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Studie: Energiewende sollte stärker auf dezentrale Lösungen setzen
Laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger braucht es vor allem drei tragende Säulen, damit die Energiewende kosteneffizient gelingen kann. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Entlastung durch dezentrale Energielösungen.
Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien, der bedarfsgerechte Einsatz von Backup-Kapazitäten und die proaktive Nutzung dezentraler Lösungen sind der Studie zufolge die drei wichtigsten Faktoren. Solche dezentralen Lösungen sind etwa Solaranlagen, Wärmepumpen sowie Elektromobilitätslösungen, also beispielsweise Elektroautos und Wallboxen. Auftraggeber der Studie ist der Berliner Solaranbieter Enpal.
Wirtschaftlicher Mehrwert in Milliardenhöhe
Gerade die dezentralen Lösungen sollten nach Ansicht der Experten "deutlich stärker in den Fokus rücken". Roland Berger zufolge können sie bis 2045 einen wirtschaftlichen Mehrwert von 185 bis 255 Milliarden Euro für das deutsche Energiesystem erzielen. Das jährliche Wertschöpfungspotenzial entspräche damit etwa der Hälfte des Jahresbudgets des deutschen Klima- und Transformationsfonds von knapp 25 Milliarden im Jahr 2025.
Dieser Mehrwert ergibt sich demnach aus einer Erhöhung der Gesamtkosteneffizienz im Energiesystem, besonders durch eine Reduktion von Investitions- und laufenden Kosten, aus einer Steigerung der lokalen Wertschöpfung, unter anderem durch neue Arbeitsplätze, sowie durch Effekte direkt bei Verbrauchern und auch kleinen und mittleren Unternehmen, wenn diese beispielsweise von gesunkenen Energiekosten profitieren.
Das größte Potenzial liegt der Studie zufolge bei den Endverbrauchern: Dezentrale Energielösungen seien "eine Antwort auf steigende Energiekosten für Haushalte und Unternehmen". Diese könnten ihre Energiekosten im Mittel um rund 50 Prozent senken. Allerdings bleibt bei diesen Aussagen unklar, welche Lösungen konkret welche Einsparungen nach sich ziehen sollen.
"Dezentrale Energielösungen zeigen viele Vorteile. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu einem gesamtkosteneffizienten und weniger von fossilen Erzeugungsformen abhängigen Energiesystem", sagt Roland Berger-Experte Marc Sauthoff. "Die Studie zeigt, dass gerade im Bereich der dezentralen Energielösungen ein noch nicht ausgeschöpftes Potenzial liegt, um die Kosten der Energiewende deutlich zu reduzieren. Wir haben bereits eine führende Branche in Deutschland – wenn wir jetzt noch die richtigen Weichen stellen, können wir in den nächsten Jahren einen echten Unterschied machen."
Politik soll dezentrale Lösungen stärker fördern
Eine Initiative aus 20 Unternehmen aus dem Bereich der dezentralen Energielösungen fordert auf Grundlage der Studie nun von der Politik eine stärkere Förderung des Bereichs innerhalb der Energiewende. Dazu gehören etwa die Anpassung von Netzentgelten, der beschleunigte Ausbau intelligenter Stromnetze (Smart Grids) und die flächendeckende Einführung des bidirektionalen Ladens, bei dem Elektroautos Energie aus dem Akku ins öffentliche Stromnetz einspeisen können.
Zu der Initiative gehören neben Solaranbietern wie Enpal und Ökostromerzeugern wie Octopus Energy aus München auch Schwergewichte wie der Technologiekonzern Bosch und der Wohnkonzern Vonovia.
In einer Studie kam das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erst in der vergangenen Woche zu dem Schluss, dass die Energiewende der deutschen Volkswirtschaft mehr einbringt, als sie kostet. Dieser Vorteil entsteht unter anderem durch die Einsparung von Brennstoffen und geringere Energieimporte.
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