Das Model 3 gilt wie alle Tesla-Fahrzeuge als emissionsfrei. Der E-Autobauer nutzt das offenbar für Milliardengeschäfte mit der Konkurrenz. / Foto: Tesla

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Tesla verdient Milliarden dank der schmutzigen Autos der Wettbewerber

Tesla hat eine Verdienstquelle angezapft, die einträglich ist, aber dem Klima nicht nutzt: Der Elektroautohersteller hilft den Konzernen, die noch Verbrenner-PKW produzieren, indem er ihnen CO2-Zertifikate verkauft. Dadurch können sie die neuen EU-Regeln zu Abgasgrenzwerten einhalten und ihre Benziner oder Diesel weiterhin verkaufen.

Bereits 2013 hatte die EU die neuen Grenzwerte beschlossen, sieben Jahre Zeit hatten die Autokonzerne also, um sich anzupassen. Im Schnitt sollen in Neuwagen in Europa nun 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen.

Erstaunlich: Die Regeln gelten "trotz aller Bemühungen insbesondere der deutschen Regierung, sie aufzuweichen oder zu verschieben", wie sogar die nicht als automobilfeindlich bekannte Zeitschrift Auto, Motor und Sport schreibt. Wer die Grenzen nicht einhält, muss Strafen bis in Milliardenhöhe zahlen. Oder eine Gesetzeslücke nutzen, welche der Gesetzgeber allerdings bewusst installiert hat.

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Denn mehrere Hersteller können sich "poolen", also zusammentun und ihre Werte untereinander ausgleichen. Letztlich kommt es laut Gesetz auf den Durchschnitt der Abgaswerte der Autoflotte an.

Deshalb kooperiert FCA (früher FIAT Chrysler) beispielsweise mit Tesla. Denn FCA kann wenig Elektromodelle bieten, hat aber Spritfresser-Marken wie Jeep im Programm. Tesla hat nur Autos mit Elektromotor. Elektromotoren sieht die EU-Gesetzgebung bei null Gramm CO2 pro Kilometer. Dafür gibt es sogar sogenannte "super credits", also noch weitere CO2-Gutschriften.

Von den gesamten Tesla-Gutschriften kann FCA mit seiner Verbrenner-Autoflotte profitieren, denn Tesla und FCA haben einen Pool gebildet. Auto, Motor und Sport spricht davon, dass Tesla auf diese Weise eine Milliardensumme verdiene. Jeeps, Alfa Romeos, Fiats, Chrysler und andere Neuwagen kann FCA weiterhin anbieten, ohne dafür Milliardenstrafen zu zahlen.

Unbekannt ist, wie viel Tesla mit den Schmutzerlaubnis-Zertifikaten einnimmt – es wird zumindest weniger sein als die EU für die Strafen für FCA berechnen würde.

Tesla Inc.:  ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

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