Audi h-tron mit Brennstoffzellenantrieb von Ballard Power. / Foto: Ballard Power

02.03.20 Meldungen

Studie: Hälfte der Deutschen will keine klassischen Verbrenner mehr

Der Verbrennungsmotor ist auf dem absteigenden Ast. Immer mehr Deutsche wollen sich kein Auto mit Diesel- oder Benzinmotor mehr zulegen. Stattdessen wollen sie auf batterieelektrisch oder anderweitig alternativ angetriebene Fahrzeuge umsteigen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Deloitte.

51 Prozent der Befragten aus Deutschland würden demnach umweltfreundliche Antriebe (batterieelektrisch, hybrid, Erdgas, Brennstoffzelle) bei ihrem nächsten Autokauf bevorzugen. 2019 waren es laut Deloitte lediglich 37 Prozent. Besonders beliebt seien dabei Autos mit Hybridantrieb, die sich 31 Prozent der Verbraucher als nächstes Fahrzeug vorstellen könnten.

Verbraucher erwarten mehr

"Die Hersteller machen entscheidende Fortschritte in der Entwicklung alternativer Antriebe. Sie steigern die Reichweite bei gleichzeitig tendenziell sinkenden Anschaffungskosten. Das macht solche Fahrzeuge attraktiver. Allerdings entspricht das immer noch nicht den Erwartungen der Verbraucher", sagt Thomas Schiller, Autor der Studie und Leiter der Automobilabteilung bei Deloitte.

"Auch steigt durch die gesellschaftliche Diskussion das Umweltbewusstsein der Konsumenten. Mit Ausnahme Chinas, wo die Subventionen für E-Fahrzeuge gekürzt wurden, wenden sich Autokäufer weltweit zunehmend von Verbrennungsmotoren ab", so Schiller. Nach Prognosen von Deloitte soll sich der Verkauf von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben in der EU bis 2026 verdreifachen.

Geringe laufende Kosten wichtig

Niedrigere direkte Emissionen seien der Hauptgrund für die Entscheidung für ein Hybrid- oder Elektroauto, heißt es von Deloitte. Einen weiteren Vorteil sehen 40 Prozent der befragten Deutschen in den geringeren Kosten – vor allem im Vergleich zu den Tankkosten bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Vorteile bei den Wartungskosten bei E-Autos nehmen die Konsumenten laut der Deloitte-Studie bislang hingegen kaum wahr.

Rund 40 Prozent der Befragten sind bereit, einen Aufschlag von bis zu 2.500 Euro für einen umweltfreundlichen Antrieb zu zahlen. 43 Prozent aller Befragten schließen gänzlich aus, mehr für ein elektrisch betriebenes Fahrzeug ausgeben zu wollen. Anders sieht es bei den jüngeren Befragten aus, den sogenannten Generationen Y und Z. 52 Prozent von ihnen sind laut Deloitte bereit, einen Aufpreis von bis zu 2.500 Euro zu zahlen.

Reichweite verbesserungswürdig

Hauptkritikpunkt am E-Auto bleibt allerdings die Reichweite: 76 Prozent bewerten diese im Vergleich zu herkömmlichen Antrieben als weitaus schlechter. Gleichzeitig sind die Erwartungen hoch: 88 Prozent der deutschen Verbraucher wünschen sich eine Reichweite von mindestens 320 Kilometern. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Autofahrer legt heute lediglich rund 40 Kilometer pro Tag zurück. Damit sind die deutschen Verbraucher, gemeinsam mit den österreichischen, weltweit die anspruchsvollsten.

Problematisch sei auch die Ladeinfrastruktur. Denn weniger als die Hälfte der Befragten in Deutschland hat die technischen Voraussetzungen, um das eigene Fahrzeug zu Hause zu laden. "Um die Akzeptanz der Verbraucher für E-Mobilität weiter zu erhöhen, müssen Politik und Wirtschaft entschlossener und zügiger handeln", fordert Deloitte-Studienautor Schiller. Die Preise für Elektroautos müssten sinken, und die Politik müsste für eine entsprechende Ladeinfrastruktur sorgen, so Schiller.

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