NaturEnergy will mit der neuen Anleihe weitere Wind- und Solarparks finanzieren. / Foto: naturstrom

  Anleihen / AIF, ECOanlagecheck, Windenergie-Investments, Solarenergie-Investments

Unabhängige Analyse: NaturEnergy-Anleihe 2026

Die NaturEnergy-Gruppe entwickelt, realisiert und betreibt Solar- und Windkraftanlagen in Deutschland. Um die Umsetzung weiterer Projekte zu finanzieren, bietet ihre Muttergesellschaft NaturEnergy GmbH & Co. KGaA eine Anleihe an. Der renommierte Ökostromversorger naturstrom AG ist Mehrheitsgesellschafter der Emittentin. Die Anleihe bietet einen Zinssatz von 4,25 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von acht Jahren. Die Mindestzeichnung beträgt 3.000 Euro. ECOreporter analysiert das grüne Investment.

Emittentin und Anbieterin der Inhaber-Schuldverschreibungen (Anleihe) ist die NaturEnergy GmbH & Co. KGaA aus Bayern. Das Emissionsvolumen der NaturEnergy-Anleihe 2026 beträgt bis zu 10 Millionen Euro. Die Emittentin plant laut Prospekt die Einbeziehung der Schuldverschreibungen in den Freiverkehr der Frankfurter oder Düsseldorfer Wertpapierbörse.

NaturEnergy ist an mehreren Projektgesellschaften beteiligt, die insgesamt 38 Windenergieanlagen und 18 Solarparks betreiben. Die Projektpipeline des Unternehmens umfasst laut Geschäftsbericht Wind- und Solarprojekte mit zusammen ungefähr 340 Megawatt (MW), von denen über 50 MW bereits 2026/2027 in Betrieb gehen sollen (Stand: 31.3.2026).

Unternehmensprofil NaturEnergy und naturstrom

Die Emittentin NaturEnergy GmbH & Co. KGaA, eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), hat ihren Sitz in Bamberg und ihre Geschäftsanschrift in Eggolsheim, rund 20 Kilometer von Bamberg entfernt in Oberfranken in Bayern. Die Emittentin wurde 2020 von der naturstrom AG aus Düsseldorf gegründet, um das Geschäftsfeld Energieerzeugung neu zu organisieren und verstärkt für Investorinnen und Investoren zu öffnen. Die bereits 1998 gegründete naturstrom AG ist ein Pionier im Ökoenergiebereich. 

Der Konzern der naturstrom AG beliefert laut Geschäftsbericht (für 2024) über 300.000 Kundinnen und Kunden mit Ökostrom und/oder Ökogas. Die ganzheitlich auf Nachhaltigkeit ausgerichtete naturstrom AG setzt dabei auf Ökostromtarife nach den Kriterien des Grüner Strom Labels, die einen zusätzlichen ökologischen Nutzen bieten und den Bau von neuen Erneuerbaren-Energien-Anlagen fördern. Von 2021 bis 2024 lag der jährliche Förderbetrag jeweils über 7 Millionen Euro. Der Konzern-Geschäftsbericht für 2025 ist noch nicht veröffentlicht (Stand: 26.5.2026).

Die Aktien der naturstrom AG sind nicht börsennotiert. Aktionärinnen und Aktionäre der naturstrom AG sind die eco eco AG mit 24,96 Prozent und elf Personen, Unternehmen und Stiftungen mit Anteilen zwischen 1,0 und 4,7 Prozent. Zusammen rund 51,3 Prozent der Anteile halten rund 1.970 Kleinaktionärinnen und -aktionäre, die jeweils weniger als 1 Prozent besitzen. Auch die Aktien der NaturEnergy GmbH & Co. KGaA sind nicht börsennotiert, aber handelbar. Für die Aktien beider Unternehmen können Kauf- und Verkaufsangebote über die Umweltfinanz-Handelsplattform abgegeben werden.


