Die Nvidia-Aktie ist auf Sicht von drei Jahren mehr als 230 Prozent im Plus. / Foto: Nvidia

  Nachhaltige Aktien

Chip-Aktie Nvidia: Rechenzentren statt Grafikkarten

Der US-Chipentwickler Nvidia hat in den letzten Monaten weniger Umsatz und Gewinn erzielt, die Markterwartungen aber übertroffen. Ist die Aktie derzeit attraktiv bewertet?

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 (August bis Oktober) ging der Umsatz zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 5,9 Milliarden US-Dollar zurück. Der Nettogewinn brach um 72 Prozent auf knapp 680 Millionen Dollar ein. Während Nvidia im schwächelnden PC-Markt weniger Grafikkarten verkaufen konnte – in diesem Bereich ist der Konzern Weltmarktführer –, legte das Geschäft mit Chips für Rechenzentren deutlich zu. Die Rechenzentren-Sparte ist bei Nvidia mittlerweile mehr als doppelt so groß wie der Grafikkartenbereich.

Für das vierte Quartal rechnet die Konzernleitung mit einem Umsatz von ungefähr 6 Milliarden Dollar und einer Bruttomarge von 63,2 bis 66 Prozent. Im dritten Quartal lag die Bruttomarge bei 56,1 Prozent, im Vorjahreszeitraum bei 67 Prozent.

Nach drei Quartalen liegt der Konzernumsatz mit 20,9 Milliarden Dollar 8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Nettogewinn ist von 6,75 auf 2,95 Milliarden Dollar zurückgegangen.

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Analysten hatten mit schwächeren Quartalszahlen gerechnet. Nach Kursrücksetzern am gestrigen Mittwoch ist die Nvidia-Aktie heute mit einem Plus von 3,2 Prozent in den Tradegate-Handel gestartet. Aktuell kostet sie 157,94 Euro (Stand 17.11.2022, 9:35 Uhr). Auf Wochensicht hat sie 11 Prozent zugelegt, im Monatsvergleich 32 Prozent. Zuvor war der Kurs wie bei vielen Technologieaktien deutlich gefallen, auf Jahressicht liegt er weiterhin 43 Prozent im Minus. Langfristig hat sich die Aktie sehr gut entwickelt: Auf drei Jahre beträgt ihr Wertzuwachs 232 Prozent.

Nvidia muss sich aktuell vermehrt mit politischen Entscheidungen auseinandersetzen. So darf das Unternehmen, wie andere Hersteller auch, Prozessoren für Anwendungen der künstlichen Intelligenz seit September weder nach Russland noch nach China verkaufen, wie die US-Regierung verfügte. ECOreporter berichtete hier.

Wirtschaftlich leidet Nvidia zudem nicht nur unter der gesunkenen Nachfrage nach PCs, sondern auch unter der aktuellen Krise der Kryptowährungen. Für das Erzeugen neuer Krypto-Coins werden häufig Rechner mit Nvidia-Grafikkarten verwendet. Hinzu kommen Engpässe bei Chip-Lieferungen aus Taiwan.

ECOreporter schätzt Nvidias mittelfristige Aussichten dennoch als positiv ein. Das Unternehmen gehört in seinem Bereich zu den Technologieführern und erzielt weiterhin robuste Gewinnmargen. Mit einer Marktkapitalisierung von 390 Milliarden Euro ist Nvidia mittlerweile der wertvollste Chipkonzern der Welt. Allerdings ist die Aktie nach wie vor teuer: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2022/23 liegt bei 43. Interessenten sollten auf weitere Kursrücksetzer warten.

Lesen Sie auch: Nachhaltige Halbleiter-Aktien: Wo bieten sich nach den hohen Kursverlusten Kaufgelegenheiten?.

Nvidia Corp.: 

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