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Unabhängige Analyse: Der Publikums-AIF ÖKORENTA Infrastruktur 13E im ECOanlagecheck

Der Fonds „ÖKORENTA Infrastruktur 13E“ investiert in Ladeinfrastruktur für Elektromobilität. Im Fokus stehen dabei sogenannte Ultraschnell-Ladesäulen für Elektroautos an deutschen Standorten. Anlegerinnen und Anleger können sich ab 10.000 Euro an dem Publikumsfonds beteiligen. Der ECOanlagecheck analysiert das grüne Beteiligungsangebot.

Der Publikums-AIF hat bereits zwei Objektgesellschaften erworben, die jeweils mehrere Ladesäulen errichtet haben. Die Standorte befinden sich in Koblenz in Rheinland-Pfalz und Kamen in Nordrhein-Westfalen. Der Kaufpreis für die beiden Objektgesellschaften beträgt laut Prospekt jeweils 2,6775 Millionen Euro. Der Erwerb weiterer Ladeparks ist nach Angaben der Fondsinitiatorin ÖKORENTA konkret in Planung.

Die Höhe der Auszahlungen für Anlegerinnen und Anleger wird von zahlreichen Entwicklungen abhängen. Wesentlich sind beispielsweise die verkaufte Strommenge und der Ökostrom-Verkaufspreis. Die Emittentin geht davon aus, dass die an ihren Ladesäulen verkauften Strommengen während der Fondslaufzeit deutlich ansteigen. Diese Annahme basiert auf einem deutlichen Ausbau der Elektromobilität. Dieser wird in Deutschland mit umfangreichen Förderprogrammen für Elektroautos (Kaufprämien) und Ladesäulen unterstützt, um die Klimaschutz-Ziele erreichen zu können. Der Großteil der geplanten Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger soll durch den (mittelbaren) Verkauf der Ladeparks am Ende der Laufzeit des Publikums-AIF erwirtschaftet werden.

Fondsinitiatorin und Leistungsbilanz

Anbieterin und Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) des Fonds ist die Auricher Werte GmbH. Alleingesellschafterin der im Frühjahr 2018 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassenen KVG ist die ÖKORENTA Invest GmbH.


ÖKORENTA setzt auf Elektromobilität. / Foto: Janina Goldenstein

ÖKORENTA ist als eines der Pionier-Unternehmen bereits seit 1999 im Bereich der grünen, nachhaltigen Kapitalanlagen tätig. Seit 2005 bietet es eigene Fonds an und hat bislang zwölf Portfoliofonds (Zweitmarktfonds) und zwei andere Fonds (Ansparfonds, Private Equity-Fonds) auf den Markt gebracht. Das mit den Fonds insgesamt platzierte Eigenkapital beträgt rund 275 Millionen Euro.

Laut ÖKORENTA-Performancebericht 2019 liegen bei den neun Portfoliofonds, die bereits Auszahlungen an Anlegerinnen und Anleger geleistet haben, die Auszahlungen zweimal im Plan, zweimal über Plan und in fünf Fällen unter der Prospektprognose. Letzteres gilt insbesondere für die drei zuerst aufgelegten Fonds, während deren Laufzeit es mehrere (sehr) schwache Windjahre in Deutschland gab. Ein wirtschaftlicher Erfolg der Fonds ist erst nach deren Auflösung am Ende der jeweiligen Laufzeiten komplett ersichtlich. Zu dem Ansparfonds und dem Private Equity-Fonds sind in dem Performancebericht keine Auswertungen enthalten.

Im Bereich Ladeinfrastrukturen für Elektromobilität hatte die ÖKORENTA-Gruppe bislang noch keine Beteiligungen aufgelegt. Sie beschäftigt sich nach eigenen Angaben sowohl abteilungsübergreifend als auch im Austausch mit ihrem Mitgesellschafter Enercon seit 2018 mit diesem Thema. Für die beiden ersten Investitionen des Fonds „ÖKORENTA Infrastruktur 13E“ in Kamen und Koblenz wurden nach Angaben der Emittentin externe Standortgutachten erstellt.