Dr. Thomas Banning (l.) und Jürgen Koppmann führen die Geschäfte der NaturEnergy Verwaltung GmbH. / Foto: naturstrom, M. Müller

Das Grundkapital der Emittentin besteht zum Prospektdatum (29.5.2026) aus rund 20,2 Millionen Aktien zu je 1 Euro. Laut Wertpapierprospekt halten die naturstrom AG 60,25 Prozent, die eco eco AG 7,94 Prozent und die Naturstrom-Stiftung 6,09 Prozent der Anteile an der Emittentin. Weitere Aktien liegen bei rund 2.000 Kleinaktionärinnen und Kleinaktionären. Es ist möglich, dass der Anteil der naturstrom AG künftig unter 50 Prozent sinken könnte, beispielsweise infolge von weiteren Kapitalerhöhungen.

Die Emittentin NaturEnergy ist eine GmbH & Co. KGaA, bei der die Geschäftsführung durch eine persönlich haftende Gesellschafterin (Komplementärin) erfolgt. Komplementärin der Emittentin ist die NaturEnergy Verwaltung GmbH, an der die naturstrom AG 65 Prozent, die eco eco AG 25 Prozent und die Naturstrom-Stiftung 10 Prozent halten. Damit hat die naturstrom AG mittelbar eine beherrschende Einflussmöglichkeit auf die Emittentin und deren Geschäftsausrichtung. Bei einer GmbH & Co. KGaA ist im Vergleich zu einer AG rechtlich der Einfluss der Aktionärinnen und Aktionäre sowie des Aufsichtsrates auf die Geschäftsführung geringer.

Die Geschäftsführer der Komplementärin der Emittentin sind Dr. Thomas Banning und seit Oktober 2024 Jürgen Koppmann. Banning war von 2002 bis 2022 Vorstand der naturstrom AG und ist unter anderem auch Vorstand und Gesellschafter der eco eco AG, die er 1999 gründete, die den Aufbau des naturstrom-Konzerns mit Kapital und Beratungsleistungen unterstützte und die weiterhin für die Emittentin tätig ist. Koppmann war zwischen 2002 und 2023 insgesamt 19 Jahre Vorstandsmitglied der UmweltBank AG.

Beteiligungen

Die Emittentin ist unmittelbar und mittelbar an zahlreichen Projektgesellschaften beteiligt, deren Wind- und Solarparks entweder bereits in Betrieb sind oder sich noch in der Entwicklungs- oder Bauphase befinden. Häufig sind bei den jeweiligen Projektgesellschaften Bürgerinnen und Bürger und andere Mitinvestoren als Kommanditisten eingebunden, sodass die Emittentin in vielen Fällen nicht alle Anteile und bei einigen Gesellschaften nur eine Minderheitsbeteiligung hält. Die Emittentin ist laut Geschäftsbericht zum 31.12.2025 an Gesellschaften beteiligt, die insgesamt Windkraftanlagen mit 109,6 MW und Photovoltaikanlagen mit 161,6 Megawattpeak (MWp) betreiben. Davon entfallen rechnerisch 47,6 MW und 104,8 MWp auf die Emittentin.

Zudem ist die Emittentin an mehreren Netzgesellschaften, Komplementärinnen und operativen Gesellschaften beteiligt. Sie ist zu 50 Prozent an der NaturStromProjekte GmbH beteiligt und betreibt diese als Gemeinschaftsunternehmen mit der naturstrom AG, die auch 50 Prozent hält. Die NaturStromProjekte GmbH übernimmt die Projektentwicklung für Wind- und Photovoltaikprojekte bis zur Baureife und ist alleinige Gesellschafterin der NaturStromAnlagen GmbH. Diese verantwortet laut Prospekt häufig die schlüsselfertige Erstellung der Projekte als Generalübernehmerin. Zudem hält die Emittentin alle Geschäftsanteile an der NATEN Betriebsführung GmbH, welche die technische Betriebsführung erbringt.

