Produktion bei SunTech in China: Der Hersteller von Solarmodulen dürfte - wie viele andere Produzenten - unter den gesenkten Zubau-Zielen leiden. / Foto: Unternehmen

05.06.18 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie

China bremst Solarenergie aus - Überangebot droht

Gibt es einen Einbruch im chinesischen Solarmarkt? Laut einer offiziellen Mitteilung will die Regierung den Solar-Zubau noch 2018 deutlich einschränken. 

In China haben die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission, die Nationale Energiebehörde und das Finanzministerium Anfang Juni eine gemeinsame Mitteilung zur Photovoltaik-Stromerzeugung 2018 herausgegeben. Wie das PV Magazine berichtet, lässt die Bekanntmachung drei Schlussfolgerungen zu: 

  • Das größte Marktsegment, der Bereich der Solar-Kraftwerke, wird hart getroffen. Es dürfte nicht in die Nähe des Rekordzubaus des Vorjahres kommen (2017: rund 34 Gigawatt).
  • Das Marktsegment für dezentrale Photovoltaik-Anlagen, das von 2016 zu 2017 um 360 Prozent anstieg, wird wegen des Einziehens einer Obergrenze von 10 Gigawatt ebenfalls stark beeinträchtigt.
  • Private Dachanlagen sind offenbar nicht betroffen: dieses Marktsegment, in dem es 2017 nur rund 2 Gigawatt Zubau gab, könnte in diesem Jahr bis zu 5 Gigawatt erreichen.

Experten zufolge dürfte sich die Nachfrage im Solarmarkt für den Rest des Jahres verlangsamen. Der Solarboom in China wird der Regierung offenbar zu teuer - mehrfach kürzte das Land in den vergangenen Jahren die Einspeisevergütung für den Ökostrom und drehte an den Ausbauzielen. 

Verhagelt der Wachstumstreiber China die Marktentwicklung?

Ob nach dieser Nachricht aus China die weltweite Prognose bei neu installierten Solaranlagen eingehalten werden kann, ist unklar. Laut Analysen, unter anderem von IHS Markit, sollte 2018 eigentlich an das Rekordjahr 2017 anknüpfen - global sollten demnach etwa 53 Gigawatt an neuen Solarkraftwerken dazu kommen in diesem Jahr. Nun haben andere Experten ihre Erwartungen drastisch gesenkt. Asia Europe Clean Energy Advisory (AECEA) nannte als Ziel 30 bis 35 Gigawatt. Das wäre ein Rückgang um mehr als ein Drittel. 

Sicher ist: Ein starker Nachfragerückgang in China wird Solar-Märkte auf der ganzen Welt beeinflussen. Es dürfte dann wieder ein Überangebot an Photovoltaik-Produkten wie Polysilizium, Solarzellen oder Modulen entstehen. Für Solar-Aktien ist das keine gute Perspektive. 

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