Eigenkapitalhöhe und Platzierungsgarantie

Gesamtfinanzierungsvolumen: 13,65 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen (ohne Agio): 13,0 Millionen Euro (95,2 Prozent)
Platzierungsgarantie: Nein
Agio: 0,65 Millionen Euro (4,8 Prozent)

Die Geschäftsführung der KVG kann das Eigenkapitalvolumen um bis zu weiteren 17 Millionen Euro auf insgesamt bis zu 30 Millionen Euro erhöhen. Eine Aufnahme von langfristigem Fremdkapital durch den AIF ist zulässig, aber vom Konzept her nicht vorgesehen. Um den Erwerb der Ladeparks Kamen und Koblenz zwischenzufinanzieren, hat der Fonds 5,355 Millionen Euro an Fremdkapital aufgenommen. Dieses soll mit dem eingeworbenen Kommanditkapital zurückgezahlt werden. Es ist grundsätzlich möglich, dass auf Ebene der Objektgesellschaften Fremdkapital aufgenommen wird, aber nach Angaben der Emittentin nicht geplant.

Fondsnebenkosten
(in Prozent des Eigenkapitalvolumens ohne Agio)

Agio: 5,0 Prozent
Eigenkapitalvermittlung (ohne Agio): 4,0 Prozent
Konzeption, Gründungs- und sonstige Kosten: 1,3 Prozent
Gesamtweichkosten: 9,3 Prozent

Für die Anschaffung der Vermögensgegenstände (Objektgesellschaften) des Fonds kann die AIF-KVG Auricher Werte GmbH laut Prospekt jeweils eine Transaktionsgebühr von bis zu 5 Prozent des Kaufpreises erhalten.

Laufende Kosten

Kapitalverwaltungsgesellschaft (pro Jahr): bis zu 1,65 Prozent
Komplementärin (pro Jahr): bis zu 0,05 Prozent
Treuhänderin (pro Jahr): bis zu 0,3 Prozent


Stromtankstelle auf der Königsallee in Düsseldorf. / Foto: imago images, Michael Gstettenbauer

Die Prozentzahlen beziehen sich auf die Bemessungsgrundlage. Als Bemessungsgrundlage für die Berechnung der laufenden Vergütungen gelten laut Prospekt der durchschnittliche Nettoinventarwert des AIF im jeweiligen Geschäftsjahr und die bis zum jeweiligen Berechnungsstichtag an die Anlegerinnen und Anleger geleisteten Auszahlungen. Die Bemessungsgrundlage ist auf maximal 100 Prozent des gezeichneten Kommanditkapitals begrenzt.

Zusammen mit weiteren laufenden Kosten, unter anderem für die Erstellung und Prüfung des Jahresberichtes und für die externe Bewertung der Investitionen, beträgt die Gesamtkostenquote gemäß den wesentlichen Anlegerinformationen (WAI) schätzungsweise bis zu 2,57 Prozent pro Jahr. Die Prognoserechnung sieht – bei einer prospektierten Eigenkapitalplatzierung von 13 Millionen Euro – nach Abschluss der Investitionsphase Betriebskosten auf Ebene des Publikums-AIF von rund 320.000 Euro pro Jahr vor. Das entspricht rund 2,4 Prozent des platzierten Eigenkapitalvolumens.

Der Publikums-AIF investiert voraussichtlich in der Regel mittelbar über Objektgesellschaften in Ladeinfrastrukturen. Auf Ebene der Objektgesellschaften fallen in der Regel unter anderem laufende Kosten für Pacht, Wartung, Betriebsführung, Reparaturen und Versicherungen an.