Die Emittentin beabsichtigt laut Geschäftsbericht, zukünftig verstärkt in Stromnetze und Umspannwerke für Erneuerbare-Energie-Projekte zu investieren und diese zu betreiben. Dieses Geschäft wird in der NaturStromNetze GmbH gebündelt, die zu 60 Prozent der Emittentin und zu 40 Prozent der naturstrom AG gehört.

In Konzern der naturstrom AG waren Ende 2024 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Davon waren 90 bei der NaturStromProjekte GmbH und 14 bei der Emittentin angestellt. Zum Jahresende 2025 beschäftigte die Emittentin 15 Personen.

Geschäftszahlen und Kapitalstruktur

Die Emittentin NaturEnergy hat im Geschäftsjahr 2025 aus ihren Beteiligungen Erträge von 1,205 Millionen Euro erhalten (2024: 1,39 Millionen Euro). Für das Geschäftsjahr 2025 wies das Unternehmen einen Jahresüberschuss von rund 209.000 Euro aus (2024: 114.000 Euro).

Die Bilanzsumme der Emittentin zum 31.12.2025 von rund 43,2 Millionen Euro besteht auf der Aktivseite vor allem aus Finanzanlagenvermögen von 39,8 Millionen Euro, das sich zu über 95 Prozent aus Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen zusammensetzt.

Auf der Passivseite der Bilanz erhöhte sich hauptsächlich aufgrund einer Kapitalerhöhung im Geschäftsjahr 2025 das Eigenkapital von rund 21,9 Millionen Euro auf rund 28,5 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote stieg von 56,1 Prozent im Vorjahr auf 66,1 Prozent zum 31.12.2025. Die Verbindlichkeiten der Emittentin zum Jahresende 2025 bestehen gegenüber verbundenen Unternehmen (rund 8,0 Millionen Euro) und aus Nachrangdarlehen (6,0 Millionen Euro). Im Geschäftsjahr 2026 fand bereits eine weitere Kapitalerhöhung statt. Das Grundkapital der Emittentin hat sich laut Prospekt von 17,4 Millionen auf den Namen lautende Stückaktien (31.12.2025) auf rund 20,2 Millionen (29.5.2026) erhöht.


Die Anleihe-Emittentin ist an Projektgesellschaften beteiligt, die Wind- und Solarparks betreiben, entwickeln oder bauen. / Foto: naturstrom, M. Friel

Die Emittentin leitet das Kapital, das ihr zur Verfügung steht, in der Regel an ihre operativ tätigen Tochterunternehmen und an Projektgesellschaften weiter. 2025 stellte die Emittentin mehreren Gesellschaften Eigenkapital im Rahmen von Kapitalerhöhungen zur Verfügung. Bei den Projektgesellschaften, die in den Bereichen Wind- und Solarparks samt Umspannwerken und Energiespeichern investieren, liegt die Eigenkapitalquote laut Prospekt typischerweise zwischen 20 und 30 Prozent. Die übrigen 70 bis 80 Prozent werden in der Regel über Bankdarlehen finanziert, die von den jeweiligen Projektgesellschaften aufgenommen werden.

Da die Emittentin an zahlreichen Gesellschaften mit in Betrieb befindlichen Wind- und Solarparks beteiligt ist, die in der Regel hauptsächlich mit Bankkapital finanziert sind, wäre bei einem Konzernabschluss der Emittentin die Bilanzsumme voraussichtlich deutlich höher und die Eigenkapitalquote geringer als im Einzelabschluss. Einen Konzernabschluss hat die Emittentin bisher nicht veröffentlicht. Da die naturstrom AG bislang die Mehrheit an der Emittentin hält, wird diese in den Konzernabschluss der naturstrom AG einbezogen.

Im Geschäftsjahr 2025 lagen die Gewinnausschüttungen der Betreibergesellschaften an die Emittentin bei rund 1,71 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die Emittentin laut Lagebericht vom 31.3.2026 Gewinnausschüttungen aus den Betreibergesellschaften in einer Größenordnung von circa 1,2 Millionen Euro, auch weil sich das schwache Windjahr 2025 zeitverzögert auswirkt. Die Emittentin plant, weiter zu wachsen und mittelbar in neue Projekte zu investieren. Deren Betreibergesellschaften liefern nach Angaben der Emittentin typischerweise voraussichtlich erst in späteren Betriebsjahren Gewinnausschüttungen. Daher benötigt die Emittentin laut Geschäftsbericht weiteres Kapital, um ihre zahlreichen Projekte realisieren zu können.

