein hohes Risiko, dass sie ihr eingesetztes Kapital nicht zurückerhalten.

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