Teslas selbstfahrende Autos rufen die Behörden auf den Plan. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien

Tesla: Behörde prüft nach Start von Robotaxis Sicherheit

Der US-Elektroautobauer Tesla hat im US-Bundesstaat Texas einen Testbetrieb mit seinen sogenannten Robotaxis gestartet. Doch die selbstfahrenden Autos geraten sofort in den Blick der Verkehrssicherheit.

Im texanischen Austin sind seit Sonntag probeweise rund ein Dutzend der autonomen Tesla-Fahrzeuge unterwegs und können gegen eine Gebühr genutzt werden. Die Autos vom Typ Model Y fahren zunächst nur in einem als besonders sicher eingeschätzten, begrenzten Gebiet und bei gutem Wetter. Zudem ist ein menschlicher Sicherheitsfahrer an Bord.

Tesla schon länger im Visier der Behörden

Allerdings teilte die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA bereits am Montag mit, dass sie von Tesla zusätzliche Informationen über den Dienst verlange. Auslöser sind Online-Videos, die zeigen sollen, wie eines der fahrerlosen Fahrzeuge die falsche Spur benutzt und ein anderes zu schnell fährt.

Wie ECOreporter die Tesla-Aktie aktuell einschätzt, lesen Sie im folgenden Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Man sei sich "der genannten Vorfälle bewusst" und stünde mit Tesla in Kontakt, erklärte die NHTSA in einer Mitteilung. Der Autobauer erklärte wiederum, Antworten auf Fragen zur Sicherheit des Robotaxi-Einsatzes in Texas seien vertrauliche Geschäftsinformationen. Die NHTSA dürfe sie daher nicht veröffentlichen.

Die NHTSA untersucht bereits seit Oktober Kollisionen von Tesla-Fahrzeugen, die die Fahrassistenz-Software "Full Self-Driving" (FSD) bei schlechter Sicht nutzten. Anders als der Name impliziert, ist FSD keine Software, die autonomes Fahren ermöglicht, sondern ein gewöhnliches Fahrassistenzsystem auf dem Niveau der Dienste anderer Hersteller.

Die Untersuchung umfasst 2,4 Millionen mit FSD ausgestattete Tesla-Fahrzeuge und wurde nach vier gemeldeten Kollisionen eingeleitet, darunter ein tödlicher Unfall im Jahr 2023. Teslas Fahrsystem steht schon länger in der Kritik, weil der Konzern ausschließlich Kameras zur Umweltbeobachtung einsetzt. Konkurrenten setzen auf Laser-Radare. Diese sind teurer, gelten aber als zuverlässiger.

Die Tesla-Aktie legte nach dem Robotaxi-Start am Montag 8 Prozent zu, aktuell ist sie im Tradegate-Handel weitere 2,7 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 308,90 Euro (Stand: 24.6.2025, 10:28 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 1,1 Prozent gewonnen, auf Jahressicht stieg der Kurs um 81,8 Prozent.

Teslas Konkurrenten sind bei selbstfahrenden Fahrzeugen schon deutlich weiter. Anbieter wie Baidu aus China und Waymo aus den USA beförderten bereits zahlende Fahrgäste in einer Reihe von US-amerikanischen und chinesischen Städten und brauchen auch keine Sicherheitsfahrer.

Viele Beobachter sind daher der Meinung, dass Teslas Markteintritt mit dem Robotaxi zu spät kommt. Aktuell profitiert der Aktienkurs offensichtlich vom Robotaxi-Start – ob der Dienst ernsthafte Einnahmen generieren kann, bleibt aber abzuwarten.

Konzernchef Musk in der Kritik

Ein großes Problem bei Tesla ist aus nachhaltiger Sicht auch Konzernchef Elon Musk. Dieser fiel in den letzten Jahren vor allem als rechter Demagoge auf und unterstützte politisch und mit Rekordspenden US-Präsident Donald Trump. Als Leiter der Kostensenkungsbehörde Doge war er auch die treibende Kraft hinter den Massenentlassungen im öffentlichen Dienst, die Fachleute als Angriff auf die US-Demokratie werten. Musks Kahlschlag in der US-Entwicklungshilfe könnte zudem für Hunderttausende Menschen in armen Ländern den Tod bedeuten.

Mittlerweile haben sich Trump und Musk zerstritten, zuletzt lieferten sich der Milliardär und der US-Präsident eine öffentliche Schlammschlacht. In deren Mittelpunkt stand ein Gesetzentwurf, der die US-Haushaltsschulden deutlich in die Höhe treiben würde. Musk will sich nun wieder mehr auf seine zahlreichen Unternehmen konzentrieren – bei Tesla gibt es aber schon länger Zweifel, wie viel Interesse der Konzernchef eigentlich am klassischen Autogeschäft hat. Zuletzt ging es bei dem Unternehmen eher um Supercomputer und humanoide Roboter.

Die Autoverkäufe sind aber weiter das Kerngeschäft von Tesla. Und Musks politisches Engagement hat dem Image des Konzerns stark geschadet: Die Fahrzeugverkäufe sind insbesondere in Europa in diesem Jahr stark zurückgegangen.

ECOreporter rät aus nachhaltigen und auch aus wirtschaftlichen Gründen von einem Kauf der Tesla-Aktie ab.

Tesla Inc.:  ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

Verwandte Artikel

06.06.25
 >
04.06.25
 >
27.05.25
 >
26.05.25
 >
23.04.25
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x