ECOanlagecheck, Windenergie-Investments, Solarenergie-Investments

Unabhängige Analyse: Die Beteiligung „CAV Sonne und Wind XII“ im ECOanlagecheck

Die CAV Sonne und Wind XII GmbH & Co KG ist mittelbar bereits an mehreren Solar- und Windparks in Deutschland beteiligt. Insgesamt soll das Portfolio bis zu 20 Beteiligungen an Solar- und Windenergieprojekten in Europa umfassen. Anlegerinnen und Anleger können den Aufbau des Portfolios finanzieren, indem sie sich ab 50.000 Euro als Kommanditisten an der Emittentin beteiligen. Der ECOanlagecheck analysiert das grüne Beteiligungsangebot.

Die Emittentin des Kommandit-Beteiligungsangebotes, die CAV Sonne und Wind XII, investiert laut Memorandum mittelbar zu mindestens 50 Prozent in Solar- und Windenergieanlagen in Deutschland.  Zudem sind Investitionen in Solar- und Windprojekte im europäischen Ausland möglich. Die angestrebte Portfoliozusammensetzung besteht gemäß den Investitionskriterien aus  mindestens 40 Prozent Solarenergie und mindestens 25 Prozent Windenergie. Die Emittentin plant, jeweils mittelbar über ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft CAV S+W 12. Betriebs GmbH & Co KG in die jeweiligen Projektgesellschaften zu investieren.

Unter anderem die Auswahl der Projekte, die Anzahl der Projektbeteiligungen und die Höhe der Stromerlöse und der Betriebskosten beeinflussen das wirtschaftliche Ergebnis der Emittentin. Der Großteil der geplanten Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger soll durch den Verkauf der Anteile an den Solar- und Windparks am Ende der Laufzeit erwirtschaftet werden.

Initiatorin und Leistungsbilanz

Die gemeinsamen Initiatoren des Angebotes sind die Grüne Sachwerte Treuhand GmbH aus Bremen und die CAV Partners AG. Anbieterin und Emittentin ist die im November 2022 gegründete CAV Sonne und Wind XII GmbH & Co KG aus Zeitlarn bei Regensburg. Als Komplementärin und Geschäftsführerin der Emittentin fungiert die CAV Verwaltungs GmbH. Ihre alleinige Gesellschafterin ist die CAV Partners AG, beide Unternehmen wurden 2017 gegründet. Die CAV Gruppe ist als Beraterin und Assetmanagerin im Bereich der Erneuerbaren Energien mit dem Fokus auf Windenergie (an Land), Photovoltaik sowie Photovoltaik-Projektentwicklung tätig und initiiert nachhaltige Kapitalanlagen.


Geschäftsführer der CAV (v.l.n.r.): Andreas Roth, Thomas Hartauer, Hubertus Päffgen

Gründer und Vorstände der CAV Partners AG sind Thomas Hartauer (Jahrgang 1976) und Andreas Roth (Jahrgang 1970).  Sie haben jeweils mehr als 20 Jahre berufliche Erfahrungen im Kapitalmarkt Erneuerbare Energien. Beide bilden seit Gründung  der CAV Verwaltungs GmbH auch deren Geschäftsführung. Diese wurde im Juli 2021 um Hubertus Päffgen (Jahrgang 1983) erweitert, der vorher ebenfalls eine leitende Position im Bereich Erneuerbare Energien-Kapitalanlagen innehatte und mehr als zwölf Jahre berufliche Erfahrung im Kapitalmarkt Erneuerbare Energien hat.
Geschäftsführer der Treuhandkommanditistin Grüne Sachwerte Treuhand GmbH sind Sandra Horling (Jahrgang 1980) und Michael Horling (Jahrgang 1979). Michael Horling hat 2012 die Grüne Sachwerte Gruppe gegründet, die ökologische Geldanlagen vorzugsweise mit Sachwertbezug vermittelt, inzwischen auch selbst nachhaltige Kapitalanlagen auflegt (eigenständig und mit Partnern) sowie Treuhanddienstleistungen für ökologische Gesellschaften erbringt.