Investitionen

Das Emissionsvolumen der NaturEnergy-Anleihe 2026 beträgt bis zu 10 Millionen Euro. Die Kosten der Emission werden im Prospekt auf ca. 2 Prozent des Emissionsvolumens geschätzt. Demnach beträgt der geschätzte Nettoemissionserlös bei einer Vollplatzierung ungefähr 9,8 Millionen Euro.

Die Emittentin beabsichtigt laut Prospekt, den Nettoerlös ganz oder teilweise ihren Beteiligungsgesellschaften zur Finanzierung von Projekten in den Bereichen Windparks, Solarparks, Umspannwerke und Energiespeicher als Eigenkapital oder als nachrangiges Gesellschafterdarlehen zur Verfügung zu stellen. Das Anleihekapital kann den Projektrechtekauf, die Projektentwicklung und/oder die Bauphase finanzieren. Nach Angaben der Emittentin besteht aufgrund der durchzuführenden Genehmigungsverfahren und der langen Lieferfristen der Hersteller und daraus resultierender Verzögerungen bei der Errichtung der Projekte ein Vor- und Zwischenfinanzierungsbedarf. Dabei gibt die Anleihe mit einer Laufzeit von acht Jahren laut Prospekt mittelfristige Planungssicherheit bei der Projektentwicklung, da Banken aus Erfahrung der Emittentin regelmäßig entsprechende Zwischenfinanzierungskredite nur mit kurzen Laufzeiten (in der Regel ein Jahr) gewähren.

Die Projektpipeline von NaturEnergy umfasst laut Lagebericht vom 31.3. 2026 Wind- und Solarprojekte mit zusammen ungefähr 340 MW. Die Bauarbeiten für das Repowering-Projekt Trendelburg in Hessen sollen in diesem Jahr beginnen, die Inbetriebnahme des Windparks mit zwei Anlagen mit einer Gesamtleistung von 13,6 MW ist für Mitte 2027 geplant. Windprojekte mit einer Gesamtleistung von mehr als 150 MW in den Bundesländern Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Hessen befinden sich in der Entwicklung. Die Projekte sollen überwiegend mit Bürgern und Partnern vor Ort, vor allem Stadtwerken und Gemeinden, umgesetzt werden. Zudem sollen 2026 und 2027 Solarprojekte mit circa 38 MWp realisiert werden. Nach Angaben der Emittentin wird aufgrund der immer schwierigeren Wirtschaftlichkeit von Solarparks angestrebt, neue Projekte stets mit Batteriespeichern auszustatten und auch Batteriespeicher bei Solaranlagen in Betrieb nachzurüsten. Der Strom, der in Zeiten von Überproduktion nicht zu auskömmlichen Preisen verkauft werden kann, soll dabei in Batterien gespeichert und zu Zeiten mit weniger Produktion und höheren Preisen veräußert werden.

Ökologische Wirkung

Die NaturEnergy plant, mit dem Anleihekapital vor allem die Entwicklung und Realisierung von neuen Wind- und Solarprojekten zu finanzieren. Diese entfalten nach einer erfolgreichen Inbetriebnahme eine hohe positive ökologische Wirkung, indem sie einen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zur nachhaltigen Energieversorgung leisten.

Der Geschäftsbericht 2025 der Emittentin enthält einen Nachhaltigkeitsbericht, der die ökologische und soziale Nachhaltigkeit von NaturEnergy und ihren Projekten ausführlich darstellt. Die nachhaltige Ausrichtung der Emittentin ist auch in ihrer Satzung unter dem Paragrafen „Nachhaltigkeit als Unternehmensauftrag“ verankert. Da der naturstrom-Konzern über 300.000 Kundinnen und Kunden mit Ökostrom und/oder Ökogas versorgt, können die nachhaltigen Investitionen, die NaturEnergy mit dem Anleihekapital ermöglicht werden, zusätzlich eine positive Multiplikatorwirkung haben.

