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BioNTech und CureVac legen Patentstreit bei – Fortschritt Richtung Übernahme
Der Mainzer Pharmakonzern BioNTech möchte seinen Tübinger Konkurrenten CureVac übernehmen. Nun legen die Unternehmen einen seit drei Jahren schwelenden Patentstreit um Impfstoffe bei.
Im Rahmen der Einigung zahlt BioNTech bis zu 450 Millionen Dollar an den britischen Pharmakonzern GSK. Dieser hatte sich in der Corona-Pandemie mit CureVac für die Impfstoffentwicklung zusammengetan – die Unternehmen waren dabei allerdings erfolglos geblieben.
Einigung über Impfstoff-Vermarktung
BioNTech hingegen brachte gemeinsam mit seinem US-Partner Pfizer Ende 2020 den Impfstoff Comirnaty auf den Markt. Auf dem Höhepunkt der Pandemie 2021 erzielten die Mainzer einen Nettogewinn von 10 Milliarden Euro.
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Sowohl die gescheiterte Entwicklung von CureVac als auch BioNTechs Erfolg beruhen auf der sogenannten mRNA-Technologie. CureVac warf BioNTech nach dem Marktstart von Comirnaty vor, mit seinem Impfstoff Patente des Tübinger Unternehmens verletzt zu haben. BioNTech hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.
Neben der Entschädigung erhalten GSK und CureVac nun ein Prozent der Umsätze mit Covid-19-Impfstoffen, die BioNTech und Pfizer vom Jahresbeginn 2025 an erzielen. Im Gegenzug erhalten BioNTech und Pfizer die Erlaubnis, Impfstoffe gegen Covid-19 und andere Grippekrankheiten in und außerhalb der USA zu produzieren.
BioNTech will den Kauf von CureVac bis Ende des Jahres über einen Aktientausch abwickeln und dafür 1,25 Milliarden Dollar in eigenen Aktien zahlen. Mehrere Großaktionäre von CureVac, darunter SAP-Mitgründer Dietmar Hopp, sollen dem Aktientausch bereits zugestimmt haben. Auch GSK tauscht laut Mitteilung seine CureVac-Beteiligung von 7,4 Prozent nun in BioNTech-Aktien.
Die BioNTech-Aktie war am Freitagnachmittag 1,4 Prozent im Plus und kostete 96,90 Euro (Stand: 8.8.2025, 14:39 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 0,2 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie 31 Prozent an Wert gewonnen.
BioNTech will das Know-how von CureVac nutzen, um auf Basis der mRNA-Technologie Behandlungen gegen Krebs und andere Krankheiten zu entwickeln. Neue Krebstherapien zu finden ist das eigentliche Ziel von BioNTech.
Hohes Kapitalpolster – aber rote Zahlen
BioNTech gibt viel Geld für Forschung und Entwicklung aus, aktuell laufen nach eigener Aussage 20 späte klinische Studien. Bis Ende des Jahres will der Konzern den ersten Zulassungsantrag für ein Krebsmedikament einreichen. Das erste Mittel soll 2026 auf den Markt kommen.
Bei seinen Plänen hilft dem Konzern das in den Corona-Jahren aufgebaute Kapitalpolster, das mit 16 Milliarden Dollar immer noch komfortabel ist. Allerdings schreibt das Unternehmen mittlerweile rote Zahlen. Der Konzern hat angekündigt, mehr als 1.000 Stellen in Europa und Nordamerika zu streichen.
Ein Kauf der BioNTech-Aktie bleibt eine Wette darauf, dass das Unternehmen seine Entwicklungspläne einhalten kann. Wann der Konzern in die Gewinnzone zurückkehrt, ist bis auf Weiteres unklar. ECOreporter sieht jedoch realistische Chancen, dass die Wette aufgehen wird. BioNTech hat das innovative Potenzial eines Start-ups, verfügt aber über sehr viel Kapital, das vor allem in die Forschung wandert. Die Aktie bleibt eine spannende Investment-Idee für mutige Anlegerinnen und Anleger.
BioNTech SE ADR: ISIN US09075V1026 / WKN A2PSR2
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