Laufzeit und Auszahlungen

Laufzeit: bis zum 31. Dezember 2031 (Grundlaufzeit)
Gesamtauszahlung (Prospektprognose): 163,1 Prozent (inkl. Kapitalrückzahlung)
Schlussauszahlung 2031 (Prospektprognose): 119,1 Prozent
Renditeprognose vor Steuern pro Jahr (IRR): ca. 5,1 bis ca. 5,6 Prozent
Einkunftsart: Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Die Gesellschafterversammlung kann die Verlängerung der Grundlaufzeit in mehreren Schritten um bis zu sechs Jahre beschließen. Die Verlängerung ist zulässig, wenn wirtschaftliche (z. B. erwartete Wertsteigerung), rechtliche oder steuerliche Gründe für eine spätere Auflösung des Fonds sprechen. Die Gesellschafter entscheiden mit einer notwendigen Mehrheit von mindestens 75 Prozent der abgegebenen Stimmen darüber, ob die Grundlaufzeit verlängert wird. Eine Auflösung des Fonds vor dem Ende der Grundlaufzeit erfordert ebenfalls einen Gesellschafterbeschluss mit einer qualifizierten Mehrheit von mindestens 75 Prozent. Wenn ein Anleger der Treuhänderin keine Weisung erteilt, übt diese laut Treuhand- und Verwaltungsvertrag das Anleger-Stimmrecht nach pflichtgemäßem Ermessen im Interesse des Anlegers aus.

Die Berechnung der Prognoseergebnisse basieren laut Prospekt auf Annahmen für ein Portfolio bestehend aus fünf Ladeparks mit jeweils zehn Ladepunkten. Es wird im Prospekt von einer Verwertung der Vermögensgegenstände Ende 2031 ausgegangen und ein Nettoverkaufserlös von 14,55 Millionen Euro unterstellt. Dieser liegt über den prognostizierten Anschaffungskosten von rund 11,81 Millionen Euro.

Wenn die Anlegerinnen und Anleger Auszahlungen in Höhe ihrer Einzahlungen (105 Prozent) und darüber hinaus Auszahlungen in Höhe einer durchschnittlichen jährlichen Verzinsung von 8 Prozent pro Jahr auf ihr Kommanditkapital erhalten haben, erhält die KVG von allen weiteren Auszahlungen 45 Prozent als erfolgsabhängige Vergütung.

Investitionen

Der Publikums-AIF darf laut Prospekt im Bereich Elektromobilität investieren. Gemäß den Anlagegrenzen kann es sich bei den Investitionen um bestehende Schnell-Ladestationen als auch um Projektrechte für Schnell-Ladestationen handeln.

Die Anlagegrenzen sehen darüber hinaus vor, dass der Fonds mindestens 60 Prozent seines zu investierenden Kapitals nach folgenden Kriterien anlegt: Inbetriebnahme der Ladeinfrastruktur innerhalb von einem Jahr nach Erwerb durch den Fonds möglich, Standorte in Deutschland, je Standort mindestens sechs Ladepunkte mit jeweils mindestens 150 Kilowatt (kW) Nennleistung, Mehrheitsbeteiligung für den Fonds.


City Watt-Ladesäule. / Foto: Unternehmen

Die ersten beiden Investitionen des Fonds, die Ladeparks Kamen und Koblenz, erfüllen die Investitionskriterien. Laut Prospekt (Aufstellung 19. August 2021) ist die Inbetriebnahme der beiden Ladeparks zu Anfang Oktober 2021 vorgesehen. Nach Angaben der Initiatorin (Stand: 1. Oktober 2021) sind die Ladesäulen bereits aufgestellt und die wesentlichen Erdarbeiten abgeschlossen. Die Trafoaufstellung stehe unmittelbar bevor, so dass sie eine Inbetriebnahme im Oktober erwarte. Laut Prospekt muss die Inbetriebnahme der beiden Ladeparks bis zum 22. Oktober 2021 erfolgen, um die zugesagten Fördermittel des Bundes von zusammen rund 554.000 Euro zu erhalten. Das sind rund 10 Prozent des Kaufpreises für die beiden Ladenparks von zusammen rund 5,4 Millionen Euro.

