Erneuerbare Energie kostet in der Herstellung erheblich weniger Kosten als Kohlestrom. / Foto: Pixabay

  Erneuerbare Energie

Studie: Braunkohle-Strom kostet Gesellschaft dreimal mehr als Erneuerbare Energie

Einer Studie zufolge liegen die gesamtgesellschaftlichen Kosten der Braunkohleverstromung bei 26 Cent pro Kilowattstunde. Solar- und Windstrom kosten in Deutschland dagegen nur zwischen 6 und 10 Cent pro Kilowattstunde. Das ergibt eine vom Versorger Green Planet Energy in Auftrag gegebene Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS).

Neben den Stromgestehungskosten erhebt die Studie auf Basis von Zahlen aus 2022 die sogenannten externen Kosten sowie verschiedene staatliche Förderungen. Mit externen Kosten sind menschengemachte Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschäden gemeint, die nicht von den Verursachern, sondern von der Gesellschaft getragen werden.

Stromgestehungskosten umfassen die variablen und fixen Betriebskosten von Kraftwerken. Dazu zählen bei Kohlekraftwerken sowohl etwa die Preise für variable Brennstoffe und CO2-Zertifikate als auch Kosten für Personal, Wartung, Instandhaltung sowie fixe Brennstoffkosten. Für 2022 beziffert das FÖS die Stromgestehungskosten für Braunkohle auf 11,8 bis 12,0 Cent pro Kilowattstunde (kWh).

Erneuerbare verursachen fast nur Stromgestehungskosten

Klima und Umweltkosten, die durch die Stromerzeugung aus Braunkohle entstehen, hat das FÖS nur zum Teil berücksichtigt. Diese betreffen Verbraucherinnen und Verbraucher etwa durch das Europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) und die Energiesteuern und belaufen sich dem FÖS zufolge auf 13,3 Cent pro kWh. Insgesamt kommt die Denkfabrik damit auf 26,3 bis 26,5 Cent je kWh Braunkohlestrom.

„Wir haben bewusst eine konservative Berechnung vorgenommen, bei der die Umweltbelastungen stärker auf künftige Generationen abgewälzt werden", so Florian Zerzawy, Leiter Energiepolitik des FÖS. "Würden wir den Aspekt der Generationengerechtigkeit stärker gewichten, schlügen die nicht-eingepreisten externen Kosten mit fast 65 Cent pro Kilowattstunde Braunkohlestrom zu Buche."

Strom aus neuen Windkraft- und Solar-Anlagen ist nach FÖS-Berechnungen hingegen deutlich günstiger. Die Stromgestehungskosten der Erneuerbaren betragen bei Windkraftanlagen an Land demnach 6,1 Cent und bei Solaranlagen 7,1 Cent pro kWh. Bei Offshore-Windkraftanlagen sind es 9,7 Cent pro Kilowattstunde. Da der Betrieb der Anlagen weitgehend emissionsfrei ist, fallen darüber hinaus dem FÖS zufolge praktisch keine externen Kosten an.

Braunkohlestrom sei damit "mindestens dreimal so teuer wie erneuerbarer Strom", wie Marcel Keiffenheim von Green Planet Energy feststellt. "Die Nutzung dieses fossilen Energieträgers können wir uns als Gesellschaft weder finanziell noch ökologisch leisten. Deshalb muss Deutschland die Kohleverstromung dringend bis 2030 beenden."

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