Die CAV Partners Gruppe hat laut aktueller Leistungsbilanz (Stand: 31. März 2023) mittlerweile 21 Beteiligungsangebote und eine Serie von 13 Nachrangdarlehen emittiert. Die Zinszahlungen an die Nachrangdarlehensgeber erfolgten laut Leistungsbilanz bislang pünktlich und plangemäß. Bei zwölf der 21 Beteiligungsangebote standen plangemäß schon Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger an. Diese liegen bei sechs der Angebote im Plan, bei einem Angebot unter Plan und bei fünf Angeboten über Plan. Über die erfolgten Auszahlungen hinaus wären laut Leistungsbilanz bei allen Beteiligungsangeboten weitere Auszahlungen möglich gewesen. Das Kapital wurde aber stattdessen reinvestiert, um den Wert der jeweiligen Portfolien zu steigern. Der Großteil der geplanten Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger soll durch den Verkauf der Portfolien am Ende der jeweiligen Laufzeit erwirtschaftet werden. Die Laufzeiten aller Beteiligungen sind noch nicht beendet, so dass die Aussagekraft der Leistungsbilanz diesbezüglich noch eingeschränkt ist.

Bei den 21 Angeboten investieren die Emittentinnen jeweils in mehrere Solar- und/oder Windenergie-Beteiligungen. Insgesamt betreut und verwaltet die CAV Partners Gruppe laut Leistungsbilanz inzwischen rund 73 Millionen Euro Anlegervermögen, das in mehr als 125 Wind- und Solarbeteiligungen investiert ist.

Basisdaten

Emittentin und Anbieterin: CAV Sonne und Wind XII GmbH & Co KG, Zeitlarn bei Regensburg
Komplementärin und Geschäftsführerin: CAV Verwaltungs GmbH, Zeitlarn bei Regensburg
Treuhänderin: Grüne Sachwerte Treuhand GmbH, Bremen
Beteiligungsform: Treugeberin/Treugeber oder Direktkommanditistin/Direktkommanditist

Gesamtfinanzierungsvolumen: 4,12 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen (ohne Agio): 4,0 Millionen Euro
Mindestzeichnungssumme: 50.000 Euro
Agio: bis zu 3,0 Prozent
Laufzeit: bis zum 31. Dezember 2036 (Typ A), bis zum 31. Dezember 2030 (Typ B)
BaFin-Prospektbilligung: Nein
Leistungsbilanz: Ja
Haftsumme: 1 Prozent der Kommanditeinlage


Eigenkapital und Fremdkapital

Gesamtfinanzierungsvolumen: 4,12 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen: 4,0 Millionen Euro (97,1 Prozent)
Platzierungsgarantie: Nein
Agio: 0,12 Millionen Euro (2,9 Prozent)

Bei dem vorliegenden Beteiligungsangebot „CAV Sonne und Wind XII“ handelt es sich um ein Private Placement (Privatplatzierung), für das die Emittentin ein 86-seitiges Memorandum erstellt hat. Es handelt sich dabei um keinen von der BaFin gebilligten Verkaufsprospekt.

Nach Abschluss der Eigenkapital-Platzierungsphase kann die Emittentin Fremdkapital aufnehmen. Darüber entscheidet laut Memorandum auf Beschlussvorschlag der Geschäftsführung die Gesellschafterversammlung mit einfacher Mehrheit. In der Regel bestehen Bankfinanzierungen auf Ebene der Solar- und Windenergie-Projektgesellschaften. Zur Zwischenfinanzierung des Erwerbs des Startportfolios hat die Tochtergesellschaft der Emittentin Nachrangdarlehen von zusammen rund 700.000 Euro aufgenommen, die in diesem Jahr mit dem einzuwerbenden Eigenkapital getilgt werden sollen.