Risiken


NaturEnergy hat ein nachhaltiges Kerngeschäft. / Foto: naturstrom

Die Unternehmensgruppe der Emittentin entwickelt, realisiert und betreibt Wind- und Solarparks sowie mit diesen im Zusammenhang stehende Anlagen wie Energiespeicher, Umspannwerke und Stromnetze. Insbesondere in frühen Projektentwicklungsphasen kann ein hohes Risiko bestehen, dass Projekte sich deutlich verzögern oder scheitern. Aber auch in späteren Entwicklungs- und in Bauphasen, in denen in der Regel bereits hohe Kosten angefallen sind, können Projekte noch scheitern. Es ist auch möglich, dass bereits entwickelte Projekte nicht mehr wirtschaftlich realisiert werden können, weil zwischenzeitlich die Anlagen-, Bau- und Finanzierungskosten gestiegen sind und/oder der Strommarktpreis und die Zuschlagswerte bei den Ausschreibungsrunden nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gesunken sind.

Das Bundeswirtschaftsministerium plant Veränderungen der Rahmenbedingungen für neue Solar- und Windenergieprojekte, wodurch sich deren Wirtschaftlichkeit verschlechtern könnte. Solange die Pläne (EEG-Novelle) noch nicht gesetzgeberisch umgesetzt worden sind, bestehen Unsicherheiten bezüglich der künftigen Rahmenbedingungen, wodurch sich das Investitionsrisiko erhöhen kann. Ein zentrales Problem in Deutschland ist zudem ein zu langsamer Netzausbau.

Die Geschäftsentwicklung der Projektentwicklungstochter der Emittentin blieb in den letzten Jahren hinter den Planungen zurück. Sie verzeichnete Jahresfehlbeträge. Es besteht das Risiko, dass die NaturStromProjekte GmbH im starken Wettbewerb mit anderen Projektentwicklern – insbesondere um Flächen für neue Wind- und Solarprojekte – nicht dauerhaft bestehen kann. Die NaturEnergy-Gruppe plant, künftig verstärkt auch in Stromnetze, Umspannwerke und Batteriespeicher zu investieren. In diesen Bereichen hat sie – im Vergleich zu Wind- und Solarparks – bislang geringere Erfahrungswerte, sodass dort höhere Risiken bestehen können.

Die Emittentin ist in rechtlicher, geschäftlicher, wirtschaftlicher und personeller Hinsicht auf verschiedenen Arten mit der naturstrom AG verflochten. Beispielsweise wird derzeit der von den Wind- und Solarparks der NaturEnergy-Gruppe produzierte Strom an Schwestergesellschaften im naturstrom-Konzern geliefert. Es besteht daher ein Potenzial für Interessenskonflikte, beispielsweise bei Verhandlungen über die Stromverkaufs- und -ankaufspreise.

Die Emittentin ist an zahlreichen Projektgesellschaften beteiligt, die Wind- und Solarparks betreiben. Die Stromerlöse von Windkraft- und Solaranlagen können abhängig vom Windaufkommen und den Sonnenstunden im Jahresvergleich teils erheblichen Schwankungen unterliegen. Zudem bestehen beispielsweise die Risiken, dass sich die erzielbaren Strompreise verringern oder an den Anlagen schwerwiegende Schäden auftreten.

Der weit überwiegende Teil der Investitionsvolumina für Wind- und Solarprojekte wird in der Regel durch Banken finanziert, deren Darlehen meist besichert sind. Da die Emittentin noch keinen Konzernabschluss veröffentlicht hat, ist der Umfang der Verbindlichkeiten auf Konzernebene nicht ersichtlich. Die Emittentin stellt den Projektgesellschaften Eigenkapital zur Verfügung, sodass die Ansprüche der Emittentin nachrangig sind. Für Anlegerinnen und Anleger besteht das Risiko, dass sie ihr eingesetztes Kapital teilweise oder vollständig verlieren.


