Der Schweizer Versicherer Zurich kehrt einem Klimabündnis der Finanzbranche den Rücken. / Foto: imago images, Andreas Haas

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Zurich Insurance: Nächster Versicherer verlässt Klimabündnis

Nach der Munich Re steigt auch der Schweizer Versicherer Zurich Insurance Group aus der Net-Zero Insurance Alliance (NZIA) aus, einer Koalition großer Versicherer, die sich verpflichtet hat, Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Offizieller Grund dafür sollen rechtliche Risiken sein.

Zurich betonte in einer Stellungnahme, seine Kunden beim Übergang zu sauberer Energie unterstützen zu wollen. Der Konzern bleibe seinen Nachhaltigkeitszielen und der Unterstützung der Netto-Null-Umstellung weiterhin voll verpflichtet. Die NZIA wurde 2021 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen und hat weiterhin rund 30 Mitglieder. Sie ist Teil der Glasgow Financial Alliance for Net Zero (GFANZ), in der Finanzkonzerne sich freiwillig zum Netto-Null-Ziel bekennen.

Unternehmen verweisen auf rechtliche Risiken

Zurich verkündete den Austritt in der vergangenen Woche nur wenige Tage nach der Munich Re. Diese hatte bei ihrem Austritt erklärt, dass die Mitgliedschaft erhebliche kartellrechtliche Risiken berge. Auch andere Mitglieder der Allianz erklärten bereits, dass die Zugehörigkeit zu dem Bündnis rechtliche Risiken bedeuten könnte. Zudem beklagten sie einen erhöhten Verwaltungsaufwand.

Ende vorigen Jahres hatte bereits die Vanguard Group die GFANZ verlassen. Der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt hatte in einer Stellungnahme mitgeteilt, die Mitgliedschaft sei nicht mit seinem Geschäftsmodell der Indexnachbildung vereinbar.

Der Austritt von Zurich werfe "weitere Fragen über die Funktionsfähigkeit von freiwilligen Branchenverbänden auf, die auf Emissionsreduzierungen abzielen", so dass Branchenportal "Fonds Professionell". Allerdings habe GFANZ "als größte Initiative des Finanzsektors das Bewusstsein von Bank- und Versicherungsmanagern für die Notwendigkeit der Bekämpfung des Klimawandels geschärft".

Generell stellt sich bei Bündnissen wie der NZIA und der GFANZ die Frage, ob diese tatsächlich echtes Engagement beim Kampf gegen den Klimawandel zeigen oder vorrangig Imagegründen dienen. So hatte ein anderes Finanzbündnis, die Net-Zero Banking Alliance (NZBA), 2022 auf Druck mehrerer US-Banken davon abgesehen, verbindliche Beschränkungen für die Finanzierung fossiler Energieprojekte festzulegen. Die nachhaltige GLS Bank verließ die NZBA diesen Februar, weil Mitglieder des Bündnisses einer Studie zufolge teils weiter Kohle-, Öl- und Erdgasprojekte in Schwellenländern finanzieren.

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