Brookfield Renewable Partners ist einer der größten Grünstromproduzenten weltweit und setzt vorwiegend auf Wasserkraft. / Foto: imago/Hans Blossey

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Yieldcos: Das sind die sauberen Renditechampions

Hohe Dividenden, überschaubare Risiken und eine gute Umweltbilanz - das wünschen sich viele Anlegerinnen und Anleger. Sind Yieldcos die Lösung? Was verbirgt sich hinter dem seltsamen Namen? ECOreporter stellt ein hierzulande weitgehend unbekanntes Börsensegment vor, das aber simpel und nachhaltig funktioniert. Und verrät, welche der Erneuerbare-Energien-Aktien am meisten Klimaschutz und die höchste Dividende bieten.

Der Begriff Yieldco setzt sich aus den englischen Begriffen "Yield" (Ertrag) und "Company" (Firma) zusammen. Er ist im angelsächsischen Raum gebräuchlich. Verwendet wird der Begriff für börsennotierte Firmen, die hohe Einnahmen generieren und an die Aktionäre ausschütten. In den USA und Kanada wird die Bezeichnung Yieldco vor allem für Produzenten von grünem Strom verwendet. Auch deutsche Anlegerinnen und Anleger können in sie investieren und sich an den hohen Dividenden der Erneuerbare-Energien-Aktien erfreuen. Und auch in Europa und Deutschland gibt es rein auf die Produktion von grünem Strom spezialisierte Unternehmen, die respektable Dividenden zahlen – auch wenn sie keine Yieldcos im angelsächsischen Sinne sind. Folgende Aktien betrachtet ECOreporter in diesem Überblick näher:

  • 7C Solarparken
  • aventron
  • Brookfield Renewables Partners
  • Clearway Energy
  • Encavis
  • Greencoat UK Wind
  • Northland Power
  • Orsted
  • TransAlta

Viele Yieldcos in den USA und Kanada sind Abspaltungen großer Stromversorger und haben sich auf den Betrieb von Solar-, Wind- und Wasserkraftwerken spezialisiert. Meist erwerben sie bereits fertiggestellte Erneuerbare-Energien-Kraftwerke. Einnahmen erzielen sie schlicht durch den Verkauf des grünen Stroms. Also: Kein Risiko in der Projektentwicklung, aber oft garantierte Einspeisevergütungen oder langjährige Verträge mit Großabnehmern (sogenannte Power Purchase Agreements, PPAs): Das ergibt langfristig kalkulierbare Einnahmen.

Warum diese Aktiengesellschaften "One Trick Ponies" sind

Yieldcos sind trotz der hohen Dividenden ganz gewöhnliche Aktiengesellschaften - ohne Steuererleichterungen oder Mindestausschüttungsquoten, die beispielsweise für Real Estate Investment Trusts, sogenannte REITs, üblich sind. Aber von "normalen“ Aktiengesellschaften unterscheiden sich die Yieldcos auch deutlich – sie haben ja nur ein einziges Produkt: sauberen Strom. Es sind "One Trick Ponies“, Firmen, die ein einziges Hauptgeschäftsfeld haben (ja, wer Songs von Paul Simon und Nelly Furtado kennt, auch da wird das One Trick Pony erwähnt).

Diese Unternehmen haben also kein Produktentwicklungsrisiko, sie haben auch kein Marketing nötig. Strom wird gebraucht, fertig. Und grüner Strom wird besonders gebraucht. Zudem fallen für ein Yieldco weitere Aufgaben weg, die normalerweise schwierig sind. Der Einkauf etwa. Denn Sonne und Wind gibt es immer noch kostenlos. Okay, Wartungsarbeiten sind durchzuführen, auch bei Solar- und Windkraftwerken. Aber eine Raketenwissenschaft ist das nicht, meist schließt man einen Standardvertrag mit dem Hersteller oder einer Servicegesellschaft.

Yieldcos aus den USA, Kanada und Großbritannien

Brookfield Renewable Partners:  Über 7 Prozent Dividendenrendite mit grünem Strom

Ein typisches, allerdings sehr großes Yieldco ist Brookfield Renewable Partners. Das kanadische Unternehmen setzt auf Wasser-, Wind-, Solar- und Pumpspeicherkraftwerke. Zudem hat Brookfield Renewable Partners einige wenige Biomassekraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen im Portfolio. Im Speichergeschäft sind die Kanadier ebenfalls aktiv. Insgesamt besitzt der Grünstromproduzent mehr als 5.200 Kraftwerke in 17 Ländern - neben Nord- und Südamerika auch in Europa und Asien. Sauberen Strom produziert das Unternehmen schon seit über 100 Jahren.

Mit einem Börsenwert von fast 12 Milliarden US-Dollar und einer Kraftwerksnennleistung von gut 19 Gigawatt (GW) ist Brookfield Renewable Partners einer der größten Grünstromproduzenten weltweit. 2020 hat das Unternehmen 56.262 Gigawattstunden (GWh) sauberen Strom erzeugt, etwas weniger als 2019. Gut 54 Prozent des Stroms stammen aus Wasserkraft, 23 Prozent aus Wind und 12 Prozent aus Sonne. Aktuell befinden sich bei Brookfield Renewable Partners Kraftwerksprojekte mit einer Kapazität von 23 GW in der Entwicklung (Stand April 2021).

Im vergangenen Jahr setzte Brookfield Renewable Partners 3,8 Milliarden US-Dollar um. Allerdings machte das Unternehmen 2020 einen Nettoverlust in Höhe von 45 Millionen Euro. Bereits 2019 war das Unternehmen in die roten Zahlen gerutscht. Hohe Investitionskosten und Zinszahlungen drückten laut Brookfield Renewable Partners auf das Ergebnis.  Auf Jahressicht ist die Erneuerbare-Energien-Aktie rund 60 Prozent im Plus.

Für 2021 plant das Unternehmen, eine Dividende von 1,22 US-Dollar pro Aktie auszuschütten. Das wäre beim momentanen Aktienkurs von 42,77 US-Dollar eine Dividendenrendite von gut 2,9 Prozent (Kurs/Datum siehe Tabelle im Premiumbereich). Damit verfehlt Brookfield Renewable Partners seine angestrebte Dividendenrendite von 5 bis 9 Prozent – der Grund dafür liegt in einem Zukauf des Unternehmens.

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