Nebenkosten (in Prozent des Eigenkapitalvolumens ohne Agio)

Agio: 3,0 Prozent
Eigenkapitalvermittlung (ohne Agio): 4,0 Prozent
Konzeption, Rechtsberatung, Emissionsunterlagen und Marketing: 1,0 Prozent
Gesamtweichkosten: 8,0 Prozent

Das Agio beträgt bis zu 3 Prozent. Die Komplementärin CAV Verwaltungs GmbH erhält für Aufbau und Verwaltung des Projektportfolios eine Vergütung von 4 Prozent des Kaufpreises zzgl. eventuell anfallender Umsatzsteuer. Die Vergütung erhöht sich laut Memorandum um weitere 1,75 Prozent des Kaufpreises, soweit der Ankauf direkt über die CAV Verwaltungs GmbH und somit ohne Einschaltung eines Maklers erfolgt.

Laufende Kosten

Geschäftsführung (pro Jahr): 0,85 Prozent des Kommanditkapitals (34.000 Euro bei Vollplatzierung)
Treuhänderin (pro Jahr): 0,3 Prozent des Kommanditkapitals (12.000 Euro bei Vollplatzierung)

Bei den Projektgesellschaften entstehen in der Regel laufende Kosten unter anderem für Wartung und Instandhaltung, kaufmännische und technische Betriebsführung und Pacht und Versicherungen.

Laufzeit und Auszahlungen

Laufzeit: bis zum 31. Dezember 2036 (Typ A), bis zum 31. Dezember 2030 (Typ B)
Gesamtauszahlung (Memorandum-Prognose): rund 153 Prozent (Typ A), rund 127 Prozent (Typ B), jeweils inkl. 100 Prozent Kapitalrückzahlung
Schlussauszahlung (Memorandum-Prognose): rund 102 Prozent (Typ A), rund 103 Prozent (Typ B)
Renditeprognose vor Steuern pro Jahr (IRR, Memorandum-Auszahlungsverlaufsprognose): ca. 3 bis 4 Prozent
Einkunftsart: Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Die Anlegerinnen und Anleger müssen sich im Rahmen der Beitrittserklärung für die Laufzeit Typ A oder Typ B entscheiden. Das Recht zur ordentlichen Kündigung ist während der Laufzeit ausgeschlossen. Die Gesellschafterversammlung kann die Laufzeit mit Dreiviertel-Mehrheit der abgegebenen Stimmen verlängern. Eine vorzeitige Auflösung der Emittentin erfordert einen Gesellschafterbeschluss mit einer Dreiviertelmehrheit sowie die Zustimmung der Komplementärin.


Der AIF will zu mindestens 50 Prozent in deutsche Grünstromprojekte investieren. / Foto: Bill Griepenstroh_unsplash

Der im Memorandum dargestellte prognostizierte Auszahlungsverlauf sieht für den Zeitraum 2024 bis 2032 jährliche Auszahlungen von 4,0 Prozent des Kommanditkapitals an die Anlegerinnen und Anleger vor. Die Treuhänderin und die Komplementärin erhalten eine Erfolgsvergütung für ein abgelaufenes Jahr, wenn die Auszahlung an die Anlegerinnen und Anleger in dem Jahr über 3,0 Prozent liegt. Die Erfolgsvergütung beträgt für die Komplementärin 15 Prozent und für die Treuhänderin 5 Prozent des Betrags, der die Auszahlung von 3,0 Prozent übersteigt. Die niedrige Erfolgsvergütungs-Schwelle ist in diesem Fall akzeptabel, da die – nicht erfolgsabhängigen – laufenden Vergütungen für die Komplementärin und die Treuhänderin vergleichsweise gering sind.
Sollte die Schlussauszahlung am Laufzeitende die prognostizierten rund 103 Prozent übersteigen, so gehen laut Gesellschaftsvertrag die darüber liegenden Zahlungen zu 80 Prozent an die Anlegerinnen und Anleger und zu insgesamt 20 Prozent an die Komplementärin und die Treuhänderin.