Bei beiden Ladeparks sind jeweils fünf Ladesäulen des Herstellers Alpitronic mit zehn Ladepunkten (je Park) errichtet. Beide Ladeparks befinden sich auf Grundstücken des Gartencenter Dehner. Die Objektgesellschaften Kamen und Koblenz haben laut Prospekt jeweils einen Untermietvertrag über 20 Jahre mit der Citywatt Investment GmbH geschlossen. Zudem wurde vertraglich vereinbart, dass die Citywatt GmbH für 20 Jahre die technische und kaufmännische Betriebsführung der beiden Ladeparks übernimmt.

Nach Angaben der Initiatorin ist vorgesehen, dass der Fonds weitere Objektgesellschaften der Citywatt-Gruppe erwirbt. Die Initiatorin hat sich nach eigenen Angaben den Zugriff auf mehrere weitere Citywatt-Ladeparks gesichert, die sich im Bau befinden. Damit bestehen den Angaben nach auch bei einer Erhöhung des Emissionsvolumens auf 30 Millionen Euro ausreichend Investitionsmöglichkeiten für den Fonds. Die Initiatorin führt nach eigenen Angaben aber auch Gespräche mit weiteren Betreibern bzw. Standortinhabern, da für das Portfolio des Fonds keine ausschließliche Zusammenarbeit mit Citywatt angestrebt werde. Nach Angaben der Initiatorin ist geplant, dass der Fonds in diesem Jahr – abhängig von der Platzierungsgeschwindigkeit – mindestens zwei weitere Ladeparks erwirbt.

Die Emittentin kalkuliert nach eigenen Angaben bei den Schnellladesäulen, die sie mittelbar erworben hat und noch erwerben wird, mit einer Lebensdauer von 20 Jahren.  Nach Einschätzung der Emittentin sind bzw. werden Wartungs- und Instandhaltungspositionen, die auch für Aktualisierungen und Erneuerungen zur Verfügung stehen sollen, in angemessenem Umfang bei den Projekt-Planrechnungen berücksichtigt. Ausschlaggebend für die Projektauswahl ist nach Angaben der Emittentin, dass der Standort über 20 Jahre gesichert ist und ein Netzanschluss mit hoher Leistung möglich ist.

Ökologische Wirkung und Impact

Elektroautos stoßen bei der Fahrt keine Emissionen aus, insbesondere auch keine klimaschädlichen Kohlenstoffdioxide (CO2) und keine gesundheitsgefährdenden Stickoxide. Wie bei anderen Fahrzeugen ist auch die Produktion von Elektroautos mit dem Verbrauch von Energie und Ressourcen verbunden. Bei Elektroautos ist die Herstellung der Batterien bislang ressourcenintensiv und insofern ökologisch nachteilig.

Mittelbar verursachen auch Elektroautos CO2-Emissionen, wenn ihre Batterien (teilweise) mit Kohlestrom aufgeladen werden. Die Schnellladestationen im Fondsportfolio des ÖKORENTA Infrastruktur 13E werden laut Kundenbroschüre jedoch zu 100 Prozent Ökostrom liefern. Bei den am Markt angebotenen Ökostromtarifen gibt es aber deutliche Unterschiede hinsichtlich der ökologischen Wirkung. So gibt es Ökostromangebote, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien fördern, z.B. Tarife mit dem ok-power-Label und dem „Grüner-Strom-Label“. Nach Angaben der Initiatorin ist die Auswahl der Ökostromtarife, die an den Ladesäulen angeboten werden sollen, noch nicht erfolgt.

