Bei den Informationen zu nachhaltigen Finanzprodukten haben viele Anbieter offenbar noch Nachholbedarf. / Foto: Pixabay

16.10.20 Meldungen , Finanzdienstleister

Studie: Anlegerinnen und Anleger wissen zu wenig über nachhaltige Geldanlagen

Ein Großteil der Privatanlegerinnen und -anleger fühlt sich bei nachhaltigen Investments nicht optimal informiert. Das zeigt eine Untersuchung des Bankseminars der Universität zu Köln unter Kundinnen und Kunden der digitalen Vermögensverwalter growney, VisualVest und vividam.

Gerade einmal jeder vierte Befragte fühlt sich demnach gut (20,9 Prozent) oder sehr gut (4 Prozent) über nachhaltige Investments informiert. 25,4 Prozent bezeichnen ihre Kenntnisse dagegen als “gering”, 15,4 Prozent sogar als “sehr gering” oder haben „noch nie davon gehört“. Durchschnittlich informiert fühlt sich etwa jeder Dritte (34,2 Prozent).  

Österreich und die Schweiz sind schon weiter

An dem fehlenden Wissen könnte es liegen, dass Deutschland bei nachhaltigen Geldanlagen im internationalen Vergleich hinterherhängt. 2019 hatten laut dem Forum Nachhaltige Geldanlage grüne Investments in Deutschland gerade einmal einen Anteil von 5,4 Prozent. Zum Vergleich: In Österreich lag der Anteil bei 15,9 Prozent, in der Schweiz bei 38 Prozent.

Immerhin: Das Interesse der Anlegerinnen und Anleger in Deutschland steigt derzeit deutlich. So registrierte der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) im ersten Halbjahr 2020 einen Zufluss von 7,2 Milliarden Euro in nachhaltige Fonds. Aus klassischen Produkten wurden zeitgleich 3,4 Milliarden Euro abgezogen.

Laut der Kölner Studie glauben fast zwei Drittel der Anlegerinnen und Anleger (63,8 Prozent) daran, dass sich mit nachhaltigen Geldanlagen etwas bewegen lässt. Und auch bei Rendite und Risiko sehen die Befragten keine großen Nachteile:

  • 37,1 Prozent glauben, dass die Rendite nachhaltiger Investments geringer ausfällt als bei herkömmlichen Anlagen.Von einer höheren Rendite gehen 31,7 Prozent aus.
  • Ein geringeres Risiko nachhaltiger Geldanlagen sehen 29,2 Prozent der Befragten, 23,9 Prozent gehen dagegen von einem höheren Risiko aus.

An der wissenschaftlichen Untersuchung des Bankseminars der Universität zu Köln hatten 448 Anlegerinnen und Anleger teilgenommen (Studienzeitraum 9. Juni bis 9. Juli 2020). 

Lesen Sie auch das ausführliche ECOreporter-Interview mit VisualVest zur Situation von Robo Advisors in der Corona-Krise.

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