Um eine Schlussauszahlung in dem prognostizierten Bereich an die Anlegerinnen und Anleger des Typs B (Laufzeit bis Ende 2030) leisten zu können, ist nach Angaben der Geschäftsführung ein Teilverkauf von Beteiligungen geplant. Das Teilverkaufsvolumen soll das Verhältnis der Anlagevolumina von Typ A zu Typ B abbilden. Gegen Ende der Laufzeit von Typ A (bis Ende 2036) sollen die Beteiligungen dann vollständig verkauft werden. Grundsätzlich plant die Geschäftsführung nach eigenen Angaben, mögliche Gewinne, die die prognostizierten laufenden Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger übersteigen, zu reinvestieren, um den Wert des Portfolios zu erhöhen.

Investitionen

Die Emittentin plant, sich mittelbar über ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft CAV S+W 12. Betriebs GmbH & Co KG an Projektgesellschaften zu beteiligen, die Solar- und Windenergieanlagen bereits betreiben oder zu betreiben planen. Komplementärin und Geschäftsführerin der Emittentin und ihrer Tochter ist jeweils die CAV Verwaltungs GmbH. Die Tochtergesellschaft geht in der Regel Minderheitsbeteiligungen an den Projektgesellschaften ein.

Die Investition in eine einzelne Projektgesellschaft ist gemäß den Investitionskriterien, die für die Tochter der Emittentin gelten, auf 20 Prozent des investierten Eigenkapitals begrenzt. Die Investitionen sind laut Kriterium auf Europa beschränkt, wobei mindestens 50 Prozent auf Deutschland entfallen müssen. Darüber hinaus kann die Tochter nach Angaben der Geschäftsführung bis zu 10 Prozent des Eigenkapitals in Aktien investieren, die ihrerseits in Erneuerbare-Energie-Projekte investieren.

Die Vergütungen der Solar- und Windenergieanlagen sollen gemäß Investitionskriterium nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), einem vergleichbaren Gesetz im Ausland oder mittels PPA (Power Purchase Agreement, Stromliefervertrag) geregelt sein. Insbesondere bei neuen Projekten gewinnen PPAs zunehmend an Bedeutung. Die Tochter der Emittentin soll zu mindestens 25 Prozent in Neuprojekte investieren.

Die Solar- und Windenergieanlagen der Projektgesellschaften sollen laut Memorandum überwiegend bereits Energie in Versorgungsnetze einspeisen. Bei noch zu realisierenden Projekten müssen gemäß Investitionskriterium alle Genehmigungen zum Bau der Anlagen vorliegen.


Der AIF ist bereits an vier Solarparks beteiligt. / Foto: christof@herdtfotografie

Die Tochtergesellschaft hat laut Memorandums-Nachtrag Nr. 1 (vom 4. April 2023) bislang vier Beteiligungen an Solarparks und zwei Beteiligungen an Windparks erworben. Die Anlagen befinden sich alle in Deutschland und sind nach Angaben der Geschäftsführung bereits in Betrieb. Ausnahme ist ein Solarpark in Rheinland-Pfalz, der im zweiten Quartal 2023 in Betrieb gehen soll. Das Ankaufsvolumen beträgt nach Angaben der Geschäftsführung der Emittentin für alle sechs Beteiligungen zusammen rund 670.000 Euro.

Davon entfallen laut Memorandum rund 183.000 Euro auf einen Windpark mit drei Vestas-Anlagen in Thüringen, der seit September 2022 in Betrieb ist, und rund 217.000 Euro auf den Solarpark in Rheinland-Pfalz. In beiden Fällen handelt es sich um Erstmarkt-Projekte, bei denen der Projektierer Boreas der Verkäufer ist. Der Ankauf von Anteilen an einem Solarpark in Brandenburg erfolgte dagegen über den Zweitmarkt. Bei Käufen auf dem Zweitmarkt handelt es sich in der Regel um Wind- und/oder Solaranlagen, die bereits mehrere Jahre in Betrieb sind. Das CAV-Managementteam prüft nach eigenen Angaben laufend eine Vielzahl an Wind- und Solarprojekten im Zweitmarkt und baut die Geschäftsbeziehungen zu Projektierern und Emissionshäusern stetig aus.

