Brookfield Renewable Partners ist einer der größten Grünstromproduzenten weltweit und setzt vorwiegend auf Wasserkraft. / Foto: Fotolia, Paul Stock

05.05.20 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie

Simpel und sauber: Yieldcos - Aktien auf Erneuerbare-Energien-Kraftwerke

Hohe Dividenden, überschaubare Risiken und eine gute Umweltbilanz - das wünschen sich viele Anleger. Sind Yieldcos die Lösung? Was verbirgt sich hinter dem seltsamen Namen? Welche Werte bieten am meisten Klimaschutz und die höchste Dividende? ECOreporter stellt ein hierzulande weitgehend unbekanntes Börsensegment vor, das aber simpel und nachhaltig funktioniert.

Der Begriff Yieldco setzt sich aus den englischen Begriffen "Yield" (Ertrag) und "Company" (Firma) zusammen. Er ist im angelsächsischen Raum gebräuchlich. Verwendet wird der Begriff für börsennotierte Firmen, die hohe Einnahmen generieren und an die Aktionäre ausschütten. In den USA und Kanada wird die Bezeichnung Yieldco vor allem für Produzenten von grünem Strom verwendet. Die Dividendenrenditen betragen bei manchen dieser Yieldcos mehr als 9 Prozent. Auch deutsche Anleger können in sie investieren und sich an den hohen Dividenden erfreuen.

Warum diese Aktiengesellschaften "One Trick Ponies" sind

Viele Yieldcos in den USA und Kanada sind Abspaltungen großer Stromversorger und haben sich auf den Betrieb von Solar-, Wind- und Wasserkraftwerken spezialisiert. Meist erwerben sie bereits fertiggestellte Erneuerbare-Energien-Kraftwerke. Einnahmen erzielen sie schlicht durch den Verkauf des grünen Stroms. Also: Kein Risiko in der Projektentwicklung, aber oft garantierte Einspeisevergütungen oder langjährige Verträge mit Großabnehmern (sogenannte Power Purchase Agreements, PPAs): Das ergibt langfristig kalkulierbare Einnahmen.

Yieldcos sind trotz der hohen Dividenden ganz gewöhnliche Aktiengesellschaften - ohne Steuererleichterungen oder Mindestausschüttungsquoten, die beispielsweise für Real Estate Investment Trusts, sogenannte REITs, üblich sind. Aber von "normalen“ Aktiengesellschaften unterscheiden sich die Yieldcos auch deutlich – sie haben ja nur ein einziges Produkt: sauberen Strom. Es sind "One Trick Ponies“, Firmen, die ein einziges Hauptgeschäftsfeld haben (ja, wer Songs von Paul Simon und Nelly Furtado kennt, auch da wird das One Trick Pony erwähnt).

Diese Unternehmen haben also kein Produktentwicklungsrisiko, sie haben auch kein Marketing nötig. Strom wird gebraucht, fertig. Und grüner Strom wird besonders gebraucht. Zudem fallen für ein Yieldco weitere Aufgaben weg, die normalerweise schwierig sind. Der Einkauf etwa. Denn Sonne und Wind gibt es immer noch kostenlos. Ok, Wartungsarbeiten sind durchzuführen, auch bei Solar- und Windkraftwerken. Aber eine Raketenwissenschaft ist das nicht, meist schließt man einen Standardvertrag mit dem Hersteller oder einer Servicegesellschaft.

So weit, so plausibel und einfach. Welche Yieldco-Aktien gibt es nun?

Brookfield Renewable Partners:  Über 7 Prozent Dividendenrendite mit grünem Strom

Ein recht typisches, allerdings sehr großes Yieldco ist Brookfield Renewable Partners. Das kanadische Unternehmen setzt auf Wasser-, Wind-, Solar- und Pumpspeicherkraftwerke. Zudem hat Brookfield Renewable einige wenige Biomassekraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen im Portfolio. Im Speichergeschäft sind die Kanadier ebenfalls aktiv. Insgesamt besitzt der Grünstromproduzent mehr als 5.200 Kraftwerke in 17 Ländern - neben Nord- und Südamerika auch in Europa und Asien. Sauberen Strom produziert das Unternehmen schon seit über 100 Jahren.

Mit einem Börsenwert von ungefähr 8 Milliarden US-Dollar und einer Kraftwerksnennleistung von gut 19 Gigawatt (GW) ist Brookfield Renewable Partners einer der größten Grünstromproduzenten weltweit. 2019 hat das Unternehmen 56,66 Gigawattstunden (GWh) sauberen Strom erzeugt. Gut 74 Prozent des Stroms stammen aus Wasserkraft, 21 Prozent aus Wind und 5 Prozent aus Sonne.

2019 hatte das Unternehmen eine Dividende von 2,09 US-Dollar ausgeschüttet. Das wäre beim momentanen Aktienkurs von 41,33 US-Dollar eine Dividendenrendite von gut 5 Prozent (4.5.2020, 17:30 Uhr). Auf Jahressicht ist die Aktie 51 Prozent im Plus.

Im vergangenen Jahr setzte Brookfield Renewable Partners 2,98 Milliarden US-Dollar um. Allerdings machte das Unternehmen 2019 einen Nettoverlust in Höhe von 19 US-Cent je Aktie. 2018 lag der Gewinn je Aktie noch bei 13 US-Cent. Hohe Investitionskosten und Zinszahlungen drückten laut Brookfield Renewable Partners auf das Ergebnis.

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