Wohnhaus mit Fassadenpaneelen von Kingspan. / Foto: Unternehmen

24.05.19 Nachhaltige Aktien

Vom Trend zur Energieeffizienz profitieren – mit diesen drei Aktien klappt's

Ein effizienter Umgang mit Energie hilft, den Klimawandel aufzuhalten. Auch die Abhängigkeit von Energieimporten und die Energiekosten können durch Energieeffizienz-Maßnahmen gesenkt werden. Welche börsennotierten Unternehmen sorgen für eine effizientere Nutzung von Energie?

Die Unternehmensberatung Roland Berger schätzt in einer aktuellen Studie, dass sich die Nachfrage nach Energieeffizienz-Produkten und -Dienstleistungen in Europa bis 2025 verdoppeln wird. Besser gedämmte Gebäude, stromsparendere Elektrogeräte sowie energieeffizientere Transportmittel und Industrieanlagen sollen für die Energie-Einsparungen sorgen.

Wie können Anleger vom Trend zu mehr Energieeffizienz profitieren? ECOreporter stellt drei aussichtsreiche Aktien vor.

Legrand: Elektrotechnik-Konzern, der Gebäude smart macht

Das französische Unternehmen Legrand ist weltweit führend in der smarten Gebäudetechnik. Es liefert die nötige Ausstattung dafür, dass elektrische Geräte in einem Gebäude miteinander vernetzt werden. Dadurch kann Energie besser verteilt und effizienter genutzt werden. Zum Produktportfolio gehören auch Schalter und Steckdosen, Beleuchtungs-, Klingel- und Sprechanlagen, Produkte rund um die Energieversorgung sowie Elektroauto-Ladestationen.

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Heizungssteuerzentrale von Legrand. / Foto: Unternehmen

Legrand beschäftigte 2018 laut Geschäftsbericht über 38.000 Mitarbeiter und hält mehr als 3.200 Patente. Die Produkte vertreibt das Unternehmen in 180 Ländern. Mit einem Börsenwert von 16,24 Milliarden Euro ist Legrand im französischen Leitindex CAC 40 vertreten und zählt damit zu den 40 größten französischen börsennotierten Unternehmen.

Die Aktie des Elektrotechnik-Konzerns steht derzeit an der Börse Frankfurt bei 61,36 Euro (24.5., 8:08 Uhr) und ist mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2019 von um die 19 moderat bewertet.

In den Geschäftsjahren 2014  bis 2018 hat das Unternehmen die Umsätze jährlich um 4 bis 10 Prozent gesteigert. Operativer Gewinn und Nettoergebnis wuchsen ebenfalls stark. Für das erste Quartal 2019 meldete Legrand gute Zahlen. Analysten rechnen in den kommenden Jahren mit weiteren Steigerungen beim Umsatz und Gewinn.

Legrand ist ein nachhaltiges Unternehmen. Es hat laut Geschäftsbericht 90 Prozent seiner Standorte nach ISO 14001 zertifiziert. Zudem senkt Legrand stetig seine CO2-Emissionen, setzt sich für nachhaltige Produktionsweisen ein und will bis 2030 ein Drittel aller Führungsstellen mit Frauen besetzen.

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VMWare: Software zur energieeffizienten Auslastung von Computern und Servern

VMWare ist ein Software-Unternehmen mit Sitz in Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien. Es ist insbesondere durch das Programm VM Workstation bekannt geworden. Das Programm erlaubt, andere Betriebssysteme auf einem Rechner ohne Neustart laufen zu lassen. VMWare entwickelt auch Software, die zur energieeffizienten Auslastung von Servern und Computern dient. Zudem betreibt das Unternehmen energieeffiziente Datenzentren.

Die meisten Server und Desktop-Computer werden heutzutage nur 5 bis 15 Prozent der Zeit genutzt, in der sie am Stromnetz sind. Dabei benötigen sie selbst im Leerlauf 60 bis 90 Prozent so viel Strom wie im Normalbetrieb. "Durch den Einsatz von VMware-Software kann eine Hardwareauslastung von bis zu 80 Prozent und eine Reduktion der Anzahl der benötigten Server durch Virtualisierung von 15 auf 1 und mehr erreicht werden", erklärt Alexander Funk, Fondsmanager der auf nachhaltige Geldanlagen spezialisierten Fondsgesellschaft Ökoworld.