Laut Memorandums-Nachtrag Nr. 1 plant CAV, kurzfristig weitere Käufe für das Portfolio von CAV Sonne und Wind XII bekannt zu geben. Bislang hat die Tochter der Emittentin ausschließlich in Projekte in Deutschland investiert. Bis zu 50 Prozent der Investitionen dürfen laut Investitionskriterium aber im europäischen Ausland erfolgen. Laut ihrer Leistungsbilanz (von März 2023) hat die CAV-Gruppe bislang in Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und Großbritannien Projektanteile erworben. Diese Auslandsmärkte bieten nach Einschätzung der Geschäftsführung weiterhin auch für CAV Sonne und Wind XII Investitionsmöglichkeiten.

Zudem entwickelt die CAV-Gruppe seit 2021 auch selber Projekte in Zusammenarbeit mit Partnern. Dabei handelt es sich um Solarprojekte in Deutschland und Italien. Nach Angaben der Geschäftsführung ist geplant, dass sich die Tochter der Emittentin an einer deutschen CAV-Gesellschaft beteiligt, die von CAV entwickelte Solarprojekte in Italien betreibt.

Die Geschäftsführung plant laut Memorandum, Überschüsse, die sich nach laufenden Kosten und Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger während der Laufzeit ergeben, gezielt in bestehende oder weitere Solar- und Windenergieprojekte zu reinvestieren.


Ökologische Wirkung

Die Emittentin investiert mittelbar in Solar- und Windenergieanlagen, die Ökostrom erzeugen und damit eine positive ökologische Wirkung haben. Die Investitionen erfolgen laut Memorandum zu mindestens 25 Prozent in Neuprojekte. In diesen Fällen finanziert die Emittentin mit dem Kapital der Anlegerinnen und Anleger den Ausbau der Erneuerbaren Energien, so dass auch eine direkte positive ökologische Wirkung besteht. Aber auch bei Anlagen, die bereits seit mehreren Jahren in Betrieb sind, ist eine zusätzliche hohe direkte ökologische Wirkung möglich, falls sie während der Laufzeit repowert werden. Das Repowering eines Windparks ist in der Regel unter ökologischen Gesichtspunkten positiv zu bewerten, da beim Ersetzen von alten Anlagen durch neue der Stromertrag deutlich steigt.

Risiko

Die Emittentin investiert mittelbar über ihre Tochtergesellschaft in Solar- und Windenergieanlagen, die voraussichtlich oftmals bereits mehrere Jahre lang Strom ins Netz einspeisen. Bei diesen Anlagen bestehen daher keine Fertigstellungsrisiken. Baurisiken können entstehen, falls die Emittentin auch in neu zu errichtende Anlagen investiert, oder wenn bestehende Anlagen während der Laufzeit repowert werden. Gemäß den Investitionskriterien müssen bei noch zu realisierenden Projekten alle Genehmigungen zum Bau der Anlagen vorliegen. Die Anlagen des bisherigen Beteiligungs-Portfolios der Emittentin sind bis auf eine bereits in Betrieb.

Bei der Investition in laufende Solar- und Windenergieanlagen liegen in der Regel fundierte, langjährige Stromertragsdaten für eine zuverlässige und marktgerechte Bewertung der jeweiligen Gesellschaftsanteile vor. Trotzdem besteht grundsätzlich das Risiko, dass die Tochtergesellschaft der Emittentin einen zu hohen Kaufpreis für die Anteile zahlt. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass zum Zeitpunkt der Kaufpreisfindung nicht alle relevanten Projektinformationen vorlagen. Es ist möglich, dass die Emittentin mittelbar Anteile an Solarprojekten erwirbt, die von Unternehmen der CAV-Gruppe entwickelt wurden und verkauft werden. In diesen Fällen besteht ein Potenzial für Interessenskonflikte, beispielsweise bei der Kaufpreisfindung.

