Windräder von Siemens Gamesa. / Foto: Unternehmen

27.01.20 Meldungen

Streit um Abstand zwischen Häusern und Windrädern - braucht es 1.000 Meter?

Ein Abstand von Windkraftanlagen zu Wohnhäusern von 1.000 Metern ist zum Lärmschutz nicht unbedingt nötig. Das berichtet das Magazin Technology Review in seiner Februar-Ausgabe.

Anwohner von Windparks sind bereits jetzt vor Lärmbelästigung durch Windräder geschützt. Nach den in Deutschland bestehenden Vorschriften gilt in Dorfgebieten nachts ein Lärm-Grenzwert von 45 Dezibel und tagsüber von 60 Dezibel. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation WHO kann eine durchschnittliche Lärmbelästigung von über 45 Dezibel auf Dauer zu Gesundheitsschäden führen. Die WHO habe jedoch diese Richtwerte selbst als niedrig eingestuft, heißt es vom Umweltbundesamt.

Laut Untersuchungen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg reichen für die Einhaltung des Lärmpegel-Mindestwerts deutlich geringere Abstände als die derzeit diskutierten 1.000 Meter. Für einen Windpark aus fünf Windrädern mit je 200 Metern Höhe sichere bereits ein Abstand von 435 Metern den vorgeschriebenen Lärmpegel-Grenzwert.

Der Lärm wird von modernen Windrädern bereits minimiert. Große Anlagen seien zudem leiser als kleine, sagt Genehmigungsexpertin Eva-Maria Langfermann, Leiterin der Naturschutzbehörde des Landkreises Oldenburg. Manche Betreiber würden zusätzliche Bauteile anbringen, die Geräusche weiter reduzieren sollen.

Unklar sind hingegen die Auswirkungen des umstrittenen Infraschalls. Das sind tiefe Töne in Frequenzbereichen zwischen 1 und 20 Hertz. Sie werden vom menschlichen Gehör nicht wahrgenommen. Bei hinreichender Stärke kann laut Umweltbundesamt allerdings ein pulsartiges Druckgefühl entstehen. Ob Infraschall die Gesundheit beeinträchtigen kann, ist kaum untersucht. Das Umweltbundesamt sieht hier weiteren Forschungsbedarf.

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