So sollen die neuen Intel-Fabriken in Magdeburg aussehen. Der Konzern hält trotz schwacher Ergebnisse an seinen Expansionsplänen fest. / Foto: Intel

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Intel: Aktienkurs steigt trotz Gewinneinbruch

Der US-Chipkonzern Intel hat im dritten Quartal 2022 knapp 85 Prozent weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Jetzt soll gleichzeitig gespart und expandiert werden. Die Aktie legt zu.

Intel litt in den letzten Monaten unter dem weltweit sehr schwachen PC-Geschäft, aber auch unter einer rückläufigen Nachfrage nach Halbleitern für Rechenzentren. Der Umsatz sank im dritten Quartal um 20 Prozent zum Vorjahr auf 15,3 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn betrug 1 Milliarde Dollar, im gleichen Zeitraum 2021 waren es 6,8 Milliarden Dollar. Konzernchef Pat Gelsinger rechnet jetzt für das Gesamtjahr nur noch mit einem Umsatz von 63 bis 64 Milliarden Dollar. Bislang lag die Spanne nach der letzten Absenkung im Julibei 65 bis 68 Milliarden Dollar.

Als Reaktion auf die schlechten Zahlen kündigte Gelsinger gestern Einsparungen von 3 Milliarden Dollar im nächsten Jahr an. Bis Ende 2025 sollen sogar jährlich 8 bis 10 Milliarden Dollar weniger ausgegeben werden. Man erwäge unter anderem den Verkauf von Konzernsparten, sagte Gelsinger gegenüber dem „Wall Street Journal“. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte bereits Mitte Oktober über angeblich geplante Stellenstreichungen berichtet.

Gleichzeitig will Intel weiterhin wie vorgesehen zahlreiche neue Chipfabriken bauen, unter anderem in Magdeburg. Die aktuelle Situation sei, „wie gleichzeitig auf Gaspedal und Bremse zu treten“, so Gelsinger im „Wall Street Journal“.

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Marktbeobachter hatten noch schwächere Zahlen erwartet. Die Intel-Aktie ist heute mit einem Plus von 4,8 Prozent in den Tradegate-Handel gestartet und kostet aktuell 27,60 Euro (Stand 28.10.2022, 8:12 Uhr). Allerdings bewegt sich der Kurs damit weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Seit Beginn der Corona-Krise hat die Aktie mehr als 55 Prozent an Wert verloren. Im Jahresvergleich hat sie 36 Prozent abgegeben, auf fünf Jahre liegt sie 31 Prozent im Minus.

ECOreporter sieht Intel schon seit längerer Zeit als Investment mit Risiko. Der Konzern ist gegenüber Konkurrenten wie AMD technologisch ins Hintertreffen geraten, und die neuen Produktionsstätten werden erst in einigen Jahren fertiggestellt sein. Anlegerinnen und Anleger brauchen daher einen langen Atem und einiges Vertrauen in die langfristige Strategie von Intel, wenn sie aktuell in die Aktie einsteigen möchten. Was derzeit für ein Investment spricht: Die Aktie ist mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2022 von 11 günstig bewertet, und die erwartete Dividendenrendite liegt bei hohen 5,3 Prozent.

Intel ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Dividendenkönige. Lesen Sie hier unser ausführliches Unternehmensporträt.

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