Allianz Global Investors gehört zum Allianz-Konzern. Der Vermögensverwalter will nachhaltiger werden. / Foto: Allianz

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Allianz-Fondshaus AGI will verstärkt auf Nachhaltigkeit setzen

Der Frankfurter Vermögensverwalter Allianz Global Investors (AGI), ein Teil des Versicherungskonzerns Allianz, passt bei 74 Fonds die Strategie an. Künftig sollen in den Portfolios der Aktien-, Anleihen- und Mischfonds die ESG- sowie Ausschlusskriterien von AGI berücksichtigt werden, wie der Anbieter mitteilte.

Auf der Ausschlussliste stehen Firmen mit Verbindung zu sogenannten kontroversen Waffen und Unternehmen, die gegen den Global Compact der Vereinten Nationen verstoßen oder einen "signifikanten" Anteil ihrer Umsätze mit Kohle, Tabak oder Waffen erzielen. Weltweit seien 900 Firmen ausgeschlossen, so AGI.

Methode mit Schwächen

Die Fonds sollen künftig nach einem sogenannten Best-in-Class-Ansatz oder einer neuen alternativen Strategie gemanagt werden. Best in Class ist eine Methode, bei der aus einer Branche nur die Unternehmen mit der besten Nachhaltigkeits-Bilanz ausgewählt werden – die Methode hat allerdings Schwächen. So können ausgewählte Unternehmen etwa trotzdem aus prinzipiell nicht nachhaltigen Branchen stammen, zudem kann der Begriff „die Besten“ nahezu beliebig erweitert werden.

Das Ausschlussverfahren und Best in Class nicht automatisch Nachhaltigkeit garantieren, stellt ECOreporter immer wieder bei den Tests angeblich nachhaltiger ETFs fest.

AGI will nach eigenen Angaben zudem mit den zehn größten CO2-Emittenten jedes Portfolios sprechen, um auf eine Reduktion des Treibhausgasausstoßes hinzuwirken. „Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen im Engagement mit Unternehmen sind wir zuversichtlich, dass die Unternehmen für diesen Dialog offen sind und unsere Ansichten teilen“, so Matt Christensen, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Fondsgesellschaft.

Insgesamt hätten die Fonds, die neu ausgerichtet werden, ein Gesamtvolumen von 70 Milliarden Euro. Zum Jahresende 2020 lag das Volumen in nachhaltig gemanagten Anlagen bei AGI nach Unternehmensangaben bei 206 Milliarden Euro. Das seien 35 Prozent des insgesamt verwalteten Vermögens.

Lesen Sie in unserem Unternehmensporträt unter anderem, warum beim Mutterkonzern Allianz bei der Nachhaltigkeit noch Luft nach oben ist. Welche nachhaltigen Fonds ECOreporter bisher für Sie getestet hat, erfahren Sie hier

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