Ein neues Kapitel in der US-Solarmodul-Geschichte? - SunPower wird SolarWorld Americas schlucken. / Foto: Unternehmen

18.04.18 Nachhaltige Aktien

SunPower übernimmt SolarWorld Americas

SunPower wird SolarWorld Americas komplett übernehmen. Der US-Solarkonzern will kräftig investieren. 

SolarWorld Americas mit Sitz in Hillsboro, Oregon, gehört bislang zur insolventen SolarWorld AG aus Bonn. Als langjähriger Pionier der Solarindustrie ist SolarWorld Americas einer der führenden amerikanischen Hersteller von Solarmodulen.

Nach eigenen Angaben will SunPower frisches Kapital in die Produktionsanlagen stecken und eine moderne, hocheffiziente Solarzellen-Fertigung implementieren. Nach der Insolvenz der deutschen SolarWorld war lange unklar, was mit der US-Tochter passiert (mehr zu Pleite des deutschen Solarriesen lesen Sie hier).

Allerdings müssen US-Behörden und deutsche Behörden dem Deal noch zustimmen. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Nach dem Abschluss, der in den nächsten Monaten erwartet wird, wird SunPower zum größten US-Hersteller von Solarmodulen. Trotz des Hauptsitzes in den USA besitzt der Modulbauer seit längerem keine Fertigung mehr im Heimatmarkt. 

"Es ist an der Zeit, zu investieren"

SunPower plant, die Aktivitäten von SolarWorld Americas auszubauen, um von der starken Marktnachfrage in den USA zu profitieren. Zudem kann der Konzern so die Strafzölle umgehen, welche die Trump-Regierung Anfang des Jahres verhängt hat. Ein Teil der Anlage wird auf die moderne P-Serie umgerüstet, die Technologie im Silicon Valley entwickelt wurde. Der andere Teil soll weiter die etablierten Produkte herstellen. 

"Es ist an der Zeit, dass SunPower in die US-Fertigung investiert, und SolarWorld Americas bietet eine hervorragende Plattform für die Implementierung unserer fortschrittlichen P-Serien-Technologie zur Herstellung von Solarzellen auf unserem Markt", sagte Tom Werner, Vorstandschef von SunPower. 

"Wir freuen uns, dass SunPower frisches Kapital und seine branchenführende Technologie in das Geschäft von SolarWorld Americas hier in Hillsboro einbringt", sagte Jürgen Stein, CEO von SolarWorld Americas. Er verspricht sich eine "doppelte Stärke" durch die Übernahme. 

Gute Nachrichten für die Aktionäre

Die SunPower-Aktie hob bereits ab: Im Tradegate-Handel legte sie gegenüber dem Vortrag rund 9 Prozent zu und kostete damit 7,35 Euro (18.4., 14:58 Uhr). Auf Jahressicht drehte die Aktie damit ins Plus - wer vor einem Jahr 1.000 Euro investierte, kann aktuell einen Kursgewinn von fast 96 Euro verbuchen. 

SunPower: ISIN US8676524064  / WKN A1JNM7

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