Stärken

  • Am Markt etablierter naturstrom-Konzern
  • NaturEnergy-Gruppe mit Eigenbestand an Wind- und Solarparks
  • Sehr erfahrene Geschäftsführung der Emittentin
  • Hohe Eigenkapitalquote der Emittentin
  • Umfangreiche Projektpipeline
  • Wind-, Solar- und Energiespeichermarkt mit Wachstumspotenzial

Schwächen

  • Projektentwicklungs- und Baurisiken
  • Teilweise unsichere Rahmenbedingungen
  • Noch kein Konzernabschluss der Emittentin
  • Potenzial für Interessenskonflikte


    Fazit

    Finanziell

    Die NaturEnergy-Gruppe entwickelt, realisiert und betreibt hauptsächlich Solar- und Windkraftanlagen. Die Emittentin steht zu der naturstrom AG in einem komplexen Beziehungsgeflecht, das Vor- und Nachteile haben kann. Es ist aber aus heutiger Sicht wahrscheinlich, dass die Emittentin weiterhin von dem Marktzugang der renommierten naturstrom AG profitieren kann. Die Emittentin hat infolge von Kapitalerhöhungen ihre Eigenkapitalquote zum Jahresende 2025 auf über 66 Prozent gesteigert und in diesem Jahr weiteres Eigenkapital erhalten. Die hohe Eigenkapitalquote ist positiv zu bewerten, auch wenn sie auf Ebene des NaturEnergy-Konzerns geringer ist und durch die Anleiheemission sinken kann. Die Emittentin ist neben der Akquisition von geeigneten Projekten voraussichtlich insbesondere von der Entwicklung der Rahmenbedingungen (z.B. Zinsniveau, Strompreise, Baukosten, politische Entscheidungen) abhängig. Mit der Ausweitung der Geschäftstätigkeit auf Batteriespeicher, Stromnetze und Umspannwerke hat NaturEnergy die Möglichkeit, das Projektgeschäft zu stabilisieren.

    Nachhaltigkeit

    Das Anleihekapital soll hauptsächlich die Entwicklung und Realisierung von neuen Windkraft- und Solarprojekten finanzieren, sodass eine deutlich positive Nachhaltigkeitswirkung zu erwarten ist. Nicht nur ihre Projekte, auch die Emittentin selbst ist gemäß ihrer Satzung konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.

    ECOreporter-Empfehlung

    NaturEnergy ist in die etablierte naturstrom-Gruppe eingebunden. Die derzeit unsicheren künftigen Rahmenbedingungen für neue Wind- und Solarprojekte sind mit Risiken für das Unternehmen verbunden, sodass die erfahrene Geschäftsführung ein Pluspunkt ist. Auch die aktuelle Kapitalstruktur und das zunehmend diversifizierte Geschäftsmodell von NaturEnergy überzeugen. Daher überwiegen bei dem Unternehmen die Stärken.


    Basisdaten

    Anbieterin und Emittentin: NaturEnergy GmbH & Co. KGaA, Eggolsheim
    Anlageform: Anleihe (Inhaber-Schuldverschreibungen)
    Emissionsvolumen: bis zu rund 10 Millionen Euro
    Laufzeit: 1. September 2026 bis 31. August 2034
    Zinssatz: 4,25 Prozent pro Jahr
    Mindestzeichnungssumme: 3.000 Euro
    Prospektbilligung: BaFin
    Handelbarkeit: Börsenhandel geplant, frühestens ab 1. April 2027
    ISIN: DE000A460FA5

    Verwandte Artikel

    04.05.26
     >
    20.04.26
     >
    20.04.26
     >
    10.04.25
     >
    27.02.25
     >
    Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
    Nach oben scrollen
    ECOreporter Journalistenpreise
    Anmelden
    x