Brennstoffzellen-Pkw von Toyota. / Foto: Unternehmen

22.01.20 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten

Investieren in Wasserstoff: Was steckt hinter dem Trend?

Wasserstoff-Aktien: Wirklich das nächste große Ding – oder lau wie eh und je? Wasserstoff gilt als neuer Hoffnungsträger der Energiewende. Deshalb gingen viele Wasserstoff-Aktien zuletzt durch die Decke. Welche Aktien gibt es? Und um welche Papiere sollten Anleger lieber einen großen Bogen machen?

Wer vor einem Jahr Aktien des schwedischen Unternehmens PowerCell gekauft hat, kann sich nun über 400 Prozent Plus freuen. PowerCell stellt Brennstoffzellen zum Antrieb von Lkw und Schiffen mit Wasserstoff her. Etwa 60 Prozent verloren dagegen diejenigen, die vor einem Jahr auf die Aktie von FuelCell Energy setzten. Ein US-Unternehmen, das Anlagen für die Erzeugung von Strom aus Wasserstoff und Erdgas herstellt.

Ist Wasserstoff der neue Hoffnungsträger im Kampf gegen den Klimawandel? Mit ihm lassen sich Pkw, Lkw und Schiffe antreiben. Abgasfrei. Wasserstoff kann zudem als Speicher für Ökostrom dienen.

Aber: Wasserstoff ist ein Gas. Man holt es nicht einfach irgendwo her: Es muss erzeugt werden. Derzeit wird es vor allem aus Erdgas gewonnen. Das gängige Herstellungsverfahren ist die sogenannte Dampfreformierung. Dabei zerlegt heißer Dampf das Erdgas in seine Bestandteile Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Dabei wird CO2 freigesetzt. Man kann das CO2 aber auch binden und lagern. Wie auch immer: Man braucht erst einmal Energie, um den Wasserstoff überhaupt zu erzeugen. Am umweltschonendsten geht das im Moment mittels Elektrolyse; der dafür nötige Strom stammt am besten aus Wind- oder Solaranlagen. Stellt man dann wieder Strom aus dem Wasserstoff her, kann der Wirkungsgrad mittlerweile bei über 70 Prozent liegen.

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Wasserstoffspeicher des norwegischen Unternehmens Nel. / Foto: Unternehmen

Gespeichert werden kann der Wasserstoff im bereits vorhandenen Erdgasnetz. Derzeit werden weltweit 600 Milliarden Kubikmeter Wasserstoff produziert – vor allem für den Einsatz in der Industrie. Mit dieser Menge wären aber nur 1,5 Prozent des weltweiten Energiebedarfs zu decken. Geht es nach der EU, soll der Anteil von Wasserstoff am Gesamtenergieverbrauch in Europa bis 2050 ansteigen. Die Wasserstoffindustrie sieht sich in der Lage, bis 2050 bis zu 24 Prozent des Gesamtenergiebedarfs in der EU zu decken. Sagt sie. Wie das so ist mit Prognosen: Man kann ihren Wahrheitsgehalt erst im Nachhinein prüfen. Bei Prognosen über einen Zeitraum von 30 Jahren ist die Treffsicherheit allenfalls zu erahnen.

Produziert eine Brennstoffzelle aus Wasserstoff Strom und treibt damit einen Pkw an,  werden gerade einmal 30 Prozent der Energie wieder auf die Straße gebracht, die für die Wasserstofferzeugung nötig waren. Das Elektroauto, oft gescholten, ist um einiges effizienter.

Das ist wohl ein Grund dafür, dass es in Deutschland erst zwei kaufbare Brennstoffzellenautos gibt, die den Wasserstoff verwerten könnten: den Mirai von Toyota und den Hyundai Nexo. Immer wieder ist in Diskussionsforen zu lesen: Warten wir ab, das Elektroauto wird sich nicht durchsetzen, weil das Wasserstoff-Auto viel ökologischer ist. Was allerdings nicht stimmen muss. Vor allem ist es derzeit aber nicht praktikabel: In ganz Deutschland gibt es bereits mehr als 17.500 Elektro-Ladestationen (Stand: Januar 2020). Aber nur 60 Wasserstofftankstellen.

VW-Chef Herbert Diess glaubt sogar, Wasserstoff und Hybride seien "von gestern". Man solle sich auf Elektroautos konzentrieren, forderte er in einer Brandrede am 16. Januar 2020.

Welche Wasserstoff-Aktien gibt es? Und wie riskant sind sie? Erfahren Sie mehr im ECOreporter-Premiumbereich. Dort finden Sie auch eine Tabelle mit den wichtigsten Informationen zu allen Wasserstoff-Aktien. 

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