Tesla Model 3 vor einem Haus mit Tesla-Dachsolaranlage. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Tesla senkt Preise für Solarmodule – profitiert die Aktie?

Tesla will die Preise für die eigenen Solarmodule senken, um gegenüber den Konkurrenten im Heimsolaranlagen-Markt wieder aufzuholen. Wie aussichtsreich ist diese Strategie – und gibt sie der Aktie neue Impulse?

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Was wenige wissen: Tesla baut nicht nur E-Autos, sondern verkauft auch Solaranlagen. 2016 kaufte der kalifornische E-Autobauer das US-Unternehmen SolarCity für 2,6 Milliarden US-Dollar. SolarCity war damals der größte Verkäufer und Installateur von Heim-Dachsolaranlagen in den USA. Die Idee hinter dem Kauf von SolarCity war einfach und genial: Elon Musk wollte seinen Kunden alles aus einer Hand bieten - neben den umweltfreundlichen Elektroautos auch Solaranlagen, mit denen Tesla-Fahrer ihre E-Autos zuhause selbst aufladen können.

Sunrun überholt Tesla im Heimsolaranlagen-Geschäft

Doch Teslas Solargeschäft schwächelt. Im US-Heimatmarkt überholte der Konkurrent Sunrun SolarCity als führenden Heim-PV-Anlagen-Verkäufer und -Installateur. Colin Rusch, Analyst bei Oppenheimer & Co., schreibt laut einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNN, dass das Solargeschäft von Tesla mittlerweile um 60 Prozent geschrumpft ist. Grund hierfür seien zu niedrige Investitionen des kalifornischen Autokonzerns in das Solargeschäft.

Tesla will nun dagegen ankämpfen und hat die Preise für die Module deutlich gesenkt. Je nach Wohnort zahlen Kunden zwischen 1,75 und 1,99 US-Dollar pro Watt - der nationale Durchschnittspreis liegt deutlich über 2,00 US-Dollar.

Solaranlagen unter Marktpreis

Um den Bereich der PV-Anlagen profitabler zu machen, hat Tesla außerdem sein Vertriebskonzept verändert: Kunden können die Solardächer nun nur noch online bestellen. Außerdem hat der E-Autobauer die Solardächer standardisiert, um Kosten zu sparen, und bietet keine stark individuellen Lösungen für unterschiedliche Häuser mehr an.

Zahlreiche Analysten sehen die Maßnahme kritisch. Mit niedrigeren Preisen sinken auch die Margen, die Tesla in diesem Geschäftszweig einfährt, heißt es. Ob Tesla als Gesamtkonzern mit dieser Strategie nachhaltig schwarze Zahlen schreiben kann, bleibt für viele Experten fraglich.

Aktie unter Druck

Die Tesla-Aktie steht seit Jahresanfang unter Druck. Hauptgrund sind die schlechten Zahlen des kalifornischen E-Autobauers. Im ersten Quartal hat Tesla einen hohen Verlust eingefahren (ECOreporter berichtete hier). Hinzu kommt eine schwächere Nachfrage nach den margenträchtigeren Tesla-Modellen des Typs Model S und X aufgrund der Markteinführung des Model 3.

Elon Musk kündigte zuletzt auf einer Investorenkonferenz an, dass Tesla an einer Neudefinition des Transportwesens arbeite. Ab 2020 sollen alle Tesla-Modelle als autonome Taxis genutzt werden können, und der kalifornische Autobauer will dabei die Entwicklung des autonomen Fahrens durch eigene Chips und Software stark vorantreiben. Bei Großinvestoren und Analysten stieß Musk auf taube Ohren – sie wollten bessere Zahlen sehen.

Die Tesla-Aktie bleibt indes in ihrem Abwärtstrend gefangen. Sie hat in den letzten sechs Monaten 28 Prozent an Wert verloren und steht an der US-Börse Nasdaq derzeit bei 247,06 US-Dollar (7.5., Schlusskurs). Sie notiert leicht unter ihrer Widerstandsmarke von 250 US-Dollar. ECOreporter rät Anlegern, die Aktie von der Seitenlinie zu beobachten. Momentan spricht nichts für eine nachhaltige Kurserholung.

 Tesla Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

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