BYD will auf dem indischen Automarkt angreifen. Ende 2023 soll dort die Luxuslimousine Seal starten. / Foto: Unternehmen

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BYD meistverkaufte Automarke in China, Vorstoß auf indischen Markt

Der chinesische Technologiekonzern und Elektroautohersteller BYD hat 2022 Volkswagen als meistverkaufte Automarke in China überholt. Im vergangenen Jahr verkaufte BYD knapp 2 Millionen reine Elektroautos und Plug-in-Hybride, wie die China Passenger Car Association (CPCA) mitteilte.

Der Konzern plant nun seinen Vorstoß auf den indischen Markt für Elektroautos. Die Konkurrenz in dem Land ist groß: Indien gilt aktuell als viertgrößter Automarkt der Welt, Tendenz steigend.

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Bis 2030 will BYD in Indien einen Marktanteil von 40 Prozent bei Elektrofahrzeugen erreichen, erklärte der für das Indien-Geschäft zuständige Manager Sanjay Gopalakrishnan in einem Interview auf der India Auto Expo 2023 am Rande von Neu-Delhi. Als global orientierter Hersteller müsse der Konzern "aggressive Ziele verfolgen", so Gopalakrishnan. 

Indien hinkt bei der Umstellung auf Elektrofahrzeuge anderen Ländern wie China und den USA hinterher, was unter anderem an hohen Vorlaufkosten und einer fehlenden Ladeinfrastruktur liegt. Das hat ausländische Autohersteller jedoch nicht davon abgehalten, diese Woche auf der India Auto Expo E-Fahrzeuge vorzustellen, da sie den Markt potenziell als lukrativ einschätzen. Indien sei eine gute Wahl, "denn die Menschen erkennen die Notwendigkeit von Elektrofahrzeugen, und die Ladeinfrastruktur nimmt zu", erklärte auch BYD-Manager Gopalakrishnan.

Auf Expansionskurs

BYD, das seit 2007 in Indien tätig ist, will dort im letzten Quartal 2023 die Luxuslimousine Seal auf den Markt bringen. Bereits seit letztem Jahr verkauft BYD seinen Elektro-SUV Atto 3 in dem Land. Das Unternehmen möchte 2023 in Indien 15.000 Fahrzeuge verkaufen.

BYD plant, in Indien zunächst höherpreisige Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, um seine "Premium"-Technologie zu präsentieren. Gopalakrishnan sagte, die Verbraucher seien nicht mehr so preissensibel, da 41 Prozent der 3,8 Millionen Autos, die letztes Jahr in Indien verkauft wurden, mehr als 1 Million Rupien (etwa 11.000 Euro) kosteten. 

Die Expansion des Unternehmens kommt zu einer Zeit, in der Indien chinesische Firmen verstärkt unter die Lupe nimmt. Great Wall Motor, das 1 Milliarde US-Dollar in Indien investieren wollte, scheiterte mit dem Versuch, ein stillgelegtes Werk von General Motors zu kaufen. Das Unternehmen erhielt keine staatliche Genehmigung für den Abschluss des Geschäfts. Die indische Regierung ermittelt zudem gegen MG Motor India, eine Tochter des chinesischen Automobilherstellers SAIC Motor, wegen angeblicher finanzieller Unregelmäßigkeiten.

Am Finanzmarkt kommen BYDs Expansionspläne gut an: Die Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 4,6 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 27,20 Euro (Stand: 12.1.2023, 11:40 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 8,6 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 7,9 Prozent eingebüßt.

BYD hat ehrgeizige Pläne. Wie erfolgreich diese umgesetzt werden können, ist allerdings unklar. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 34 ist die Aktie zudem noch immer hoch bewertet. Auch bei weiteren Kursrücksetzern wäre ein Einstieg aktuell aber nur etwas für risikobereite Anlegerinnen und Anleger.

Mehr zu Chancen und Risiken von Elektrofahrzeug-Aktien erfahren Sie in den ECOreporter-Überblicken  Tesla, BYD, Lucid: 20 Elektroauto-Aktien im Crash-Test und Junge Elektroauto-Aktien: Mit Karacho vor die Wand?

Einen Überblick zu Akkubauern und -recyclern bietet die Redaktion hier: Batterien für Elektroautos: Welche Aktien sind jetzt attraktiv?

BYD Company Limited:

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