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Ökoworld-Fondsmanager Alexander Funk ist von VMWare überzeugt. / Foto: Ökoworld

Die VMWare-Aktie ist im Ökoworld-Fonds Ökovision Classic vertreten. Unternehmen, die sich für eine effizientere Nutzung von Energie einsetzen, sind in dem Fonds mit fast 10 Prozent gewichtet. Ökoworld-Experte Funk verspricht sich viel von VMWare: "Ein Blick in das Zahlenwerk zum vierten Quartal 2018 zeigt, dass VMWare im Vergleich zum Gesamtjahr stärker wächst. VMware lieferte im noch jungen Jahr 2019 einen deutlichen Performancebeitrag für unsere Fonds mit einer Wertentwicklung von über 30 Prozent.“ 

Analysten sehen in der Aktie von VMWare in den kommenden Jahren deutliches Potenzial. Die Gewinne sollen in den nächsten drei Jahren zwischen 8 und 12 Prozent pro Jahr wachsen. Die VMWare-Aktie notiert aktuell bei 175,04 Euro an der Börse Stuttgart (24.5., 8:08 Uhr) und damit 5 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Die guten Wachstumsaussichten des US-Softwareproduzenten spiegeln sich in der Bewertung wider. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei über 28. Zum Vergleich: Der IT-Riese Microsoft hat aktuell ein KGV von gut 25, bei ebenfalls sehr guten Wachstumsaussichten.

Kingspan: Energieeinsparung durch effiziente Gebäudedämmung

Das in Irland ansässige Unternehmen Kingspan stellt Dämmstoffe sowie Dach- und Fassadensysteme  her. Hauptprodukte sind isolierte Panelsysteme, die hauptsächlich in Gewerbe- und Industrie-, aber auch in Wohnimmobilen zum Einsatz kommen. Sie machen gut 64 Prozent vom Konzernumsatz aus. 20 Prozent des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit Dämmplatten.

Die Paneele und Dämmplatten von Kingspan helfen, Heizkosten und damit auch Treibhausgase einzusparen. Zudem produziert das Unternehmen Abwasseraufbereitungs- und Tankanlagen sowie Rauch- und Wärmeabzugssysteme. Ein kleiner Umsatzanteil stammt aus dem Verkauf von Solarthermieanlagen.

Kingspan hat über 14.000 Mitarbeiter und betreibt 129 Fabriken, vor allem in Europa und in Nord- und Südamerika. Den Hauptanteil der Umsätze erzielt das Unternehmen laut Geschäftsbericht auf dem europäischen Festland (48 Prozent), gefolgt von Großbritannien (21 Prozent) und Nord- und Südamerika (20 Prozent).

Die Geschäfte liefen in den vergangenen Jahren gut für Kingspan – wie für viele Branchenkollegen. Profitiert hat das Unternehmen von dem weltweiten Bauboom. Zudem schlägt Kingspan Kapital aus dem wachsenden Umweltbewusstsein und den höher werdenden Auflagen für Gebäudedämmungen.

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Panel von Kingspan. / Foto: Unternehmen

"Getrieben durch einen weltweit wachsenden Häusermarkt, konnte das Unternehmen in den letzten Jahren die Umsätze stark steigern. Trotz der gestiegenen Rohmaterialkosten konnte Kingspan seine Margen auf einem sehr hohen Niveau stabilisieren und den Gewinn je Aktie stetig ausweiten", sagt Ökoworld-Fondsmanager Funk. Laut aktuellem Halbjahresbericht legt der Ökoworld-Aktienfonds Ökovision Classic 1,52 Prozent des Fondsvermögens in den Baustoffhersteller an.

Im Geschäftsjahr 2018 hat Kingspan einen Rekordumsatz von 4,35 Milliarden Euro erzielt, eine Steigerung zum Vorjahr um 18 Prozent. Besonders gut lief der Verkauf der Panelsysteme, der um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegte.

Die Aktie des britischen Unternehmens steht an der Börse Stuttgart aktuell bei 44,58 Euro (24.5., 8:08 Uhr). Mit einem erwarteten Gewinn pro Aktie von 2,08 Euro für 2019 hat die Kingspan-Aktie  ein KGV von 21,4. Angesichts der Wachstumserwartungen eine faire Bewertung.

Kingspan will bis 2020 100 Prozent der vom Unternehmen verbrauchten Energie aus Erneuerbaren Quellen beziehen, derzeit sind es 75 Prozent. Zudem setzt sich Kingspan für Recycling von Plastik ein. 2018 recycelte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge 256 Millionen Plastikflaschen, die als Rohmaterial für die eigenen Produkte dienten. 

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