Die Windanlagen im kanadischen Kent Hills waren lange ein Sorgenkind von TransAlta Renewables – sind aber nicht der Grund für den aktuellen Einbruch der Aktie. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Aktie von TransAlta Renewables verliert mehr als 20 Prozent – was ist der Grund?

Der kanadische Grünstromerzeuger TransAlta Renewables hat einen Finanzausblick für 2023 sowie "eine Aktualisierung seiner langfristigen Wachstumsziele" bekannt gegeben. An der Börse kamen die Zahlen nicht gut an.

So rechnet der Konzern für 2023 mit einem bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in einer Spanne von 495 bis 535 Millionen Kanadischen Dollar (CAD; 340 bis 370 Millionen Euro). Für 2022 wird aktuell ein EBITDA zwischen 485 und 525 Millionen Dollar erwartet.

Entscheidender für die Aktionäre dürfte aber eine andere Kennzahl sein: die Angabe der voraussichtlich für die Dividendenausschüttung verfügbaren Barmittel (Cash Available for Dividends, CAFD). Hier liegt die für 2023 erwartete Spanne von 230 bis 270 Millionen CAD (160 bis 186 Millionen Euro) niedriger als die Prognose für 2022 von 245 bis 285 Millionen CAD. Nach Veröffentlichung des Ausblicks brach die TransAlta-Aktie um 25 Prozent ein.

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TransAlta ist ein sogenanntes Yieldco, ein Stromerzeuger mit hoher Dividendenausschüttung. Die Dividende ist daher essenziell für die Beurteilung des Unternehmens. Weitere Yieldcos hat ECOreporter hier vorgestellt.

Auch 2023 erwartet TransAlta demnach "eine Ausschüttungsquote von etwa 100 Prozent", wie TransAlta-Chef Todd Stack laut einer Mitteilung erklärte. "Wir gehen davon aus, dass wir im Jahr 2023 neue Anlagen für Erneuerbare Energien und für die Stromübertragung in Australien in Betrieb nehmen werden, ebenso wie die Wiederinbetriebnahme unserer Anlagen in Kent Hills in der zweiten Jahreshälfte."

Für Investitionen wird Geld benötigt

Die drei Windparks in Kent Hills stehen still, seit nach dem Zusammenbruch einer Windanlage 2021 Risse in den Fundamenten entdeckt wurden. In der Folge haben umfassende Sanierungsarbeiten stattgefunden. In den weiteren Windparks des Konzerns wurden solche Probleme nicht festgestellt.

Dass trotz eines höheren erwarteten EBITDAs im kommenden Jahr voraussichtlich weniger Geld für Ausschüttungen zur Verfügung stehen wird, liegt an Unternehmensangaben zufolge notwendigen Investitionen in der Größenordnung von 50 bis 60 Millionen CAD.

So sei im Gaskraftwerk im kanadischen Sarnia eine große Turbinenüberholung notwendig, außerdem müsse ein Transformator ausgetauscht werden. Darüber hinaus bereite man sich finanziell schon jetzt auf einen geplanten längeren Stillstand mehrerer Windkraftwerke 2024 vor, wenn eine Generalüberholung insbesondere von Anlagen in Australien geplant sei.

Nach dem großen Kurseinbruch liegt die TransAlta-Aktie im Tradegate-Handel aktuell 1,5 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 7,55 Euro (Stand: 20.12.2022, 12:08 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 27,5 Prozent an Wert eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 41,1 Prozent im Minus.

Wie schätzt ECOreporter die Aktie ein?

ECOreporter sieht geringere Dividendenzahlungen aufgrund notwendiger Investitionen insbesondere in die Lebensdauer von Anlagen nicht als dramatisch an. Die erwartete Dividendenrendite der TransAlta-Aktie liegt nach den aktuellen Prognosen sowohl für 2022 als auch 2023 noch immer bei sehr attraktiven 8,6 Prozent. Ein Problem für deutsche Anlegerinnen und Anleger ist hier allerdings die kanadische Quellensteuer. Mehr dazu und wie Sie sich die Steuer zurückholen können, Lesen Sie hier: So holen Sie sich Quellensteuer zurück

Das erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2022 beträgt bei TransAkta aktuell halbwegs moderate 25. Nachhaltige Investoren könnte stören, dass TransAlta Renewables trotz des konsequenten Ausbaus seines Bestands an Erneuerbare-Energien-Anlagen auch noch immer Gaskraftwerke betreibt.

TransAlta Renewables Inc.: 

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