Solarpark Szarvas in Ungarn. ABO Energy will sich auf profitablere Märkte konzentrieren. / Foto: ABO Energy

  Nachhaltige Aktien

ABO Energy verkauft Tochtergesellschaften in Polen und Ungarn

Der Wiesbadener Erneuerbare-Energien-Konzern ABO Energy hat wie geplant eine Vereinbarung zum Verkauf seiner ungarischen und polnischen Tochtergesellschaften geschlossen. Der in der Krise steckende ECOreporter-Aktien-Favorit will sich auf aussichtsreichere Märkte konzentrieren.

Käufer ist der griechische Energiekonzern PPC. Das Unternehmen übernimmt laut ABO Energy die Gesellschaften samt allen 38 Mitarbeitenden in den beiden Ländern, der Projektpipeline sowie fünf bereits in Betrieb befindlichen Solarparks.

Fokus auf Länder mit besseren wirtschaftlichen Aussichten

Der Verkauf habe "keinen Einfluss auf die Entwicklung des erforderlichen Sanierungs- und Finanzierungskonzepts", so ABO Energy. Nach den Verkäufen der griechischen Tochtergesellschaft und eines Großteils der finnischen Windkraftpipeline sei der Verkauf der ungarischen und polnischen Tochtergesellschaften allerdings "ein weiterer Schritt auf dem Weg, uns auf die Länder zu konzentrieren, in denen wir wirtschaftlich langfristig erfolgreich sein können", so Unternehmenschef Karsten Schlageter.

ABO Energy ist unter anderem wegen Fehleinschätzungen zur Rentabilität neuer Projekte in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Für das noch nicht abgerechnete Geschäftsjahr 2025 musste das Management zwei Gewinnwarnungen veröffentlichen, mittlerweile wurde auch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 gestrichen.

Konkrete Details zu den Sanierungsplänen sind weiterhin nicht bekannt. ABO Energy hatte im Mai mitgeteilt, über den Entwurf eines externen Sanierungsgutachtens zu verfügen. Demnach sei das Unternehmen grundsätzlich sanierungsfähig. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung gab es laut Unternehmen Mitte Juli zudem eine Generaldebatte, bei der Fragen der Aktionäre beantwortet wurden. Dazu machte der Konzern aber keine näheren Angaben.

Die ABO Energy-Aktie schloss im Tradegate-Handel am Freitag 0,8 Prozent im Plus zum Vortag bei einem Preis von 3,62 Euro (Stand: 7.8.2026, 22:02 Uhr). Auf Monatssicht gewann sie rund 1,0 Prozent, auf ein Jahr gesehen büßte sie 90,1 Prozent an Wert ein.

Stillhaltevereinbarung verlängert

Die ABO Energy-Anleihe Green Bond 2024/2029 schloss am Freitag im Tradegate-Handel bei 17,63 Prozent ihres Nominalwertes (7.8.2026, 22:02 Uhr). Vor der ersten Gewinnwarnung im November 2025 stand sie bei 103 Prozent.

Zuletzt erklärte ABO Energy, die Stillhaltevereinbarung mit seinen Finanzierungspartnern bis Ende November verlängert zu haben. Das bedeutet, dass beispielsweise Banken während der Verhandlungen über ein Sanierungskonzept ihre Finanzierungen nicht außerordentlich kündigen. Mehr dazu und eine aktuelle Einschätzung der ABO Energy-Aktie lesen Sie hier.

Mehr zu Erneuerbare-Energie-Aktien erfahren Sie in den zweiteiligen ECOreporter-Übersichten zu Windaktien und zu Solaraktien.

ABO Energy Aktie:  ISIN DE0005760029 / WKN 576002

ABO Wind/Energy Green Bond 2024/2029: ISIN DE000A3829F5 / WKN A3829F

(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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