Am Geothermikraftwerk Insheim will Vulcan Energy sein Lithium-Förderverfahren dem Härtetest unterziehen. / Foto: imago images, Panthermedia

 

Vulcan Energie sichert sich neue Lizenzen für Lithiumabbau

Das auf Lithiumförderung spezialisierte deutsch-australische Start-up Vulcan Energie hat sich neue Lizenzen zum Lithiumabbau im Oberrheingraben gesichert. Dabei handele es sich um eine Lizenz zur Gewinnung von Erdwärme und vier Explorationslizenzen für die geothermische Energiegewinnung und Lithium, teilte das Unternehmen mit.

Das deutsche Unternehmen ist eine Tochter des australischen Konzerns Vulcan Energy. Das Unternehmen will Lithium aus dem Thermalwasser des Oberrheingrabens zwischen Frankfurt und Basel gewinnen, wenn dieses heiße Wasser durch Geothermalkraftwerke nach oben gepumpt wird, um Strom zu gewinnen. Hintergründe zu dem Unternehmen und seinem Verfahren hat ECOreporter hier vorgestellt.

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Im Dezember vergangenen Jahres hatte Vulcan Energie bekannt gegeben, ein Geothermiekraftwerk in der Pfalz zu übernehmen, und eine neue Test-Anlage für die Lithiumproduktion aufzubauen. Nun muss das Unternehmen den Beweis erbringen, dass sein Verfahren im industriellen Maßstab funktioniert. Für eine gewinnbringende Produktion müssten etwa 90 Prozent des im Thermalwasser enthaltenen Lithiums herausgefiltert werden, wie Geschäftsführer Horst Kreuter im vergangen en Jahr in einem "Handelsblatt"-Interview erklärt hatte.

Verfahren wird noch erprobt

Lithium ist aktuell insbesondere für die Herstellung von Batterien für Elektroautos noch unverzichtbar, die herkömmlichen Förderverfahren sind aber wenig umweltfreundlich. Vulcan hat für sein nach eigenen Angaben klimaneutrales Lithium bereits eine Reihe prominenter Kunden gefunden, so sicherte will der französische Autohersteller Renault ab 2026 über sechs Jahre 26.000 bis 32.000 Tonnen Lithium von dem Start-up beziehen. Auch Volkswagen, der niederländische Opel-Mutterkonzern Stellantis, der belgische Recycling-Spezialisten Umicore und der südkoreanische Batteriehersteller LG Chem gehören zu den Kunden.

Im Handel an der Börse Frankfurt ist die Aktie von Vulcan Energy aktuell 4,9 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 6,45 Euro (Stand: 6.1.2022, 8:34 Uhr). Als Reaktion auf die Nachricht über die neuen Lizenzen vom Dienstag hatte der Kurs noch einen Sprung um 6,6 Prozent gemacht. Auf Monatssicht hat die Aktie 6,1 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 240,7 Prozent im Plus.

Die Aktie von Vulcan Energy ist aktuell ein sehr riskantes Investment, ob das Verfahren des Unternehmens zur Lithiumförderung tatsächlich in industriellem Maßstab möglich ist, wird gerade erst erprobt. Anlegerinnen und Anleger brauchen hier einen langen Atem und müssen sich im Klaren sein, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt eine Wette abschließen.

Lesen Sie auch die ECOreporter-Dossiers zu Aktien aus dem Bereich Elektromobilität: Von Tesla bis Rivian: 20 Elektroauto-Aktien im Crash-Test und Junge Elektroauto-Aktien: Mit Vollgas in den Abgrund?

Vulcan Energy Resources: ISIN AU0000066086 / WKN A2PV3A

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