Ist die Aktie des britischen Wasserversorgers Severn Trent aktuell ein attraktives Investment? / Symbolfoto: Pixabay

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Wasserversorger Severn Trent will mehr investieren – optimistische Prognose

Der britische Wasserversorger Severn Trent hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/23 (April bis März) mehr Umsatz erzielt, operativ allerdings weniger Geld verdient. Für das Geschäftsjahr 2023/24 kündigt das Unternehmen eine Investitionsoffensive an und erwartet ein starkes Ergebnis.

Severn Trent teilte mit, dass der operative Gewinn vor Steuern für das letzte Geschäftsjahr um 39 Prozent auf knapp 168 Millionen Britische Pfund (193 Millionen Euro) gesunken ist. Grund waren hauptsächlich deutlich höhere Finanzierungskosten, die Zinsbelastung stieg um 38 Prozent.

Die Umsatzerlöse kletterten hingegen um 11 Prozent auf 2,2 Milliarden Pfund (2,5 Milliarden Euro). Dies ist laut Unternehmen auf ein Wachstum der regulierten Wasser- und Abwasserdienstleistungen zurückzuführen. Das Geschäft mit Dienstleistungen für Unternehmen stieg zudem um 23 Prozent.

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Die Konzernleitung schlägt für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Schlussdividende von 64,09 Pence (0,74 Euro) vor, 4,6 Prozent mehr als im Geschäftsjahr 2021/22.

Zudem geht Severn Trent davon aus, dass eine Senkung der Zinsbelastung um 15 bis 20 Prozent zu einem starken Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr 2023/2024 führen wird. Das Unternehmen ist zuversichtlich, weiterhin eine "branchenführende operative Leistung" erbringen zu können.

Zudem plane man "erhöhte Kapitalinvestitionen zwischen 850 Millionen und 1 Milliarde Pfund für 2023/24". Dies sei die "größte Investitionsperiode, die der Sektor je gesehen hat".

Ärger um Abwassereinleitung

Wasserversorgungsunternehmen in Großbritannien waren im vergangenen Jahr in den Fokus von Behörden und Öffentlichkeit geraten, weil sie übermäßige Mengen an Abwasser in Meere und Flüsse einleiteten. Severn Trent war deshalb zu einer Geldstrafe von 1,5 Millionen Pfund verurteilt worden.

In dieser Woche kündigte die Aufsichtsbehörde Ofwat die jüngste in einer Reihe von Untersuchungen an und erklärte, dass sie South West Water – einen der größten Wasserkonzerne Englands – wegen der Genauigkeit seiner Daten über Abwassereinleitungen prüfen werde.

Severn Trent teilte mit, dass das Unternehmen im letzten Jahr seine Leistung in Bezug auf die Wasserqualität um ein Drittel verbessert habe. Die Zahl der Sturmüberläufe, bei denen überschüssiges Regenwasser in Flüsse oder Meere eingeleitet wird, wenn es zu einem Überlauf kommt, sei von 25 auf 18 Fälle gesunken.

Am Finanzmarkt kam der Rückgang beim operativen Ergebnis trotz der optimistischen Prognose nicht gut an: Im Tradegate-Handel ist die Severn Trent-Aktie aktuell 0,8 Prozent im Minus zum Vortag (Stand: 25.5.2023, 9:31 Uhr). Auf Monatssicht hat sie 5,9 Prozent an Wert verloren, im Jahresvergleich ist sie 12,7 Prozent im Minus.

In den letzten Jahren schwankte der Kurs der Severn Trent-Aktie deutlich, hat sich insgesamt aber positiv entwickelt: Auf fünf Jahre ist er 34 Prozent im Plus. Für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger kann die Aktie interessant sein, mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 35 für das laufende Geschäftsjahr ist sie im Moment aber nicht günstig. Defensiver orientierte Anlegerinnen und Anleger sollten auf neue Kursrücksetzer warten. Attraktiv ist die erwartete Dividendenrendite von 4,2 Prozent.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Nachhaltiges Nass: Die besten Wasseraktien.

Severn Trent plc: ISIN GB00B1FH8J72 / WKN A0LBHG

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