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Stadler Rail mit weniger Aufträgen, Aktienkurs sinkt
Der Schweizer Zughersteller Stadler Rail hat im ersten Halbjahr 2025 Umsatz und Gewinn gesteigert. Doch anhaltende Probleme wegen Unwettern und rückläufiger Aufträge belasten – die Aktie gibt nach.
Von Januar bis Ende Juni erzielte Stadler einen Umsatz von 1,4 Milliarden Schweizer Franken (1,5 Milliarden Euro). Das war ein Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Probleme mit Unwettern und in Deutschland
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 31 Prozent auf knapp 37 Millionen Franken. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 2,2 Prozent auf 2,6 Prozent. Der Reingewinn kletterte um 12 Prozent auf 31 Millionen Franken (33 Millionen Euro).
Lesen Sie auch das zweiteilige ECOreporter-Dossier zu nachhaltigen Bahnaktien.
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Auch wenn die neuen Zahlen positiv sind: Stadler leidet weiterhin unter den Auswirkungen der Unwetter des vergangenen Jahres. Diese haben die Produktion in den Werken von Stadler und von wichtigen Zulieferern in der Schweiz, in Spanien und Österreich empfindlich gestört.
Allein im spanischen Valencia wurden die Werke von mehr als 40 Zulieferern überflutet oder von den Wassermassen sogar teilweise weggerissen. In der Folge fehlten in den ersten sechs Monaten des Jahres noch immer notwendige Komponenten.
Stadler hat nach eigenen Angaben ein Aufholprogramm gestartet, das erfolgreich umgesetzt werde. Die Verhandlungen mit den Versicherungen seien noch nicht abgeschlossen.
Gleichzeitig ging der Auftragseingang zurück. Von Januar bis Ende Juni verzeichnete Stadler neue Aufträge in Höhe von 1,7 Milliarden Franken, ein Drittel weniger als im Vorjahr. Grund für den Rückgang war laut Konzern, dass in diesem Jahr die Milliardenaufträge ausgeblieben sind. Der größte Auftrag stammt von den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB), die für knapp 700 Millionen Euro 132 Hochflur-Stadtbahnen bestellt haben.
Ein Unruhefaktor sind auch die schlechten Geschäfte in Deutschland, die das Stadler-Werk in Berlin-Brandenburg unter erheblichen Druck setzen. Stadler hat dort Einschnitte angekündigt, was zu Protesten der Belegschaft führte.
Im April hat Stadler aber nach eigenen Angaben mit den Gewerkschaften einen Zukunftstarifvertrag für das Werk geschlossen. Dieser garantiert den Standort bis 2032 und die Beschäftigung bis mindestens 2029. Der Großteil der diesjährigen Fahrzeuglieferungen des Werks soll in der zweiten Jahreshälfte stattfinden.
Seine bisherige Prognose bestätigte der Konzern: Stadler erwartet im laufenden Jahr einen Anstieg der Umsätze um deutlich mehr als 10 Prozent gegenüber 2024. Die EBIT-Marge soll sich auf 4 bis 5 Prozent verbessern.
Langfristige Ziele unverändert
Bis 2026 will Stadler seinen Umsatz auf über 5 Milliarden Franken steigern. Um den Anstieg der Produktionsleistung zu bewältigen, investiert der Konzern im laufenden Geschäftsjahr rund 250 Millionen Franken. Die EBIT-Marge soll mittel- und langfristig zwischen 6 und 8 Prozent liegen.
Mit den Zahlen verfehlte Stadler teilweise die Erwartungen am Finanzmarkt, besonders beim Auftragseingang. Die Stadler-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 9,2 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 22,16 Euro (Stand: 27.8.2025, 11:13 Uhr). Auf Monatssicht büßte die Aktie 6,6 Prozent ein, im Jahresvergleich ging es für den Kurs 25,1 Prozent abwärts.
Besonders zwischen Anfang 2022 und November 2024 hat die Aktie stark an Wert verloren. In den letzten fünf Jahren halbierte sich der Kurs. Das Unternehmen setzt auf starkes Wachstum und nimmt dafür geringere Margen in Kauf, vielen Analysten missfällt das. Zuletzt kürzte Stadler auch seine Dividende, um seine Gewinne lieber in die Produktion zu investieren.
Stadler spielt eine wichtige Rolle für die nachhaltige Mobilitätswende, an der Börse läuft es aber seit dem Start 2019 schlecht für die Aktie. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2025 ist mit 17 daher eher hoch. Ob das Unternehmen gerade Profi-Investoren doch noch überzeugen kann, ist unsicher. Aktuell rät ECOreporter nicht zum Einstieg.
Stadler Rail AG: ISIN CH0002178181 / WKN A2ACPS