Am Geothermiekraftwerk Insheim hat Vulcan Energy sein Förderverfahren bereits mehr als ein Jahr lang getestet. / Foto: Unternehmen

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Vulcan Energy erhält Genehmigung für Bau von Schulungsanlage

Der australische Lithiumförderer Vulcan Energy hat von deutschen Behörden grünes Licht für den Betriebsplan seiner Demonstrationsanlage zur Lithiumgewinnung erhalten. Die Anlage soll dazu dienen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem vorkommerziellen Umfeld zu schulen, bevor die Anlage im kommerziellen Maßstab gebaut wird, wie das Unternehmen erklärt.

Vulcan Energy will im Oberrheingraben, einer Tiefebene zwischen Frankfurt und Basel, klimaneutral Lithium fördern. Dieses soll aus Thermalwasser (heiße Sole) gefiltert werden, das von Geothermiekraftwerken an die Oberfläche gepumpt wird. Anschließend soll in einem Werk vor Ort die Weiterverarbeitung zu hochreinem Lithiumhydroxid erfolgen, wie es etwa für die Produktion von Elektroautobatterien benötigt wird. Ein ausführliches Porträt von Vulcan Energy lesen Sie hier.

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Sein Verfahren der Lithiumextraktion hat Vulcan in den letzten 20 Monaten an seiner Pilotanlage in der Gemeinde Insheim in Rheinland-Pfalz erprobt. Hier hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr ein Geothermiekraftwerk erworben. Für ein Gelingen des Verfahrens ist entscheidend, dass die Durchlaufgeschwindigkeit, also die Menge des durch das Kraftwerk an die Oberfläche gepumpten Thermalwassers, gegenüber dem nur für die Energiezeugung nötigen Betrieb deutlich gesteigert werden kann.

Vulcan teilte nun mit, dass der 20-monatige Betrieb der Pilotanlage genügend Daten für eine endgültige Machbarkeitsstudie (DFS) generiert habe. Die Studie soll nun für das erste Quartal 2023 angefertigt werden.

Umfangreiche Lieferverträge mit großen Autobauern

Vulcan will bis 2025 in die kommerzielle Produktion einsteigen und ausschließlich Erneuerbare Energien nutzen, um seine Kunden auf dem Markt für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge in Europa mit "nachhaltigem" Lithium zu versorgen. Das Unternehmen hat dabei bereits vor dem Start der Lithiumproduktion mehrere Großkunden gewonnen. So wurden Verträge mit Autobauern wie Volkswagen, Stellantis und Renault über die Lieferung jeweils mehrerer zehntausend Tonnen Lithium geschlossen. Auch der südkoreanische Zellhersteller LG Energy Solution gehört zu den Abnehmern.

Die Aktie von Vulcan Energy ist im Tradegate-Handel aktuell 2,0 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 4,25 Euro (Stand: 16.12.2022, 11:23 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 10,6 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 43,7 Prozent an Wert verloren.

Das Geschäftsmodell von Vulcan Energy ist spannend, allerdings muss das Unternehmen noch den Beweis erbringen, dass seine Pläne im industriellen Maßstab durchführbar sind. Zudem müssen die Geothermiekraftwerke, die für die Förderung genutzt werden sollen, erst noch erworben oder gebaut werden. Von nennenswerten Umsätzen oder gar der Gewinnzone ist das Unternehmen nach wie vor weit entfernt.

Bemerkenswert ist allerdings das Vertrauen, das große Autobauer dem Unternehmen entgegenbringen. Hier scheint man im Vulcan-Verfahren deutliches Potenzial zu sehen.

Anlegerinnen und Anleger sollten sich aber im Klaren sein, dass sie mit dem Einstieg in die Vulcan-Aktie noch immer eine Wette eingehen. Aktuell rät ECOreporter zu großer Vorsicht. Geld sollte hier aktuell nur investieren, wer sich potenzielle Verluste leisten kann.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Batterien für Elektroautos: Welche Aktien sind jetzt attraktiv?

Vulcan Energy Resources: 

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