Durch die geplante Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair könnte der weltweit größte Industriegase-Konzern entstehen. / Bild: Unternehmen

  Aktientipps, Aktien-Favoriten

Aktien-Favorit Linde: Fusion mit Praxair wackelt

Der geplante Zusammenschluss zwischen Linde und dem US-Konkurrenten Praxair ist nicht mehr sicher. Strengere Anforderungen der US-Wettbewerbsbehörde stellen den Zusammenschluss vor eine schwierige Aufgabe. Die Linde-Aktie rutscht ab - zeitweise um 10 Prozent. Wie sollten Anleger sich jetzt verhalten?

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Die geplante Fusion zwischen den Industriegase-Spezialisten Linde und Praxair liefert seit Wochen immer wieder neuen Gesprächsstoff. Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle will die Bewertung des Geschäfts auf das Niveau des US-Konkurrenten und zukünftigen Fusionspartners Praxair anheben. So würde eine neue Dimension eines Börsenwerts entstehen.

Fusion nicht sicher

Jetzt wurde bekannt, dass die geplante Fusion doch noch platzen könnte. Die Anleger reagierten enttäuscht und verkauften die Linde-Aktie. Zeitweise verlor der Aktienkurs fast 10 Prozent. Da Lindeaktien fast vollständig im Streubesitz ist, sehen Insider zufolge “den Markt als Lindes Chef an.“ Und eben dieser Markt will die Fusion unbedingt vollziehen, da so viele Milliarden Euro an Synergien entstehen würden.

Analysten nicht positiv gestimmt

Auch die Analysten lassen ihrer Enttäuschung freien Lauf: So senkte beispielsweise der  Wertpapierbroker Kepler Cheuvreux das Kursziel für die Linde-Aktie von 208 auf 188 Euro. Aktuell (7.8., 10:30 Uhr) notiert die Linde-Aktie bei 175,85 Euro im Xetra-Handel.

Linde und der US-Konzern Praxair wollen sich zum größten Gasekonzern der Welt zusammenschließen. Durch die Fusion würde ein neues Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von fast 71,5 Milliarden Euro entstehen. Alleine Praxair weist aktuell einen Börsenwert von mehr als 38,8 Milliarden Euro auf (Linde: mehr als 32,6 Milliarden Euro).

Fusion könnte tatsächlich platzen

Vergangenen Sonntag teilte Linde mit, dass die US-Kartellwächter der sogenannten Federal Trade Commission (FTC) "erhöhte Anforderungen an die kartellrechtlichen Freigaben" gestellt hätten. So gehen beispielsweise der Verkauf eines großen Teils des US-Geschäfts von Linde sowie einiger Standorte in Südamerika mit einem Umsatz von insgesamt 1,4 Milliarden Euro an den deutschen Konkurrenten Messer der FTC nicht weit genug. Dies kam überraschend für Linde.

Nun könnte es sein, dass der zeitliche Rahmen für die geplante Fusion beider Unternehmen nicht ausreicht. Denn es gibt einen Stichtag: Bis zum 24. Oktober müssen alle Kartellgenehmigungen vorliegen, sonst platzt die Fusion.

Zudem hatten sich die beiden Konzerne eine Schmerzgrenze gesetzt: Wenn sie wegen Kartellauflagen Geschäftsanteile mit mehr als 3,7 Milliarden Dollar Umsatz (umgerechnet knapp 3,2 Milliarden Euro) oder 1,1 Milliarden Euro Betriebsergebnis verkaufen müssen, können beide Konzerne den Zusammenschluss noch einmal überdenken.

Stichtag abwarten

Wir empfehlen Anlegern der Linde-Aktie nicht übereilt zu handeln, und den Stichtag (24. Oktober) zur Vorlage aller Kartellgenehmigungen abzuwarten. Anleger sollten daher die Füße still halten und keine Linde-Anteile verkaufen aber auch keine neuen Linde-Anteile neu- oder zukaufen.

Bis zum Stichtag 24. Oktober bleibt die Linde-Aktie ein ECOreporter-Aktienfavorit aus der Reihe Dividendenkönige. Danach bewerten wir die Aktie neu. Zum ausführlichen Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Linde AG: ISIN DE0006483001 / WKN

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