Taiwan Semiconductor hat deutlich mehr Geld verdient als andere Chiphersteller. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Chipkonzern Taiwan Semiconductor macht fast 80 % mehr Gewinn

Der taiwanische Halbleiterhersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) hat im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres 2022 von der starken Nachfrage nach hoch entwickelten Chips profitiert. Der Konzern verdiente deutlich mehr Geld.

Von Oktober bis Dezember kletterte der Nettogewinn des wichtigen Apple-Zulieferers um 78 Prozent auf knapp 296 Milliarden Taiwan-Dollar (rund 9 Milliarden Euro), wie der Konzern am heutigen Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt nur mit rund 289 Milliarden Taiwan-Dollar gerechnet.

Wie bereits am Mittwoch bekannt gegeben, legte der Umsatz im vierten Quartal um knapp 43 Prozent auf umgerechnet 19,1 Milliarden Euro zu. Damit lag er innerhalb der vom Unternehmen prognostizierten Spanne von 19,9 bis 20,7 Milliarden Dollar, allerdings unter den Analystenerwartungen von im Schnitt knapp 19,5 Milliarden Euro. ECOreporter berichtete hier.

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TSMC dominiert den Markt für bestimmte sehr hoch entwickelte Chips. Ende 2022 hat der Konzern die Massenfertigung von Halbleitern mit einer Strukturbreite von drei Nanometern gestartet. Während die Hersteller von Standard-Chips unter einem Abschwung leiden, ist die Nachfrage bei diesen speziellen Halbleitern weiter hoch.

Derzeit führt TSMC der "Financial Times" zufolge fortgeschrittene Gespräche über den Bau einer Chipfabrik in Dresden. Im Dezember hatte das Unternehmen zudem erklärt, seine Investitionen für neue Chipfabriken im US-Bundesstaat Arizona von 10 auf 40 Milliarden US-Dollar vervielfachen zu wollen.

Im frühen Tradegate-Handel ist die TSMC-Aktie aktuell 2,9 Prozent im Plus und kostet 78,30 Euro (Stand: 12.1.2023, 9:37 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 4,8 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 32,3 Prozent an Wert verloren.

ECOreporter schätzt die wirtschaftliche Situation von TSMC als sehr gut ein. Nach hohen Zuwächsen zwischen Mitte 2020 und Anfang 2022 gab der Aktienkurs bis Oktober stark nach, seitdem deutet sich wieder eine Aufwärtsbewegung an.

Die größte Unsicherheit für den Konzern ist der chinesische Staat. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und droht seit Jahren damit, die Armee einzusetzen, sollte sich Taiwan für unabhängig erklären. Wirtschaftlich käme Peking ein Einmarsch in Taiwan gelegen: Vor allem im Halbleiterbereich ist Taiwan China weit voraus, ein Unternehmen wie TSMC hätte für die chinesische Regierung einen hohen strategischen Wert.

Weil die Gefahr einer gewaltsamen Annexion Taiwans nach Beginn des Ukraine-Kriegs gestiegen ist, haben sich die Anlagerisiken bei TSMC erhöht. Immerhin: Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 beziehungsweise 14 für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 ist die Aktie derzeit nicht teuer.

Welche Chip-Aktien momentan aussichtsreicher sind, erfahren Sie im ECOreporter-Dossier Nachhaltige Halbleiter-Aktien: Wo bieten sich nach den hohen Kursverlusten Kaufgelegenheiten?.

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Ltd. ADR: 

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