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ASML erhält mehr Aufträge als erwartet – Aktie legt deutlich zu
Der niederländische Chipausrüster ASML hat im vierten Quartal 2024 deutlich mehr Aufträge erhalten als erwartet. Seine Prognose für 2025 bestätigte der Konzern. An der Börse sorgt das für Erleichterung.
Im vierten Quartal erhielt ASML Aufträge im Wert von knapp 7,1 Milliarden Euro. Das war zwar weniger als die 9,2 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres, aber rund doppelt so viel, wie Analysten vorhergesagt hatten.
Geschäft mit KI ist entscheidend
Seinen Umsatz steigerte ASML zwischen Oktober und Dezember um 28 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro und übertraf damit sowohl die eigene Prognose als auch die Erwartungen der Analysten. Im gesamten Geschäftsjahr 2024 legte der Umsatz um 3 Prozent auf 28,3 Milliarden Euro zu. Der Gewinn sank um 3 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro.
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Seine Prognose für 2025 bekräftigte ASML: Vorstandschef Christophe Fouquet rechnet mit einem Umsatz zwischen 30 und 35 Milliarden Euro. In der Spitze würde das ein Plus von rund einem Viertel gegenüber 2024 bedeuten.
Künstliche Intelligenz (KI) hat nach Ansicht von Fouquet dabei weiter Potenzial. "Im Einklang mit unserer Einschätzung aus dem letzten Quartal ist das Wachstum der Künstlichen Intelligenz der Haupttreiber für das Wachstum in unserer Branche", so der ASML-Chef.
An der Börse sorgten die Zahlen und der Ausblick für Beruhigung. Zum Wochenbeginn war die ASML-Aktie wie auch andere Tech-Werte eingebrochen. Grund dafür war eine Meldung, wonach der KI-Assistent des chinesischen Start-ups DeepSeek mit westlichen Modellen wie ChatGPT konkurrieren kann, dabei aber vermutlich mit leistungsschwächeren Chips auskommt (ECOreporter berichtete hier).
ASML ist der weltweit führende Hersteller von Maschinen für die Chipproduktion. Er ist der einzige Anbieter von sogenannten EUV-Systemen, die Halbleiter mit extrem ultraviolettem Licht belichten. Nur mit diesen Maschinen lassen sich die aktuell modernsten Chips mit den kleinsten Strukturgrößen herstellen, die im KI-Bereich bislang als unverzichtbar galten.
Am Finanzmarkt hatte es daher die Sorge gegeben, dass ASML darunter leiden könnte, wenn auch weniger leistungsstarke Chips für KI-Modelle genutzt werden können. Insbesondere die Bestätigung der Prognose und des KI-Potenzials für das laufende Jahr kam daher an der Börse gut an.
Denn während das Geschäft mit KI-Chips brummt, ist die Nachfrage nach anderen Halbleitern, die etwa in Autos, Smartphones oder Laptops zum Einsatz kommen, ins Stocken geraten. Das Wachstum hängt also derzeit am KI-Geschäft. Es habe eine "Verschiebung der Marktdynamik" gegeben, erklärte ASML-Chef Fouquet. Dies bringe sowohl "Chancen als auch Risiken" mit sich.
Im Tradegate-Handel ist die ASML-Aktie aktuell 9,3 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 718,20 Euro (Stand: 29.1.2025, 9:33 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie trotz der jüngsten Schwankungen 5,4 Prozent zugelegt, auf Jahressicht ist sie 11,9 Prozent im Minus. In den vergangenen fünf Jahren ist der Kurs um 173 Prozent gestiegen.
Aktuell viele Unsicherheiten
Die nun bestätigte Prognose für 2025 ist bereits ein korrigierter Ausblick. ASML hatte diesen Mitte Oktober gesenkt, die Aktie war danach zweistellig eingebrochen und hatte Schockwellen durch den gesamten Techsektor gesendet. Schon damals hatte es Befürchtungen gegeben, die schwächeren Geschäfte der Niederländer könnten ein Ende des KI-Booms einläuten. ECOreporter berichtete hier.
Ein Risiko für ASML ist neben den Unsicherheiten im KI-Sektor auch die Politik. Die USA haben im vergangenen Jahr verstärkt Druck auf die niederländische Regierung ausgeübt, um insbesondere den Export von ASML-Anlagen nach China stärker zu beschränken. Bereits Anfang September hatten die Niederlande die Regeln erneut verschärft. ECOreporter berichtete hier.
Die USA wollen so verhindern, dass die Volksrepublik hochmoderne Halbleiter herstellt, besonders für eine militärische Nutzung. Chinesische Chiphersteller gehören jedoch zu den wichtigsten Kunden von ASML. Unter Präsident Donald Trump dürfte der Handelskrieg weiter eskalieren.
Letztlich bleiben für die ASML-Aktie viele Unsicherheiten. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2025 ist mit 28 auch nach den Rücksetzern in den letzten zwölf Monaten immer noch hoch. Ein Einstieg ist nach Einschätzung von ECOreporter aktuell mit deutlichen Risiken verbunden. Langfristig dürfte sich allerdings auch das Chip-Geschäft abseits von KI wieder erholen.
ASML Holding N.V.: ISIN NL0010273215 / WKN A1J4U4
(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)
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09.03.26
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