Weleda-Standort in Schwäbisch Gmünd. / Foto: Weleda

  Nachhaltige Aktien

Weleda verdoppelt Gewinn – bieten sich Einstiegschancen?

2024 war für das Schweizer Naturkosmetik-Unternehmen Weleda ein gutes Jahr. Weiteres Wachstum soll unter anderem TikTok bringen.

Weleda setzte im letzten Jahr 456 Millionen Euro um. Das ist ein Plus von 8,3 Prozent zu 2023. Der operative Gewinn stieg um 112 Prozent auf 28,3 Millionen Euro, der Nettogewinn verdoppelte sich fast auf 19 Millionen Euro. 2022 hatte Weleda noch rote Zahlen geschrieben. Das Unternehmen erreichte die höheren Margen auch durch Personalabbau: 4,6 Prozent der Stellen wurden im letzten Jahr gestrichen, die Mitarbeiterzahl sank auf knapp über 2.200.

Im schwierigen deutschen Markt gewachsen

Firmenchefin Tina Müller führt das Umsatzplus vor allem auf neue, innovative Produkte zurück, etwa aus dem Bereich Anti-Aging. Weleda konnte damit in einem schwierigen Umfeld zulegen: Der Gesamtumsatz der Naturkosmetikbranche sank 2024 in Weledas wichtigstem Markt Deutschland um mehr als 6 Prozent.

„Weleda kommt historisch aus der Anthroposophie, da ist Altern etwas Positives, Anti-Aging-Produkte standen bisher nicht im Fokus. Aber der Markt tickt natürlich heute anders“, erläutert Müller, die lange die Parfümeriekette Douglas geleitet hat, in einem Interview mit dem „Handelsblatt“.

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Für 2025 geht Müller von weiteren Umsatzzuwächsen im hohen einstelligen Prozentbereich aus. Die Konzernchefin will dazu den Anteil der Online-Verkäufe von bislang noch unter 10 Prozent auf 20 bis 25 Prozent steigern – auch durch Präsenz in dem umstrittenen neuen Webshop von TikTok. Bis 2030 soll sich der Jahresumsatz von Weleda verdoppeln.

An seinem seit Jahren Verluste bringenden Pharmageschäft will das Unternehmen festhalten, wahrscheinlich auch weil die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft und die mit ihr verbundene Klinik Arlesheim mehr als drei Viertel der Weleda-Anteile halten. „Unsere Arzneimittel sind Teil des anthroposophischen Systems, und das wollen wir aufrechterhalten“, so Müller gegenüber dem „Handelsblatt“.

Partizipationsscheine und Aktien

Die nur 19.000 aktienähnlichen Weleda-Partizipationsscheine (ISIN CH0004960180) werden in kleinen Stückzahlen auf außerbörslichen Schweizer Plattformen wie OTC-X gehandelt, der Kurs ist seit Jahresanfang um etwa 8 Prozent gestiegen. Auf drei Jahre gesehen notiert der Partizipationsschein 10 Prozent im Minus, auf fünf Jahre hat er etwa 10 Prozent gewonnen. Der Kurs schwankte in den letzten Jahren teils deutlich.

Es gibt auch eine Weleda-Aktie, die aber nur mit Zustimmung des Verwaltungsrates gekauft werden kann. Aktuell ist ein Erwerb der Aktie oder des Partizipationsscheins nach Einschätzung von ECOreporter mit erhöhten Risiken verbunden – ob die neue Ausrichtung des Unternehmens auf ein jüngeres Publikum auf lange Sicht erfolgreich sein wird, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Nachhaltige Gesundheitsaktien: Wo sich jetzt der Einstieg lohnen kann.

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