Zentrale von Straumann in Basel. Analysten ist der Konzern nach einem starken ersten Halbjahr mit seiner Prognose nicht optimistisch genug. / Foto: imago images, Manuel Geisser

  Nachhaltige Aktien

Straumann: Keine Prognoseerhöhung trotz starker Zahlen

Der Schweizer Zahnimplantate-Hersteller Straumann kann ein starkes erstes Halbjahr 2022 vermelden, erstmals stieg der Umsatz über 1 Milliarde Schweizer Franken. Seine Prognose beließ Straumann allerdings unverändert – die Aktie verlor in der Folge deutlich.

Straumann setzte von Januar bis Juni 1,2 Milliarden Franken um, ein Plus von 20 Prozent gegenüber demselben Zeitraum im Vorjahr und zugleich ein neuer Unternehmensrekord. Organisch, also ohne Akquisitionen und Währungseffekte, betrug das Wachstum 20,8 Prozent, wie Straumann am gestrigen Dienstag mitteilte.

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Unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von 265,3 Millionen Franken, im Vorjahr waren es 174,6 Millionen Franken. Die Markterwartungen in Bezug auf Umsatz und Gewinn konnte das Unternehmen übertreffen.

Analysten waren allerdings enttäuscht darüber, dass der Konzern seine Prognose nicht erhöhte, ihnen agiert das Unternehmen zu vorsichtig. In der Folge stürzte die Aktie am Handelsplatz Lang & Schwarz am gestrigen Dienstag um 8,8 Prozent ab.

Konzern-Chef mit Reaktion der Börse unzufrieden

Straumann-Boss Guillaume Daniellot zeigte sich mit der Reaktion des Marktes unzufrieden. Bei der Prognose handelt es sich dem Manager zufolge um einen zuversichtlichen Ausblick. Der Markt sei derzeit jedoch einfach von Unsicherheiten geprägt. Konkret nannte Daniellot etwa die hohen Inflationsraten in vielen Ländern, die makroökonomischen Unwägbarkeiten oder die anhaltenden Lockdowns in China. "Im Moment ist es aus all diesen Gründen schwierig vorauszuplanen", so der Straumann-Chef.

In der nun bestätigten Prognose seien diese Unabwägbarkeiten aber bereits mit einkalkuliert. Dies sieht Daniellot als Beweis für die strukturelle Stärke der eigenen Organisation. Straumann strebt für das laufende Geschäftsjahr ein organisches Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich mit einer Profitabilität vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) von rund 26 Prozent an. Im ersten Halbjahr lag die EBIT-Marge mit 27,9 Prozent über diesem Ziel.

Aktuell ist die Straumann-Aktie am Handelsplatz Lang & Schwarz mit 0,3 Prozent leicht im Plus zum verlustreichen Vortag, die Aktie kostet 124,4 Euro (Stand: 17.8.2022, 12:42 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 1,4 Prozent an Wert verloren, im Jahresvergleich ist sie 21,7 Prozent im Minus. Langfristig hat sich der Kurs aber stark entwickelt, in den vergangenen fünf Jahren ist er um knapp 160 Prozent gestiegen.

Straumann ist nach Einschätzung von ECOreporter stark aufgestellt und prinzipiell ein solides Investment. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33 ist die Aktie aktuell aber etwas teuer für einen Neueinstieg.

Einen akzeptablen Preis sieht ECOreporter bei etwa 100 Euro, auf diesem Niveau notierte die Aktrie nach einer längeren Korrekturphase zuletzt im Juni. Seitdem ist der Kurs wieder gestiegen - es bleibt abzuwarten, ob die Unzufriedenheit am Kapitalmarkt nun eine weitere Verlustphase einleitet.

Wie die meisten Schweizer Aktien ist auch die Straumann-Aktie seit 2019 in EU-Ländern nur eingeschränkt handelbar. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Lesen Sie auch unseren Überblick über die Entwicklung nachhaltiger Gesundheitsaktien.

Straumann AG: ISIN CH0012280076/ WKN 914326

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