Bis zu maximal 50 Prozent der Gesamtinvestitionen können in Solar- und Windenergieanlagen außerhalb Deutschlands erfolgen, so dass teilweise Auslandsrisiken und erhöhte Rechtsrisiken bestehen können. Falls Investitionen auch in Anlagenstandorte außerhalb des Euroraums erfolgen, können Währungsrisiken und -chancen entstehen. Grundsätzlich besteht im In- und Ausland das Risiko, dass der Wind weniger stark weht und die Sonne weniger scheint als erwartet und die Stromerträge in der Folge unter der Prognose liegen. Zudem bestehen auf Ebene der Projektgesellschaften in der Regel weitere Risiken, die mit dem Betrieb von Solar- und Windenergieanlagen verbunden sind. Dazu gehören beispielsweise rückwirkende Änderungen von Einspeisevergütungen oder Zahlungsausfälle bei PPA-Stromabnehmern.

Ein großer Teil der geplanten Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger soll durch den Verkauf der Beteiligungen am Ende der jeweiligen Laufzeit (2030 und 2036) erwirtschaftet werden. Es besteht das Risiko, dass die Verkaufserlöse geringer ausfallen als von der Emittentin kalkuliert und Anlegerinnen und Anleger einen Kapitalverlust zu verzeichnen haben.

Stärken

  • Breite Streuung der Investitionen über zahlreiche Standorte und zwei Energiearten geplant
  • Erfahrene Geschäftsführung
  • Bestandsportfolio mit sechs Beteiligungen vorhanden
  • Anlagen in der Regel bereits im Betrieb

Schwächen

  • Investitionen stehen teilweise noch nicht fest
  • Teilweise Bauherrenrisiken möglich

Chancen

  • Höhere Stromerträge als erwartet
  • Verkaufserlöse für die Projekte höher als kalkuliert

Risiken

  • Verkaufserlös für die Projekte geringer als kalkuliert
  • Geringere Stromerträge als prognostiziert

Fazit:

Finanziell

Beim Ankauf von Anteilen an bestehenden Solar- und Windenergieanlagen auf dem Zweitmarkt liegen in der Regel langjährige Erfahrungswerte für die Anlagen vor. Damit sind die zukünftigen Stromerträge tendenziell zuverlässiger zu prognostizieren. Die positive aktuelle Leistungsbilanz der CAV-Gruppe zeigt, dass die Unternehmensgruppe mit ihrer erfahrenen Geschäftsführung einen guten Marktzugang hat. Kurz nach Platzierungsstart verfügt die Emittentin mittelbar bereits über ein diversifiziertes Portfolio an Solar- und Windparks in Deutschland, die schon in Betrieb sind. Nach Angaben der Geschäftsführung sind auch Investitionen im europäischen Ausland geplant, insbesondere in Solarprojekte in Italien, so dass auch eine Streuung über verschiedene Investitionsländer zu erwarten ist. Die prognostizierten laufenden Auszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger sind eher niedrig angesetzt. Die Ergebnisse der bisherigen CAV-Beteiligungsangebote zeigen, dass eine Überperformance möglich ist, die die laufenden Auszahlungen und/oder bei einer Reinvestition den Portfoliowert erhöhen könnte.

Nachhaltigkeit

Solar- und Windenergieanlagen erzeugen Strom nachhaltig. Eine direkte positive ökologische Wirkung ergibt sich bei den Neuprojekten und bei möglichen Investitionen in Repowering-Projekte.


ECOreporter-Empfehlung

Der CAV Sonne und Wind XII investiert mittelbar in ein breit gestreutes Portfolio an Solar- und Windparks. Beteiligungen an mehreren bestehenden Solar- und Windenergieanlagen sind bereits erfolgt. Wenn die überzeugende Investitionsstrategie erfolgreich umgesetzt wird, ist eine Rendite möglich, die über der Prognose liegt.

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