Im Verkehrsbereich hat sich die klimafreundliche Mobilität noch nicht durchgesetzt. Ein Problem ist die noch nicht ausreichend ausgebaut Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren zum 1. September 2021 Ladesäulen mit rund 40.300 Normalladepunkten und nur rund 6.800 Schnellladepunkte in Betrieb. Die Ultra-Schnelladepunkte, die der Fonds plant, sollen ein vollständiges Aufladen von Autoakkus in rund einer halben Stunde ermöglichen. Damit sind auch längere Fahrten komfortabel möglich. Somit kann der Fonds darauf hinwirken, dass Autofahrer, die aufgrund der geringeren Reichweite bislang skeptisch waren, auch vermehrt auf klimafreundliche Elektromobilität umsteigen.

Risiko

Der Markt für Ladeinfrastrukturen für Elektromobilität ist noch im Aufbau begriffen. Es gibt wenig Erfahrungswerte, mit denen die zukünftige Entwicklung des Marktes prognostiziert werden kann. Es sind erhebliche technologische Fortschritte, beispielsweise bei der Ladensäulentechnik und den Elektroauto-Batterien (Reichweite), möglich. Diese können dazu führen, dass die Stromverkaufsmengen an den Ladesäulen des Fonds nicht in dem prognostizierten Umfang steigen. Die geplanten Ultraschnell-Ladesäulen des Fonds bieten hohe Ladeleistungen. Diese können laut Prospekt von den meisten Elektroautos, die bislang in Massenfertigung hergestellt werden, nicht genutzt werden. Daher ist der Fonds darauf angewiesen, dass immer mehr Batterien von Elektroauto-Modellen des Massenmarktes hohe Ladeleistungen verkraften.


In der Gläsernen Manufaktur in Dresden produziert Volkswagen seit Jahresbeginn den vollelektrischen ID.3. / Foto: imago images, Sylvio Dittrich

Die Fondsinitiatorin verfügt über rund 20 Jahre Erfahrung im Windenergiemarkt. Im Vergleich dazu hat sie im Bereich Ladeinfrastruktur für Elektroautos nur geringe Erfahrungen. Das kann zum einen das Risiko von Fehlinvestitionen für den Fonds erhöhen. Zudem erhöht es die Abhängigkeit vom externen Partner Citywatt, auf dessen Kompetenz, Integrität und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Fonds angewiesen ist. Falls der Partner während der Fondslaufzeit ausfallen sollte, sind davon bei den Ladeparks Koblenz und Kamen insbesondere die Betriebsführungs- und Unterpachtverträge betroffen. Der Großteil der geplanten Investitionen des Fonds steht noch nicht fest. Daher ist auch noch nicht bekannt, ob es eine Risikostreuung über verschiedene Betriebsführer, Ladesäulen-Hersteller und Standortbesitzer geben wird.

Da der Fonds auch Projektrechte erwerben darf, können neben Bau- und Inbetriebnahmerisiken auch Projektentwicklungsrisiken bestehen. Während des Betriebs der Ladesäulen besteht das Risiko von ungeplanten Reparaturen. Zudem ist es möglich, dass die Ladesäulen während der Fondslaufzeit technologisch so altern, dass sie ersetzt werden müssen. Der Großteil der geplanten Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger soll durch den Verkauf der Anteile an den Objektgesellschaften am Ende der AIF-Laufzeit erwirtschaftet werden.

Es wird im Prospekt von einem Nettoverkaufserlös ausgegangen, der deutlich über den prognostizierten Anschaffungskosten liegt. Diese Kalkulation beruht auf der Annahme, dass die Standortrechte während der Fondslaufzeit im Wert steigen. Diese Prognose ist mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Beispielsweise ist es möglich, dass Geschäfte bei Fonds-Ladeparks schließen und so die Standorte weniger von Kunden frequentiert werden. Zudem ist es möglich, dass Wettbewerber Ladeparks in der Nähe errichten. Es besteht das Risiko, dass die Verkaufserlöse geringer ausfallen als prognostiziert. Das kann beispielsweise auch dann der Fall sein, wenn das Zinsniveau am Ende der geplanten AIF-Laufzeit 2031 deutlich über dem derzeit sehr niedrigem Zinsniveau liegen sollte.

