Vulcan Energy erhält Subventionen, um sauberes Lithium für Elektroautoakkus zu produzieren. / Foto: imago images

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Vulcan Energy: Mehr als 100 Millionen Euro Förderung für zwei Projekte

Der australische Lithium-Förderer Vulcan Energy erhält in Deutschland Fördermittel von mehr als 100 Millionen Euro. Das Geld soll dem Unternehmen helfen, eine Anlage zur kommerziellen Förderung von Lithium und eine Fabrik zur Weiterverarbeitung des Rohstoffs zu errichten.

Insgesamt erhält Vulcan Energy rund 104 Millionen Euro. Die Mittel werden laut Unternehmen innerhalb des EU-Beihilferahmens "Temporary Crisis and Transition Framework" (TCTF) durch die Bundesförderung "Resilienz und Nachhaltigkeit des Ökosystems der Batteriezellfertigung" gewährt und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie den Ländern Rheinland-Pfalz und Hessen zur Verfügung gestellt.

Lithium für Elektroautos

Vulcan will im Oberrheingraben, einer etwa 350 Kilometer langen Tiefebene vom Schweizer Jura bei Basel bis zum Südrand des Taunus bei Frankfurt, klimafreundlich Lithium aus dem Thermalwasser ("heiße Sole") fördern. Dafür sollen Geothermiekraftwerke das Wasser an die Oberfläche pumpen, es durch ein Filtersystem leiten und anschließend zurück in die Erde befördern.

Im Rahmen der Pläne will Vulcan eine vollständige Produktionskette aufbauen, von der Förderung lithiumhaltiger Thermalsole bis zur Produktion von Lithiumhydroxid, das insbesondere für Elektroautobatterien gebraucht wird. Das Vorhaben "Sauberes Lithium für die Batteriezellfertigung" (Li4BAT) steht auch im Mittelpunkt der nun bewilligten Förderung.

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Derzeit betreibt Vulcan bereits zwei Testanlagen zur Förderung und zur Weiterverarbeitung von Lithium. Als Nächstes soll eine Lithiumgewinnung und -verarbeitung im industriellen Maßstab aufgebaut werden. Vulcan selbst führt diese Pläne unter der Bezeichnung "Lionheart".

Die Fördermittel sollen daher in den Aufbau zweier kommerzieller Produktionsanlagen fließen: eine Lithiumextraktionsanlage zur Gewinnung von Lithiumchlorid in Landau sowie eine zentrale Lithiumanlage zur Weiterverarbeitung zu hochreinem Lithiumhydroxidmonohydrat (LHM) in Frankfurt-Höchst. LHM ist der Rohstoff, der dann für die Batterieproduktion verwendet werden kann.

Die Anlagen sollen eine Kapazität von jährlich bis zu 24.000 Tonnen LHM erreichen. Das reicht laut Vulcan für die Produktion von rund 500.000 Elektrofahrzeugbatterien pro Jahr.

Die Förderung ist Teil des Gesamtfinanzierungspakets von Vulcans Lionheart-Projekt und laut Unternehmen an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Dazu zählt unter anderem der Abschluss einer Eigenkapitalbeteiligung durch den Rohstofffonds (Raw Materials Fund, RMF) der staatlichen Förderbank KfW bis spätestens 31. März 2026. Dieser Vorgang befindet sich derzeit noch in der Prüfung, wobei die Verhandlungen Vulcan zufolge "bereits weit fortgeschritten sind".

Darüber hinaus schließt das Finanzierungspaket auch eine Finanzierungszusage der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro ein. Hier machte Vulcan keine Angaben zum Stand der Entwicklung.

Nach Bekanntwerden der Förderung legte die Vulcan-Aktie in der vergangenen Woche rund 20 Prozent zu. Aktuell kommt es offenbar zu Gewinnmitnahmen, der Börsenkurs ist zum Freitag 6,1 Prozent im Minus, die Aktie notiert bei 2,31 Euro (Stand: 28.7.2025, 11:37 Uhr). Auf Monatssicht legte die Aktie 12,6 Prozent zu, im Jahresvergleich büßte sie wiederum 12,6 Prozent ein.

Vulcan Energy macht zunehmend Fortschritte bei der Umsetzung seiner Pläne. In den letzten fünf Jahren hat die Aktie 690 Prozent an Wert gewonnen. Allerdings schwankte der Kurs dabei stark. Und: Eine kommerzielle Produktion besitzt der Konzern noch nicht, er verdient auch noch kein Geld mit der Lithiumförderung.

Die Aktie von Vulcan zu kaufen, bleibt absehbar eine Wette. Aktuell sollten nur Anlegerinnen und Anleger einsteigen, die einen eventuellen Verlust ihres eingesetzten Kapitals verkraften können.

Vulcan Energy Resources: ISIN AU0000066086 / WKN A2PV3A

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