Auto an einem Tesla-Supercharger. In Berlin gibt es nun die erste innerstädtische Ladestation. / Foto: Pixabay

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Tesla feiert Deutschlandpremiere bei Ladestation – Aktie legt nach Musk-Tweet zu

In Berlin ist Deutschlands erste innerstädtische Tesla-Supercharger-Station eingeweiht worden. Sie steht auf dem Campus des Europäischen Energieforums (EUREF). Nur eine halbe Stunde von dem Standort entfernt baut Tesla im brandenburgischen Grünheide im Eiltempo seine erste Gigafactory in Europa.

Mit der Ladetechnologie kann ein Tesla Model 3 laut Unternehmen in nur 5 Minuten Ladezeit genug Strom für 120 Kilometer neue Reichweite tanken. Teslas Deutschland-Chef Simon Zwahlen zufolge haben in erster Linie lange Ladezeiten und begrenzte Reichweiten bisher dazu beigetragen, dass Autofahrer den Wechsel vom Verbrenner zum Elektroauto scheuen.

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Zu der Einweihung der Ladestation erschien auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Er lobte das Engagement des kalifornischen E-Auto-Pioniers in Berlin, Brandenburg und Deutschland und sieht Tesla auf dem Weg zu einem deutschen Autobauer. „Ich freue mich sehr, dass Tesla sich entschieden hat, in Brandenburg eine Gigafactory zu bauen für Elektroautos und hoffentlich auch für Batterien. Das ist ein großes Vertrauen in den Standort Deutschland, und umgekehrt freut sich der Standort Deutschland, dass Tesla zu einer deutschen Marke wird.“

Altmaier betonte besonders, wie wichtig es sei, dass in Deutschland und anderen europäischen Ländern nun die Infrastruktur für eine eigene Batteriezellenfertigung entstehe. 2024 werden nach Altmaiers Worten 2.000 Mitarbeiter bei Opel in Kaiserslautern Batteriezellen produzieren. BASF wird in Schwarzheide in Brandenburg ein großes Kathodenwerk bauen. 

Die Gigafactory for Batteries werde „ein ganz klares und deutliches Bekenntnis dazu sein“, dass in Europa vielleicht nicht die billigsten Batterien gebaut werden könnten „aber vielleicht die smartesten, die besten, die man am ehesten recyclen kann, und die umweltverträglichsten. Das muss unser Ziel sein“, so der Bundeswirtschaftsminister. Ob Tesla in Grünheide tatsächlich auch Batterien fertigen wird, ist allerdings noch ungewiss.

Aktie legt nach Absturz wieder zu

Die Tesla-Aktie steht im Tradegate-Handel aktuell bei 358,00 Euro und damit 1,2 Prozent höher als am Vortag (Stand: 15.9.2020, 10:04 Uhr). Auf Monatssicht liegt die Aktie 27 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 698,9 Prozent an Wert gewonnen.

Nachdem die Tesla-Aktie überraschend nicht in den US-Index S&P 500 aufgenommen wurde, war der Kurs Anfang September deutlich eingebrochen – freilich im Anschluss an ein vorheriges Rekordhoch. In der vergangenen Woche gewann die Tesla-Aktie dann wieder deutlich hinzu. Tesla-Chef Elon Musk befeuerte den erneuten Kurssprung zusätzlich durch eine Nachricht per Twitter, in der er am Freitag „viele aufregende Dinge“ zum Thema Batterien ankündigte, ohne konkreter zu werden.

Die Tesla-Aktie ist aus Sicht von ECOreporter weiterhin deutlich überbewertet. Tesla wird an der Börse immer wieder wie ein Technologie-Unternehmen behandelt, ist aber de facto ein Autobauer mit festen Margen – und einer Produktion in weiterhin vergleichsweise niedriger Stückzahl. Gewinn machte Tesla zuletzt nur dank der Einnahmen aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten.

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Tesla Inc.:  ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

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