Stärken

  • Breite Streuung der Investitionen über mindestens fünf Projekte geplant
  • Zwei Ladeparks bereits erworben
  • Förderprogramm des Bundes für Ladeinfrastrukturen

Chancen

  • Hohes Wachstumspotential für Elektromobilität
  • Höhere Erträge als kalkuliert
  • Verkaufserlös für Projekte höher als prognostiziert

Schwächen

  • Investitionen stehen teilweise noch nicht fest
  • Derzeit noch begrenzte Nachfrage nach Strom von Ultraschnell-Ladesäulen
  • Bauherrenrisiken und teilweise Entwicklungsrisiken möglich

Risiken

  • Verkaufserlös am Ende der Fondslaufzeit geringer als kalkuliert
  • Geringere Erträge als erwartet

Fazit:

Finanziell

Der Publikums-AIF ÖKORENTA Infrastruktur 13E plant, mittelbar in Ladeinfrastrukturen für Elektroautos zu investieren. Zwei Ladepark-Projekte hat der Fonds bereits erworben. Zur Zwischenfinanzierung des Projekterwerbs hat er Fremdkapital aufgenommen, das aber mit dem einzuwerbenden Eigenkapital zurückgezahlt werden soll. Weitere Ladeparks, die sich die Initiatorin gesichert hat, befinden sich im Bau. Die laufenden Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger sind voraussichtlich insbesondere von den Strommengen abhängig, die an den Ladesäulen verkauft werden. Falls die Ladepark-Standorte wirtschaftlich gut laufen, kann sich der mögliche Verkaufspreis am Ende der Fondslaufzeit erhöhen. Dann sollen die Anlegerinnen und Anleger den Großteil der prognostizierten Gesamtauszahlung erhalten.

Nachhaltigkeit

Mehr Ladesäulen fördern den Ausbau der Elektromobilität und damit den nachhaltigen Klimaschutz im Verkehrssektor. Das gilt insbesondere dann, wenn nur Ökostrom getankt wird, wie es bei den Ladesäulen des Fonds vorgesehen ist.

ECOreporter.de-Empfehlung

Beim Fonds ÖKORENTA Infrastruktur 13E handelt es sich um ein stark unternehmerisch geprägtes Beteiligungsangebot. Das bedeutet: Es bestehen hohe Risiken, aber auch große Chancen, da der Fonds frühzeitig in einen Markt mit hohem Entwicklungspotential eingetreten ist.

Basisdaten

Kapitalverwaltungsgesellschaft und Anbieterin: Auricher Werte GmbH, Aurich

Fondsgesellschaft (AIF): ÖKORENTA Infrastruktur 13E geschlossene Investment GmbH & Co. KG , Aurich

Komplementärin: ÖKORENTA Verwaltungs GmbH, Aurich

Treuhänderin: SG-Treuhand GmbH, Aurich

Verwahrstelle: BLS Verwahrstelle GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg

Beteiligungsform: Treugeber, Umwandlung in Direktkommanditist möglich

Währung: Euro

Gesamtfinanzierungsvolumen:
13,65 Millionen Euro

Eigenkapitalvolumen (ohne Agio): 13,0 Millionen Euro

Mindestzeichnungssumme:
10.000 Euro

Agio: 5 Prozent

Grundlaufzeit: bis zum 31. Dezember 2031

BaFin-Prospektbilligung: Ja

Leistungsbilanz: Ja

Sensitivitätsanalyse: Ja

Haftsumme: 0,1 Prozent der Kommanditeinlage (Außenverhältnis), 100 Prozent der Kommanditeinlage (Innenverhältnis)

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