Union Investment möchte zunehmend aus fossilen Energieunternehmen aussteigen. / Foto: Pixabay

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Union Investment will nicht mehr in Öl- und Gasförderung investieren

Union Investment hat als erster großer deutscher Fondsanbieter einen Plan für den Ausstieg aus Öl- und Gas-Investments vorgelegt. Greenpeace sieht noch Verbesserungspotenzial.

Union Investment, die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, will ab 2025 die Förderung fossiler Energieträger aus ihren nachhaltigen Fonds ausschließen und in herkömmlichen Fonds schrittweise einschränken. Kohleförderung soll in nachhaltigen Produkten ab Januar tabu sein, die Förderung von Öl und Gas ab April. Die Energiegewinnung aus fossilen Quellen soll hingegen vorerst noch erlaubt bleiben, teils mit Umsatzschwellen.

"Messlatte für Vermögensverwalter in Deutschland höher gelegt"

„Mit Union Investment packt endlich eine große deutsche Fondsgesellschaft die heißen Eisen an: Fossile Investitionen in neue Öl- und Gasvorkommen werden zur roten Linie”, sagt Marie Kuhn, Finanzexpertin bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace. „Allerdings weist die Richtlinie noch erhebliche Schlupflöcher aufgrund schwammiger Formulierungen auf. Wenn Union Investment diese noch schließt, kann der Vermögensverwalter langsamere Konkurrenten wie DWS, Allianz Global Investors und Deka vorführen.”

Auch beim Thema Engagement, also Dialogen mit Unternehmen zu Nachhaltigkeitsfragen und Abstimmungen auf Hauptversammlungen, sieht Greenpeace Union Investment mittlerweile besser aufgestellt als die Konkurrenz: „Mit der klaren Aussage, dass fossile Brennstoffe nicht in ihre nachhaltigen Fonds gehören, hat Union Investment die Messlatte für Vermögensverwalter in Deutschland höher gelegt“, heißt es in einer Greenpeace-Mitteilung. „Es ist nun entscheidend, dass sie ihrer Verpflichtung nachkommen, auf den Hauptversammlungen der Unternehmen gegen den Ausbau von Öl- und Gasvorkommen zu stimmen. Jetzt müssen sogenannte Branchenführer wie die DWS und die Allianz ihre Ambitionen erhöhen.“

Greenpeace hat in einer neuen Kurzstudie die Engagement-Aktivitäten von Union Investment, DWS und Allianz Global Investors verglichen. Die Studie kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:

www.greenpeace.de/publikationen/shareholder-engagement-leere-worte-oder-taten

ECOreporter testet regelmäßig nachhaltige Fonds, auch von Union Investment. Mehr dazu erfahren Sie hier.

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